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Im Darmstädter Stadtteil Arheilgen lehnt eine Interessengemeinschaft von Bürerinnen und Bürgern den geplanten Bau eines zweiten Aldi-Marktes in der Ortsmitte ab.

Darmstadt

Aldi-Projekt und Bürgerpark-Vorhaben in Darmstadt: Kritik an „Schönfärberei“ der Grünen

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Die Grünen haben 30.000 Flugblätter zum geplanten Bau eines zweiten Aldi in Arheilgen und über ein Wohnbauprojekt am Bürgerpark verteilt. Von Initiativen kommt Widerspruch.

Mitten in der Corona-Krise hat in Darmstadt bereits der Vorwahlkampf begonnen: Nachdem sich das vor einigen Wochen gegründete Bündnis der Bürgerinitiativen Darmstadts ganz bewusst die Option offenhält, zur Kommunalwahl 2021 mit einer eigenen Liste anzutreten, haben die Darmstädter Grünen auf anhaltende Proteste reagiert. In einigen Stadtteilen ließ die Stadtverordnetenfraktion mehr als 30 000 Flugblätter verteilen, um Stellung zu zwei umstrittenen Bauprojekten zu nehmen. Es geht zum einen um den vorgesehenen Bau eines zweiten Aldi-Supermarkts im Stadtteil Arheilgen und zum anderen um die geplante Bebauung eines Grundstücks in einem Wohnquartier am nördlichen Rand des Bürgerparks.

Das Aldi-Projekt loben die Grünen unter der Überschrift „Oben wohnen, unten einkaufen“ als „Stärkung des Ortskerns von Arheilgen“ und „zukunftsweisendes Modell“. Der Discounter plant, auf einem derzeit weitgehend brachliegenden Grundstück zwischen der Frankfurter Landstraße und der Darmstädter Straße einen neuen Einkaufsmarkt sowie 15 neue Wohnungen zu errichten. Mit acht Wohnungen sind mehr als die Hälfte für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen vorgesehen.

Zweiter Aldi in Arheilgen: Igab spricht von „Schönfärberei“

Die Interessengemeinschaft Arheilger Bürger (Igab), die den Aldi-Markt ablehnt, hat nun in einer Stellungnahme das Flugblatt der Grünen als „Schönfärberei“ bezeichnet. Die Igab-Vorsitzende Ute Dupper teilte mit, in dem Blatt werde „unterschlagen“, dass die Arheilger Bürgerinnen und Bürger mit der Versorgung für den täglichen Bedarf „äußerst zufrieden“ seien. Dies habe erst im vorigen Jahr eine Umfrage ergeben. Nach Angaben der Igab hätten von der Stadt beauftragte Gutachten sogar schon vor negativen Auswirkungen bei einer Ausweitung der derzeit schon vorhandenen Einzelhandelsangebote gewarnt.

Gegen die Ende 2019 mehrheitlich von den Stadtverordneten beschlossene Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sind bei der Stadt nach Darstellung der Igab inzwischen rund 1000 Einwendungen eingereicht worden, die derzeit von der Stadt bearbeitet werden.

Bürgerinitiative Pro Bürgerpark sorgt sich um das Kleinklima

In dem Flyer über den Bürgerpark behaupten die Grüne, durch das umstrittene Wohnbauprojekt nördlich der Kastanienallee mit der geplanten Errichtung von 47 Häusern werde der Bürgerpark „weiterentwickelt, ohne den Charakter zu verändern“.

Der Architekt Frank Thielmann, ein Mitglied der Bürgeriniative Pro Bürgerpark, widerspricht. Er befürchtet vor allem, dass durch die geplante Bebauung das Kleinklima und die Frischluftströmung für das benachbarte Martinsviertel negativ beeinträchtigt würden.

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