Umweltschützer zeigen Spaziergängern, wo die Bahn den Wald durchschneiden werde.  
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Umweltschützer zeigen Spaziergängern, wo die Bahn den Wald durchschneiden werde.

Darmstadt

Darmstadt: Mit Krach gegen ICE-Pläne

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Aktivisten der Westwaldallianz in Darmstadt protestieren an Fronleichnam und zeigen den künftigen Bahntrassen-Verlauf.

Stopp! Achtung Bahntrasse!“, steht auf den Schildern. Mit einem großen Bollerwagen als ICE-Attrappe, etlichen Hinweisschildern und rot-weißem Absperrband haben rund 20 Aktivisten der Westwaldallianz an Fronleichnam gegen die geplante Bahntrasse protestiert. Drei Stunden lang machten die Umweltschützer den gleichen Krach, den vielleicht bald ein durchfahrender ICE verursachen könnte. Auch machten sie Spaziergänger darauf aufmerksam, wo künftig die 70 Meter breite Trasse den Wald durchschneiden werde.

Protest gegen die Bahntrasse.  

„Man muss erlebbar machen, was das bedeutet“, sagte West- waldallianz-Sprecher Michael Mokler der FR. Die grün-schwarze Stadtregierung habe eine folgenschwere Fehlentscheidung zu einer echten ökologischen Verkehrswende und damit zur Lebensqualität in Darmstadt getroffen, so der Initiativensprecher Mokler.

Die Entscheidung für den Bau der Südanbindung bedeute eine weitere zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastung für die Bewohner der Heimstättensiedlung, der Waldkolonie und der Siedlung Tann und die Vernichtung von circa 130 Hektar Bestandswald zwischen Weiterstadt und Lorsch. Diese Zerstörung des Waldes könnte mit einer Trassenerweiterung entlang der bestehenden Main-Neckar-Bahn vermieden werden, sind die Waldschützer überzeugt.

Protest gegen die Bahntrasse.  

Die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung hatte im März beschlossen, dass man die Prüfung einer Vollanbindung im Süden des Stadtgebiets durch die Deutsche Bahn begrüße. Eine Südanbindung an die Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim werde als wichtiger Beitrag zu einem funktionstüchtigen Anschluss Darmstadts an die ökologische und ökonomische Zukunftsinfrastruktur der neuen Schienenfernverkehrsstrecken gefordert, hieß es in der Vorlage der grün-schwarzen Stadtregierung.

Mokler kündigte gegenüber der FR an, man werde den Druck auf die Stadt notfalls erhöhen. Eine Demonstration im September sei in Planung.

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