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Darmstadt: Geschäftsführer des Gründerzentrums Hub31 abberufen

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Die Stadt Darmstadt und die Industrie- und Handelskammer nennen keine Gründe für den Abgang. Das Gemeinschaftsunternehmen soll nun strategisch weiterentwickelt werden.

Das im Westen Darmstadts ansässige Zentrum für Start-ups gilt als Vorzeigeprojekt der städtischen Wirtschaftsförderung. Vor zwei Jahren wurde das „Hub31“ als Gemeinschaftsunternehmen der Stadt und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt/Rhein-Main-Neckar gegründet. Das Technologie- und Gründerzentrum hat seinen Sitz im Gebäudekomplex des früheren Posttechnischen Zentralamts an der Hilpertstraße. Doch ganz so reibungslos scheint es hinter den Kulissen nicht zuzugehen.

Sebastian Harrach, der hauptamtliche von drei Geschäftsführern des Hub31, ist mit sofortiger Wirkung abberufen worden. Der Mathematiker und promovierte Philosoph hatte den Posten im Januar 2018 angetreten. Warum er gehen musste, ist unklar. Weder Sprecher der Stadt noch der IHK wollten sich auf Anfrage zu den Gründen äußern. Stadtsprecher Klaus Honold bestätigte nur die der FR bekannte Information, dass Harrach abberufen worden sei. Er verband dies mit dem Zusatz, man danke Harrach für die geleistete Aufbauarbeit und stehe zudem „in gutem Kontakt“ mit ihm.

Die Geschäfte werden nun von den beiden verbliebenen Geschäftsführern – dem Leiter des städtischen Amts für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Michael Kolmer, und Martin Proba, dem Leiter des Geschäftsbereichs Unternehmen und Standort bei der IHK – wahrgenommen.

Auch Proba wollte sich auf Anfrage nicht zur Abberufung Harrachs äußern. Der Prozess sei „noch nicht abgeschlossen“. Es sei normal, dass Geschäftsführer ab und zu wechseln. Der Betrieb laufe normal weiter, betonte Proba.

Die Darmstädter Stadtverordneten hatten während ihrer jüngsten Sitzung Ende Oktober einstimmig beschlossen, das Hub31 als Standort für Unternehmensgründungen strategisch weiterzuentwickeln. Gebilligt wurde ein zusätzlicher Zuschuss in Höhe von 125 000 Euro.

Gesellschaftszweck des Unternehmens ist es, lokale und regionale Unternehmensgründungen durch ein umfassendes Miet- und Leistungsangebot anzuregen und zu unterstützen sowie „als Knotenpunkt innerhalb der regionalen Start-up-Szene zu fungieren“. Diese Aufgabe habe das Hub31 „in der Kürze seiner Existenz bereits exzellent erfüllt“, heißt es in der entsprechenden Magistratsvorlage. Die Rede ist von einem „Leuchtturmprojekt für die gesamte (Gründer-)Region“. In der Vorlage heißt es aber auch, dass von den im Zentrum ansässigen Gründern die Rückmeldung gegeben worden sei, dass eine „zu hohe Zahl“ an Veranstaltungen ohne ausreichenden Bezug zur Gründer- und Technologieszene den Betrieb der Unternehmen störten. Geschäftsführer Proba sagte hierzu der FR, er habe von den Mietern des Hub31 eine gegenteilige Rückmeldung: Sie hätten gerne „eine Horizonterweiterung und noch mehr andere Themensetzungen“.

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