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Erst 2021 kann Museumsdirektor Martin Faass das Mastodon wieder in Darmstadt präsentieren. 

Darmstadt

Höchstens 120 Besucher dürfen ins Hessische Landesmuseum Darmstadt

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Das Hessische Landesmuseum Darmstadt öffnet am Dienstag wieder seine Türen. Der Festakt zum 200-jährigen Bestehen des Hauses fällt aus, Sonderausstellungen werden verschoben.

Martin Faass ist die Freude sichtlich anzumerken. Die vergangenen Tage und Wochen waren für den Direktor des Hessischen Landesmuseums Darmstadt kein Vergnügen. Anstatt sich mit Hygieneplänen und einer Begrenzung von Besucherströmen in Zeiten der Corona-Krise zu beschäftigen, hätte Faass an diesem Samstag viel lieber Gäste zu einer Podiumsdiskussion über das Verhältnis zwischen Kunst und Politik begrüßt. Doch wegen der bestehenden Kontaktbeschränkungen muss sich Faass, der seit Anfang vorigen Jahres das Museum am Darmstädter Friedensplatz leitet, damit begnügen, dass sein Haus vom kommenden Dienstag, 12. Mai, an seine Türen zumindest für eine begrenzte Zahl von Besuchern wieder öffnen darf.

„Die letzten Wochen haben gezeigt, wie wichtig die Kultur für das Leben der Menschen ist“, sagt Faass. Die neu etablierten Onlineangebote hätten sich zwar einer großen Resonanz erfreut, doch das Museum lebe „vom Original, von den Besuchern und von der Begegnung“. Für Faass sind Museen ohnehin „wichtige gesellschaftliche Orte für den Austausch von Ideen, Wissen und Emotionen“. Und daher freue er sich, vom kommenden Dienstag an „wieder für unsere Besucherinnen und Besucher zurück zu sein“.

Die aktuelle Sonderausstellung „Kraftwerk Block Beuys“ wird noch mindestens bis zum 24. Mai gezeigt. Das Museum strebt aber eine Verlängerung an. Gespräche mit Leihgebern sind Faass zufolge bereits sehr positiv verlaufen.

Die Öffnung des Museums erfolgt am Dienstag entsprechend einem Hygieneplan, der nach behördlichen Vorgaben entwickelt worden ist. Die vorsorglichen Vorkehrungen für den Infektionsschutz umfassen auch eine Besucherbegrenzung, eine angepasste Besucherführung sowie eine stündliche Reinigung neuralgischer Punkte.

Maskenpflicht im Hessischen Landesmuseum Darmstadt

Die Abstandsregel von mindestens eineinhalb Meter muss eingehalten werden. Zudem müssen Besucher einen Mund-Nase-Schutz tragen. Dieser kann mitgebracht oder an den Kassen erworben werden.

Maximal 120 Menschen dürfen sich nach Angaben des Museums gleichzeitig im Haus aufhalten. Die Sonderausstellung „Kraftwerk Block Beuys“ dürfen maximal 20 Gäste gleichzeitig anschauen. Den „Block Beuys“, die Karl-Freund-Galerie und die Sammlung Simon Spierer dürfen aufgrund der entsprechenden Vorgaben maximal 40 Menschen gleichzeitig besuchen. In den Sammlungsräumen der Zoologie wird die Zahl auf höchstens 40 Besucher begrenzt.

Aus organisatorischen Gründen bleiben die Ausstellungsräume Laaxer Spange sowie Vor- und Frühgeschichte geschlossen, ebenso die Außenstelle der Abteilung Schriftguss, Satz und Druckverfahren. Media- oder Audioguides werden aufgrund der Hygienevorschriften nicht ausgehändigt. Der Museumsshop ist offen. Zum 25-jährigen Bestehen des Unesco-Weltnaturerbe Grube Messel wird im Museumsshop ein eigenes hergestelltes Craft-Bier als „Limited Edition“ angeboten.

Der für den 9. Juli geplante Festakt anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Landesmuseums fällt ebenfalls der Corona-Krise zum Opfer.

Die Ausstellung „Rembrandt Competition. Ein fürstlicher Wettstreit“, die vom 9. Juli bis 4. Oktober gezeigt werden sollte, entfällt. Die Präsentation zu „25 Jahre Unesco-Weltnaturerbe – Grube Messel“ wird erst vom 18. August an zu sehen sein. Die Schau „Carte Blanche für Tomás Saraceno“, die ursprünglich vom 26. Juni an gezeigt werden sollte, wird erst vom 25. September bis Ende Januar 2021 zu besichtigen sein.

Ebenso verschoben wird die Sonderausstellung über das Darmstädter Mastodon, das sich derzeit als Leihgabe in Washington befindet. Vorgesehen ist nun, das Mammutskelett vom 26. März 2021 an wieder zu präsentieren.

Nur die Ausstellung des Düsseldorfer Kunstpalasts mit Werken des im September 2019 verstorbenen Fotografen Peter Lindbergh wird, wie geplant, vom 4. Dezember an zu sehen sein.

https://www.hlmd.de

Zutrittsbeschränkungen auch im Museum Wiesbaden

Das Museum Wiesbaden wird am Dienstag, 12. Mai, wieder für Besucher geöffnet. 

Zum internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, wird in dem Kunst- und Naturmuseum eine große naturhistorische Sonderausstellung mit dem Titel „Schmetterlingen auf der Spur – Mit Illustrationen von Johann Brandstetter“ eröffnet. Die Schau wird bis zum 31. Januar gezeigt. 

Mit der Wiedereröffnung des Museums wird auch die Sammlungspräsentation „Jan Thomas – Kirchensaal. Intervention mit Kleinplastik“ zu sehen sein. Auf die geplante Studienausstellung „Bibliothek der Bäume“ muss dagegen noch etwas gewartet werden. 

Über die Verlängerungen der beiden Sonderausstellungen über den Genremaler Ludwig Knaus sowie das Künstlerpaar Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin“ wird derzeit verhandelt. 

Beim Besuch des Museums besteht künftig eine Maskenpflicht. Damit die Gäste ausreichend Abstand zueinander wahren können, wurde eine gesonderte Besucherführung konzipiert. 

Maximal 330 Menschen dürfen sich von Dienstag an im Museum aufhalten, vom 17. Mai an dann 360. Bei hohem Besucherandrang kann es zu temporären Schließungen kommen. 

Das Museumscafé „Café Mechtild“ bleibt weiterhin geschlossen.

https://museum-wiesbaden.de

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