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Mehr Mädchen als Jungen mit Migrationshintergrund sprechen in Darmstadt fehlerfrei Deutsch.

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Mehr Migrantenkinder auf Gymnasium in Darmstadt

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Der erste  Bildungsbericht der Stadt liegt vor. Nach wie vor hängt der Schulerfolg stark von der sozialen Herkunft ab.

Mit der Teilnahme am Bundesprogramm „Bildung integriert“ hat die Stadt Darmstadt vor drei Jahren damit begonnen, ein kommunales Bildungsmanagement aufzubauen. Ein Ergebnis dieses Analyseprozesses ist der erste Darmstädter Bildungsbericht, den Bürgermeister und Schuldezernent Rafael Reißer (CDU) sowie Stadträtin und Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) am Dienstag vorgestellt haben. Die für das vergangene Jahr erstellte mehr als 100 Seiten umfassende Broschüre liefert einen ersten auf vielen statistischen Daten basierenden Überblick über die Bildungslandschaft der Stadt.

Der Bericht fokussiert sich auf die Bildungsangebote im frühen Kindesalters bis zum Einstieg in das Berufsleben. Themen im Bereich der Erwachsenenbildung sollten in künftigen Berichten genauer unter die Lupe genommen werden, kündigte Reißer an.

Für den Report wurden Daten aus dem Schul- und Sozialdezernat, dem Staatlichen Schulamt und dem Gesundheitsamt für den Landkreis Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt sowie von einzelnen Bildungseinrichtungen erstmals ausgewertet. Der Bericht, der künftig jährlich aktualisiert werden soll, wurde von fünf Autorinnen verfasst. Unterstützt wurden sie von Günther Bachmann, dem Leiter der städtischen Abteilung Statistik und Stadtforschung, und Schulamtsleiterin Bettina Kroh sowie 28 weiteren Mitarbeitern.

Im Hinblick auf das Thema Chancengleichheit wurden so oft wie möglich auch die Daten hinsichtlich Geschlecht und Migrationshintergrund ausgewertet. Bachmann zufolge ist zum Beispiel ein Ergebnis der Auswertung, dass sich die Bevölkerungsstruktur im Verlegerviertel, das sich im Westen der Darmstädter Innenstadt befindet, inzwischen stark gewandelt habe, nachdem inzwischen viele ausländische Familien mit Kindern in das Viertel gezogen seien.

Darmstadt: Bessere Deutsch-Kenntnisse nach Kita-Besuch

Kinder- und Jugenddezernentin Akdeniz sagte, der Bildungserfolg bei jungen Menschen hänge nach wie vor „zu stark von der sozialen Herkunft und dem sozioökonomischen Status der Eltern ab“. Um Chancen- und Bildungsgerechtigkeit zu ermöglichen, sei es daher notwendig, mit entsprechenden Angeboten in den jeweiligen Stadtgebieten strukturelle Defizite auszugleichen und Zugänge sowie Durchlässigkeit der Bildungssysteme zu erreichen. Der Bildungsbericht in Verbindung mit dem bereits vorliegenden Sozialbericht der Stadt gebe hierfür wichtige Hinweise und zentrale Aussagen für die weitere Arbeit.

Dem Bericht ist etwa zu entnehmen, dass der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund mit 56 Prozent deutlich über dem Gesamtanteil von 38 Prozent liegt. Bei den Schuleingangsuntersuchungen hat sich herausgestellt, dass mehr Mädchen als Jungen mit Migrationshintergrund fehlerfrei oder flüssig mit leichten Fehlern Deutsch sprechen. Zudem könne „ein positiver Zusammenhang“ zwischen den Deutschkenntnissen von Kindern mit einem Migrationshintergrund und der Verweildauer in Kindertagesstätten sowie den Deutschkenntnissen der Mütter festgestellt werden. Gymnasiale Bildungsgänge werden von Mädchen häufiger besucht als von Jungen. Der Schüleranteil mit einem Migrationshintergrund in der gymnasialen Oberstufe ist von 16 Prozent im Schuljahr 2011/12 auf 24 Prozent im Schuljahr 2017/18 gestiegen.

Unter der Internetadresse darmstadt.de/leben-in-darmstadt/bildung/bildungsbericht gibt es Zusatzinformationen zum 1. Bildungsbericht der Stadt Darmstadt.

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