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Ein erstes Pflanzbeet neben dem Rosendom ist bereits neu eingefasst und umgestaltet worden.

Darmstadt

Freie Fahrt zum Rosendom in Darmstadt

Das Kulturdenkmal Rosenhöhe in Darmstadt wird nach und nach saniert.

Beim Blick auf den Rosendom und das Rosarium auf der Rosenhöhe kommt Stadträtin Barbara Akdeniz (Grüne) ins Schwärmen: Während drei Falken über dem Kulturdenkmal kreisen, berichtet die Darmstädter Umweltdezernentin, wie sie von ihrem Mann, dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Yücel Akdeniz, einst das erste türkische Wort gelernt habe. Dass „Yildiz“ auf Deutsch „Stern“ heißt, hat die Stadträtin bis heute nicht vergessen.

Das Gartenkunstwerk Rosenhöhe schätzt nicht nur das Ehepaar Akdeniz. Der Park ist ein wichtiger Erholungsort für alle Darmstädter und – neben der Mathildenhöhe und der Orangerie im Stadtteil Bessungen – auch eine Attraktion für viele Besucher der Stadt.

Die Stadt hatte die ursprünglich großherzogliche Anlage Anfang der 1980er Jahre vom Haus Hessen übernommen – in einem zum Teil zerstörten und völlig verwilderten Zustand. Nach und nach, so berichtete am Mittwoch Doris Fath, die Leiterin des städtischen Grünflächenamts, bei einem Rundgang, sei das Kulturdenkmal auf der Grundlage von historischen Plänen wiederhergestellt worden.

Um 1810 ließ Großherzogin Wilhelmine, die Gattin von Großherzog Ludwig II., den Park Rosenhöhe von Michael Zeyher, einem Gartenbaudirektor aus Schwetzingen, auf dem Gelände eines ehemaligen Weinbergs im Stil der englischen Gärten mit vielen seltenen Bäumen und Sträucher anlegen.

Das Rosarium – das jetzige Herzstück des Parks – wurde von Großherzog Ernst Ludwig Anfang des vorigen Jahrhunderts geschaffen.

Inzwischen, so Akdeniz und Fath, benötige das Herzstück des Parks – das Rosarium – mit den dortigen Mauern, Wegen und Pflanzbeeten wieder eine grundlegende Erneuerung. Das Grünflächenamt hat hierfür ein Sanierungskonzept entwickelt, das in den nächsten drei Jahren Stück für Stück realisiert werden soll. Vorgesehen ist, flächendeckend ein ressourcenschonendes Bewässerungssystem zu installieren und die Beete rund um den Rosendom neu zu gestalten. Der Weg zum Rosendom wurde bereits mit kleinen Rampen barrierefrei gestaltet, damit auch Menschen mit Rollstühlen, Rollatoren oder Kinderwagen das Rosarium besichtigen können. Die Sanierungsarbeiten werden nach den Worten Fahts von der städtischen Ausbildungskolonne im Garten- und Landschaftsbau abschnittsweise realisiert. Neben Routinearbeiten unterstützen auch die städtischen Gärtner die Kolonne bei Rodungs- und Pflanzarbeiten. Danach kümmern sie sich um die Pflege der sanierten Bereiche.

Seit Sommer vergangenen Jahres wurden Fath zufolge etwa die lockeren Sandsteinplatten am Seerosenbecken komplett mit neuem Spezialkleber befestigt und die farbigen Staudenbeete am Eingang zum Rosarium neu bepflanzt. Die ursprüngliche Aufteilung in Blau, Gelb und Rot wurde beibehalten.

Am Rosendom ist die erste von vier quadratischen Parzellen erneuert worden. Auch auf den anderen drei Quadranten ist geplant, aus Abbruchmaterial vom früheren Gelände des Entsorgungsbetriebs im Stadtteil Bessungen Trockenmauern anzulegen und den inzwischen nährstoffarmen Boden auszutauschen. Die trapezförmigen Rosenbeete erhalten eine Einfassung aus Stahlbändern, so dass das zeitaufwendige Mähen der Rasenkanten künftig entfällt und die charakteristische Geometrie der Anlage besser als bisher zur Geltung kommt. Als Ergänzung zu den Rosen und entsprechend historischen Vorbildern erhalten die Ränder der Beete eine floristische Bordüre mit kompakt wachsenden Blumen.

Der Förderverein Park Rosenhöhe hat in den vergangenen beiden Jahren der Stadt rund 35 000 Euro für Bänke, Pflanzungen, Metallbandeinfassungen sowie für Erde, Pflanzgefäße und die Sanierung einer Plastik zur Verfügung gestellt. Die Stadt selbst stellt jedes Jahr 50 000 Euro für die Arbeiten im Haushalt bereit.

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