Im Ludwigshöhviertel werden fast alle Kasernenbauten abgerissen. 
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Im Ludwigshöhviertel werden fast alle Kasernenbauten abgerissen.

Darmstadt

Der Bauverein wappnet sich für die Zukunft

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Das Immobilienunternehmen der Stadt Darmstadt, das im vorigen Jahr Umsatz und Überschuss gesteigert hat, versteht sich zunehmend als „Lebensraummanager“.

Sybille Wegerich und Armin Niedenthal, die beiden Vorstandsmitglieder der Bauverein AG, sind mit dem Ergebnis für das Geschäftsjahr 2019 mehr als zufrieden. Während Wegerich von einem „guten Jahr“ spricht, setzt Niedenthal noch einen drauf und meint, es sei sogar ein „herausragendes Jahr“ gewesen.

Das städtische Immobilienunternehmen hat im vorigen Jahr kräftig in Neubauvorhaben und Großmodernisierungen investiert und einen Jahresüberschuss von knapp 15,5 Millionen Euro erwirtschaftet. 2018 lag der Überschuss knapp zweieinhalb Millionen niedriger, 2017 gab es mit 15,6 Millionen Euro ein leicht besseres Ergebnis. Der Umsatz stieg von 121,8 Millionen Euro im Jahr 2018 auf nun 127,9 Millionen Euro. Mit acht Millionen Euro wird das Unternehmen vier Millionen Euro weniger an seine Eigentümer ausschütten.

Bauverein AG

In Darmstadt besitzt der Bauverein-Konzern 12 761 Wohnungen, davon sind 5024 gefördert.

Die durchschnittliche Miete einer Bauverein-Wohnung betrug 2019 pro Quadratmeter 6,90 Euro (2018: 6,69 Euro).

366 neue Wohnungen wurden 2019 fertiggestellt und 185 modernisiert.

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn auf 201 erhöht. jjo

7,4 Millionen Euro sollen den Rücklagen zugeführt werden, um für weitere Investitionen gewappnet zu sein. Bei der Bauverein AG – dem Kernunternehmen des Bauverein Konzerns, zu dem weitere Gesellschaften wie etwa ein Mess- und Regeldienstleister oder ein gemeinsames Contracting-Unternehmen mit dem Versorger Entega zählen – liegt die Eigenkapitalquote inzwischen bei 35,4 Prozent.

Die Bauverein AG hat das vergangene Jahr nach den Worten von Wegerich und Niedenthal dazu genutzt, „um sich weiter für die Aufgaben der Zukunft zu rüsten“. Das Unternehmen verstehe sich zunehmend als „Lebensraummanager“, weil es inzwischen weit mehr bereitstelle als nur Wohnraum. Über die historische Dimension des Begriffs „Lebensraum“, der von den Nazis politisch missbraucht wurde, habe man sich „keine Gedanken gemacht“, sagte Wegerich auf Nachfrage der FR.

Ende dieses Jahres soll nach Angaben Niedenthals mit den Erschließungsarbeiten im Ludwigshöhviertel begonnen werden. Dort sollen auf dem ehemaligen Kasernengelände auf einem 34 Hektar großen Areal 1400 Wohnungen für 3000 Menschen entstehen.

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