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Der Prozess gegen den geständigen Großvater findet vor der 10. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt statt.

Sexueller Missbrauch

Darmstadt: Großvater gesteht Kindesmissbrauch

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Einem 65-Jährigen aus der Odenwaldgemeinde Mossautal ist vor dem Landgericht Darmstadt der Prozess gemacht worden, weil er seine Enkelinnen sexuell missbraucht hat.

Update: 30.03.2020, 19.13 Uhr: Das Landgericht Darmstadt hat am 30. März 2020 den 65-jährigen Großvater wegen sexuellen Missbrauchs seiner beiden zwischen fünf und sieben Jahre alten Enkelinnen zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt.

Update: 05.03.2020, 11.00 Uhr: Weil er seine beiden Enkelinnen missbraucht haben soll, wird seit Mittwoch einem 65-Jährigen aus der Odenwaldgemeinde Mossautal vor dem Landgericht Darmstadt der Prozess gemacht.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem geständigen Mann vor, zwischen Januar 2018 und Anfang Mai 2019 seine damals fünf bis sieben Jahre alte Enkelin fünf Mal in sein Schlafzimmer gelockt und sie am Geschlecht gestreichelt zu haben. Zudem soll er das Mädchen mehrfach dazu veranlasst haben, seinen Penis zu berühren. Das Kind soll dabei deutlich gemacht haben, dass es dies nicht möchte. Das Mädchen soll durch die Taten Schlafstörungen erlitten und Angst vor ihrem Opa bekommen haben.

Darüber hinaus soll der Angeklagte eine weitere sieben Jahre alte Enkelin mit seinem Geschlechtsteil an der Scheide berührt haben. Die Mutter des Mädchens sagte am Mittwoch aus, nach Aussage ihrer Tochter soll es dabei auch zum Geschlechtsverkehr gekommen sein.

Großvater gab Kindesmissbrauch als „Geheimnis“ aus

Den beiden Enkelinnen schärfte der Großvater offenbar ein, „ein Geheimnis“ mit ihm zu haben. Der Missbrauch wurde erst bekannt, als sich eine der Enkelinnen im Mai vergangenen Jahres ihrer Großmutter, die nicht die Frau des Angeklagten ist, anvertraute. Daraufhin wurde auch die in Norddeutschland lebende zweite Enkelin befragt, ob sie ebenfalls „ein Geheimnis mit Opa“ habe, was diese nach anfänglichem Zögern auch bejahte. Daraufhin gingen die Eltern zur Polizei und erstatteten Anzeige. 

Zum Auftakt des Prozesses wurden die Öffentlichkeit und somit auch Vertreter der Presse zunächst von der Teilnahme an dem Prozess zeitweise ausgeschlossen. Im öffentlichen Teil der Sitzung berichtete dann Tim Wullbrandt, der Anwalt des Angeklagten, sein Mandant habe ein „Geständnis“ abgelegt, so dass den beiden Mädchen voraussichtlich erspart bleiben wird, vor Gericht auszusagen.

Mutter geht „Geständnis“ des Angeklagten nicht weit genug

Das „Geständnis“ ging allerdings einer der beiden Schwiegertöchter, die am Mittwoch von der 10. Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Richter Jens Aßling als Zeuginnen vernommen wurden, nicht weit genug. Die 38-Jährige forderte ihren Schwiegervater nachdrücklich und mit emotionalen Worten dazu auf, „uneingeschränkt und ausnahmslos“ seine Taten zu gestehen und die daraus folgenden Konsequenzen zu tragen. Falls dies nicht geschehe, sei er „ein Riesenfeigling“, sagte die Mutter.  

Beide Schwiegertöchter berichteten dem Gericht von einem zerrütteten Verhältnis zu ihren Schwiegereltern. Ihr Schwiegervater habe sich auch zunehmend aggressiv verhalten, sei „schnell auf 180“ und auch gewalttätig gewesen. Auch einer der Söhne des Angeklagten schilderte, sein Vater sei in den vergangenen Jahren „zunehmend reizbarer, fast schon cholerisch“ geworden.  

Die eine Schwiegertochter bestätigte, sie und ihr Mann hätten ein angebotenes Schmerzensgeld abgelehnt. Ihrer Tochter habe sie gesagt: „Opa war böse und es geht darum, dass er bestraft wird.“ Die Mutter äußerte: „Geld bringt uns nicht mehr weiter.“

Zwei weitere Verhandlungstage vor dem Landgericht Darmstadt

Das Gericht hat bis Mitte März zwei weitere Verhandlungstage terminiert.

Von der 10. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt war am 20. Februar 2020 auch ein 48-jähriger Kinderschänder aus Darmstadt zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

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