Das Darmstädter Büro Netzwerkarchitekten gruppiert die Häuser um Gemeinschaftshöfe. LuxfelD digital art

Wohnungsbau

Darmstadt: Holz und viel Grün fürs Ludwigshöhviertel

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Eine Jury hat Architekturbüros für vier von sieben Baufeldern ausgewählt, auf denen in dem neuen Quartier Wohngebäude entstehen sollen. Der Gestaltungsbeirat wird nicht eingebunden.

Rund ein Jahr nachdem ein Tochterunternehmen der Bauverein AG dem Bund die ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und die benachbarten Jefferson-Siedlung abgekauft hat, liegen nun erste Pläne für das neu entstehende Ludwigshöhviertel vor. In der Zentrale des städtischen Wohnungsbauunternehmens im Darmstädter Stadtteil Kranichstein wurden am Dienstag die Siegerentwürfe für vier von sieben Baufeldern vorgestellt, auf denen ausschließlich Wohnbauten entstehen sollen.

Der Bauverein hatte für jedes der Baufelder drei bis vier Architekturbüros eingeladen, ihre Entwürfe einzureichen. Eine Jury, der neben Vertretern der Stadt und des Bauvereins auch die Architekturprofessorin Kerstin Schultz von der Hochschule Darmstadt als externe Beraterin angehörte, entschied sich in den vergangenen Wochen dafür, dass der Holzsystembau-Anbieter B & O aus Chemnitz zusammen mit dem Darmstädter Architekturbüro Hirschmüllerschmidt sowie die Büros Hegger-Hegger-Schleiff aus Kassel, Bitsch + Bienstein aus Wiesbaden sowie das Darmstädter Büro Netzwerkarchitekten den Zuschlag für die Bebauung der jeweiligen Baufelder bekommen sollen. Welche Entwürfe auf den verbleibenden drei Baufeldern realisiert werden sollen, werde in der kommenden Woche entschieden, kündigte Bauvereinsvorstand Armin Niedenthal an, der auch für die Geschäftsführung der BVD New Living zuständig ist.

Die Darmstädter Baudezernentin Barbara Boczek (Grüne) sagte, mit dem „kleinen Wettbewerbsverfahren“ habe der Bauverein das Ziel verfolgt, in dem neuen Wohnquartier eine qualitätsvolle und abwechslungsreiche Architektur zu erhalten. Nach den Worten von Bernd Bärfacker, der beim Bauverein als Bereichsleiter für das Bau- und Projektmanagement zuständig ist, sollen die Architektenentwürfe jedoch nicht dem städtischen Gestaltungsbeirat zur Begutachtung vorgelegt werden.

Ludwigshöhviertel in Darmstadt: „Herkulesaufgabe“ für Bauverein-Tochter

Laut Bauverein-Vorstand bleibt ohnehin „nicht viel Zeit“, das Quartier zu bebauen. Die Verbilligungsrichtlinie der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) sieht vor, dass in vier Jahren die geförderten Wohnungen fertiggestellt werden müssen. Von den rund 3000 Wohnungen sind 630 für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen. Laut Niedenthal steht die Bauverein-Tochter nach der Entwicklung der Lincoln-Siedlung vor einer weiteren „Herkulesaufgabe“.

Die Entwürfe der ersten vier Gewinner lassen schon erkennen, dass viel mit dem Baumaterial Holz gearbeitet werden soll. Zudem sollen nicht nur Höfe, sondern auch Fassaden begrünt und Dachgärten angelegt werden. Gleichwohl werden in den nächsten Jahren auf dem bisherigen Kasernenareal etliche vier- bis fünfgeschossige Bauten entstehen, auf denen auch noch Staffelgeschosse vorgesehen sind.

Thilo Höhne vom Darmstädter Büro Netzwerkarchitekten berichtete etwa, dass sich die geplanten Baukörper um zwei Gemeinschaftshöfe gruppieren würden. Allerdings werden die großzügigen Freiflächen verschwinden, wenn in einer zweiten Bauphase das Wohnquartier weiter verdichtet werden soll.

Seit Ende März 2020 steht fest, dass auf allen sieben Baufeldern im Ludwigshöhviertel ausschließlich Entwürfe von Architekten aus Hessen realisiert werden.

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