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Ein Eigenbetrieb der Stadt Darmstadt soll ein neues Geschäftsfeld aufbauen, um die maschinelle und großküchentaugliche Versorgung mit Bio-Kartoffeln in der Region sicherzustellen.

Schulverpflegung

Mehr Bio-Essen für alle Schüler in Darmstadt

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Eigenbetrieb EAD soll perspektivisch alle Schulen in Darmstadt mit Mahlzeiten beliefern. Der Anteil an fair gehandelten, regionalen und biologisch hergestellten Produkten bei der Schulverpflegung soll auf 50 Prozent steigen. Zudem entstehen in der Stadt neue Küchen an Schulen.

Von A wie Abfall bis Z wie Zoo“ lautet der Werbeslogan des EAD, den Besucher von Heimspielen der Darmstädter Lilien regelmäßig im Stadion am Böllenfalltor zu hören bekommen. Die Abkürzung EAD steht inzwischen für „Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen“, der in diesem Jahr seit 25 Jahren besteht. Doch das frühere Fuhr- und Reinigungsamt ist noch weithin als „Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und Stadtreinigung der Stadt Darmstadt“ bekannt. So hieß der EAD nämlich bis 2011.

Weniger bekannt ist in der Stadt hingegen, dass der EAD nach einer zweijährigen Pilotphase seit 2017 dauerhaft drei Schulmensen betreibt und jeden Tag zirka 1000 Essen an acht Schulen in der Stadt ausliefert. Perspektivisch sollen nun alle 42 Darmstädter Schulen vom EAD mit Mittagessen versorgt werden. Das hat das Stadtparlament mit den Stimmen der Koalition aus Grünen und CDU, dem Kooperationspartner Uffbasse sowie den Fraktionen von SPD und Linken sowie einer Stimme aus den Reihen der FDP während der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Zudem soll der Magistrat laut dem Beschluss den Eigenbetrieb beauftragen, in Abstimmung mit dem Schulamt neue Produktionsstätten zu akquirieren. Der EAD soll überdies beauftragt werden, ein Bestell- und Abrechnungssystem anzuschaffen, um eine direkte Bestellung und Abrechnung der Mittagessen durch die Erziehungsberechtigten zu ermöglichen.

Darmstadt: Ausweitung der Bio-Produkte soll überwacht werden

Gegen die Stimmen von drei AfD-Stadtverordneten und bei Enthaltung der Fraktion Uwiga, eines AfD-Stadtverordneten sowie eines nun fraktionslosen Stadtverordneten, der einst der AfD-Fraktion angehörte, beschloss das Stadtparlament zudem auf Initiative von Grünen und CDU, den Anteil von biologisch angebauten, fair gehandelten und regionalen Produkten bei der Mittagsverpflegung durch den EAD schrittweise auf 50 Prozent verbindlich zu erhöhen. Die Ausweitung der Bio-Produkte soll durch ein entsprechendes Monitoring überwacht werden.

Zudem soll der EAD seine Bemühungen um eine Bio-Zertifizierung für den Bereich der Speisenversorgung nach den europaweit geltenden Verordnungen weiter verfolgen. Der Eigenbetrieb Werkstätten und Wohneinrichtungen soll zudem laut dem Ergänzungsantrag prüfen, ob ein neues Geschäftsfeld „Verarbeitung von Bio-Kartoffeln“ aufgebaut werden kann. Derzeit gibt es in Südhessen nämlich keine ausreichenden Kapazitäten für die maschinelle und großküchentaugliche Verarbeitung von Bio-Kartoffeln, obwohl Kartoffeln neben Nudeln und Reis einen Hauptbestandteil der Speisenversorgung darstellen.

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