Erfolgsmodell Odenwaldbahn: Die Platzkapazität soll erhöht, zusätzliche Fahrzeuge angeschafft, Bahnsteige verlängert und die Infrastruktur ausgebaut werden.
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Erfolgsmodell Odenwaldbahn: Die Platzkapazität soll erhöht, zusätzliche Fahrzeuge angeschafft, Bahnsteige verlängert und die Infrastruktur ausgebaut werden.

Darmstadt

Darmstadt: Kritik an „Erbacher Erklärung“ zur Odenwaldbahn

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Im Projektkatalog zum Ausbau der Bahnstrecke vermisst die Odenwaldbahn-Initiative ein Bekenntnis zur Gersprenztalbahn, der SPD-Landtagsabgeordnete Kaffenberger einen Zeitplan.

Die Initiative zur Förderung und Erhaltung der Odenwaldbahn und ihrer Anschlussstrecken (Odenwaldbahn-Initiative) sowie der SPD-Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger haben sich kritisch zur geplanten Kapazitätserweiterung auf der Strecke der Odenwaldbahn geäußert. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), die Stadt Darmstadt, der Odenwaldkreis sowie die Kreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach hatten in der vorigen Woche in einer „Erbacher Erklärung“ einen Projektkatalog zum Ausbau der Bahnstrecke vorgestellt.

Dass zum nächsten Fahrplanwechsel zusätzliche Fahrten angeboten und an den Wochenenden die Kapazitäten erhöht werden sollen sowie dass geplant ist, Bahnsteige zu verlängern, stößt bei der Odenwaldbahn-Initiative zwar auf Zustimmung. Die „Erbacher Erklärung“ hält Initiativen-Sprecher Uwe Schuchmann gleichwohl für nicht ausreichend.

Zunächst sei die Odenwaldbahn bei den Fahrplanwechseln in den vergangenen Jahren „leer ausgegangen“. Es werde also für die Strecke nur eine „jahrelange Benachteiligung ausgeglichen“. Kritisch sieht es der Initiativen-Sprecher, dass die Erklärung zum Ausbau der Infrastruktur nur ausführe, dass sich „die Partner auf Basis der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für drei langfristige Infrastrukturmaßnahmen einsetzen“. Die geplanten längeren Bahnsteige sowie die Begegnungsbahnhöfe in Mühltal und Beerfelden-Hetzbach seien „nicht gesichert“, sondern nur „eine Wunschliste“, so Schuchmann.

„Klares Bekenntnis“ vermisst

Die längeren Züge am Wochenende sowie die Taktverdichtungen auf der Regionalexpresslinie vom Darmstädter Hauptbahnhof über Wiebelsbach nach Erbach (RE 80) seien überdies schon lange vom Fahrgastbeirat der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) beschlossen worden. Die zusätzlichen RE-Züge habe die rot-grüne Mehrheit im Darmstadt-Dieburger Kreistag allerdings seit 2016 mehrmals abgelehnt, so Schuchmann, der bis 2016 Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Dadina-Verbandsversammlung war.

Schuchmann vermisst in der Erklärung auch ein „klares Bekenntnis“ zur Gersprenztalbahn, zumal die Bahnstrecke in der „Reaktivierungsagenda“ des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen vom Mai 2019 mit „hoher Priorität“ aufgeführt werde.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Kaffenberger äußerte in einer Mitteilung, auf die Erklärung müssten nun „Taten folgen“, weil die vollen Züge der Odenwaldbahn gerade zu Stoßzeiten „ein Problem“ seien. Damit die Kapazität weiter erhöht werden könne, müsse abschnittsweise Zweigleisigkeit hergestellt werden. Für die geplante Verlängerung der Bahnsteige wie etwa in Mühltal brauche es zudem „einen klaren Zeitplan“, fordert Kaffenberger.

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