In die Jahre gekommen: Die zentrale Wache der Darmstädter Berufsfeuerwehr an der Bismarckstraße.
+
In die Jahre gekommen: Die zentrale Wache der Darmstädter Berufsfeuerwehr an der Bismarckstraße.

Darmstadt

Darmstadt: Eine neue Feuerwache im Grünen

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
    schließen

Der Magistrat in Darmstadt beschließt den Entwicklungsplan für die Feuerwehr mit einer Zwei-Wachen-Struktur. Kritik gibt es am geplanten Standort im Süden, für den Kleingärten weichen müssten.

Nach mehreren Jahren der Planung hat der Darmstädter Magistrat einen Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Darmstädter Feuerwehr verabschiedet. Der Plan sieht nach einer Mitteilung von Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und dem für den Brandschutz zuständigen Bürgermeister Rafael Reißer zwei Standorte für die Berufsfeuerwehr und einen neuen Standort für die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt vor.

Die bisherige zentrale Feuerwache der Berufsfeuerwehr an der Bismarckstraße ist in die Jahre gekommen. Die Gebäude befinden sich teils in marodem Zustand. Und auch der wenige Hundert Meter entfernte Standort der Freiwilligen Feuerwehr Darmstadt-Innenstadt, der sich in einem Wohngebäude an der Kasinostraße befindet, entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen, zumal auch die Räume inzwischen zu klein sind.

Darmstadt: Je eine neue Feuerwache im Norden und Süden

Vorgesehen ist laut dem Magistratsbeschluss, die neue „Feuerwache Nord“ auf einem Gewerbegrundstück im Nordwesten der Stadt, zwischen der Gräfenhäuser Straße, der Pfnorstraße und den Bahngleisen direkt am neu gebauten Carl-Schenck-Ring, zu errichten. Die „Feuerwache Süd“ soll im Bereich der Rüdesheimer Straße, des Donnersbergrings und der Karlsruher Straße (Bundesstraße 3) entstehen. Für dieses Gebiet soll nun nach Angaben der Stadt ein Masterplan erarbeitet werden.

Das rund 30 000 Quadratmeter große Areal im Norden der Innenstadt wäre groß genug und böte auch noch Platz für Erweiterungsmöglichkeiten. Das Einsatzgebiet der Wache Süd soll die Innenstadt und bis nach Darmstadt-Eberstadt reichen.

Die Freiwillige Feuerwehr Innenstadt soll nach den Vorstellungen des Magistrats nicht in eine der beiden Hauptwachen integriert werden. Vielmehr sollen drei Standortoptionen an der Bismarckstraße, am Sensfelder Weg und der Otto-Röhm-Straße untersucht werden.

IG will Kleingärten retten

Oberbürgermeister Partsch äußerte in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Darmstädter Stadtentwicklungsgesellschaft, die in Abstimmung mit der Feuerwehr für die Planung der Bauvorhaben zuständig ist, dass eine so stark wachsende Stadt wie Darmstadt mit ihren vielen internationalen Forschungseinrichtungen und Unternehmen eine „hoch qualifizierte und bestens ausgerüstete Feuerwehr“ benötige. Der Entscheidung für die beiden Berufsfeuerwehrstandorte sei „ein komplexer und vielschichtiger Prozess“ gewesen, der von ganz unterschiedlichen und keineswegs immer einfachen Anforderungen und Notwendigkeiten geprägt gewesen sei. Mit der Zwei-Wachen-Struktur könne auch gewährleistet werden, dass die Feuerwehr rechtzeitig am jeweiligen Einsatzort eintreffe und auch weitere Unterstützung angefordert werden könne, äußerte Bürgermeister Reißer.

Kritik am geplanten Standort im Süden kommt von der Intereressengemeinschaft (IG) Bessunger Kiesgrube. Der IG-Vorsitzende Martin Brühl kritisierte in einer Mitteilung, die Stadt wolle eine „Kleingartenanlage mit all ihrem ökologischen Nutzen“ für den Bau der Feuerwache „opfern“. Brühl bemängelt auch, dass der „durchaus intelligente Vorschlag“ von Bürgermeister Reißer, die Wache auf der anderen Straßenseite auf dem ehemaligen TÜV-Gelände zu errichten, nicht weiterverfolgt worden sei, weil dort neue Wohnungen entstehen sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare