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Die Schüler informierten sich auch an der Gedenkstätte der Liberalen Synagoge über die Zerstörung des Gotteshauses.  

Darmstadt

Darmstadt: Jüdisches Erbe sichtbar machen

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Schülerinnen und Schüler der Lichtenbergschule in Darmstadt und Studierende der Technischen Universität Darmstadt sind mit dem „Preis für Gesicht zeigen!“ ausgezeichnet worden.

Sie machen uns Mut!“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), als er am Montagabend eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Darmstädter Lichtenbergschule und Studierende der Technischen Universität Darmstadt mit dem „Preis für Gesicht zeigen!“ auszeichnete.

Im Rahmen des Projekts „Schüler Gegen Vergessen Für Demokratie“ hätten sich die Preisträgerinnen und Preisträger bei den Gedenkveranstaltungen im vergangenen Jahr „über die Maßen engagiert“. Der für das Projekt verantwortlichen Lehrerin Margit Sachse überreichte Partsch zudem einen Scheck über 2000 Euro. Das Geld kann die Gruppe gut gebrauchen, weil sie im Mai in die hessische Partnerregion Nouvelle-Aquitaine reist, um ihr Projekt dort vorzustellen und sich mit französischen Schülern auszutauschen.

Die von der „Aktion Weltoffenes Darmstadt“ initiierte Preisverleihung zeichnet Jugendliche und Erwachsene, Schulklassen, Arbeitsgemeinschaften, Vereine oder Initiativen aus, die sich in besonderer Weise Rassismus, Diskriminierung, Antisemitismus oder Antiziganismus in jeglicher Form und Ausprägung entgegensetzen. Über die Verleihung des Preises entscheidet der Darmstädter Magistrat auf Vorschlag einer Jury unter Vorsitz von Wilhelm Kins, dem Vorsitzenden des Sozialausschusses der Stadtverordnetenversammlung.

Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus werden am Montag, 27. Januar, Schülerinnen und Schüler der Lichtenbergschule einen Vortrag über das Schicksal der Familien von Hanna Skop und Bernhard Posner halten. Die öffentliche Gedenkveranstaltung der Stadt beginnt um 11 Uhr in der Centralstation. Auch Schülerinnen und Schüler der Viktoriaschule, der Stadtteilschule Arheilgen und der Bert-Brecht-Schule beteiligen sich an der Gestaltung der Veranstaltung. jjo

Schüler der Lichtenbergschule und die TU-Studierenden haben auch eine App für einen digitalen Stadtrundgang entwickelt, um die in den vergangenen Jahren recherchierten „Spuren jüdischen Lebens in Darmstadt“ ansprechend und nachhaltig auch digital sichtbar zu machen.

OB Partsch äußerte, die Preisträger ermutigten dazu, sich für eine demokratische, tolerante und weltoffene Stadt einzusetzen und gleichfalls Gesicht zu zeigen.

Bereits im vorigen Jahr war die Schülergruppe in Berlin von der Stiftung „Aktive Bürgerschaft“ mit dem mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis in der Kategorie Schulen für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. Stefan Nährlich, der Geschäftsführer der Stiftung Aktive Bürgerschaft, sagte am Montagabend in seinem Grußwort, es sei wichtig, sich in Kommunen untereinander zu vernetzen, um Menschen „die Stirn zu bieten“, die sich intolerant äußerten und die früher „Unsagbares“ wieder sagten. Gelobt wurde von den beiden Jurys neben der starken Vernetzung mit der Hochschule auch die breite Verknüpfung der Projektinhalte in verschiedenen Fächern wie Geschichte, Informatik, Religion, Deutsch, Englisch und Kunst.

TU-Informatikprofessor Max Mühlhäuser berichtete der FR, dass inzwischen auch der Profilbereich Internet und Digitalisierung der TU im Rahmen des Digitalstadt-Prozesses eine webbasierte Weiterentwicklung der App unterstütze. Ziel sei es, das System potenziell allen Darmstädter Schulen als Plattform für ihre Ergebnisse etwa bei der Holocaustforschung zur Verfügung zu stellen.

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