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Darmstadt: Die Kriminalstatistik weist weniger Straftaten auf

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Die Polizei steigert auch die Aufklärungsquote. Aber es gibt auch Anlass zu Besorgnis: Die Gewaltbereitschaft, unter anderem gegen Einsatzkräfte, nimmt zu.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Südhessen 2019 weist einen erneuten Rückgang der Fallzahlen sowie eine Steigerung der Aufklärungsquote auf. In der Statistik, die das Präsidium gestern veröffentlichte, heißt es, dass die Aufklärungsquote innerhalb der vergangenen vier Jahre von rund 47 Prozent auf fast 64 gestiegen sei. Zum Bereich des Polizeipräsidiums gehören neben der Stadt Darmstadt die Kreise Darmstadt-Dieburg, Bergstraße, Odenwald und Groß-Gerau.

Insgesamt gab es in Darmstadt den Angaben zufolge 10 445 gemeldete Straftaten im vergangenen Jahr, der niedrigste Stand seit 2014. Darunter schlagen Diebstahlsdelikte mit 3937 Fällen (2018: 4450) am meisten zu Buche. Darunter wiederum ragt die Straßenkriminalität hervor: 2074 Fälle im vergangenen Jahr, 2018 waren es noch 2228. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es 9333 Straftaten, das waren zwar mehr als 2018 (9109). Doch im Vergleich zu den vier Jahren davor ist die Zahl gesunken. Auch hier liegen die Diebstahlsdelikte an der Spitze.

Der Kreis Groß-Gerau verzeichnet ebenfalls einen Rückgang: 10 778 Straftaten im vergangenen Jahr gegenüber 11 000 im Jahr zuvor, 2017 waren es noch 11 704 Delikte.

So erfreulich die Statistik für Südhessen aufgrund der erhöhten Aufklärungsquote und der insgesamt rückläufigen Fallzahlen sei, so besorgniserregend sei eine andere Entwicklung, so Polizeipräsident Bernhard Lammel. „Weiterhin steigt die Gewalt gegen Polizeibeamte und Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr an.“

So wurden laut Statistik in Südhessen 328 Polizeibeamte, 15 Rettungskräfte und drei Feuerwehrleute angegangen. 305 Polizistinnen und Polizisten wurden während ihres Dienstes Opfer eines Widerstandes. Lammel spricht in diesem Zusammenhang von einer „gesteigerten Respektlosigkeit“ in der Gesellschaft.

Auch bei den Körperverletzungen zeige sich eine „zunehmende Gewaltbereitschaft und steigende Respektlosigkeit“. Auffällig sei eine gesteigerte Lust an Gewalt und Machtgehabe, die insbesondere bei Jugendlichen und Heranwachsenden feststellbar sei.

In diesem Zusammenhang begrüßt Lammel die verbesserte Schutzausrüstung der Beamtinnen und Beamten. Auch die Forderung des Hessischen Innenministers nach einer Strafverschärfung von drei auf sechs Monaten Haft bei tätlichen Angriffen sei richtig. Zudem solle der Strafrahmen von bis zu fünf Jahren bei einem Angriff auf Einsatzkräfte mehr als bisher ausgeschöpft werden.

Doch trotz alledem steht laut Statistik fest, dass Darmstadt die sicherste kreisfreie Stadt und der Odenwaldkreis der sicherste Landkreis in Hessen ist.

Die ausführliche Statistik gibt esaufwww.polizei.hessen.de, dort unter Polizeipräsidium Südhessen.

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