Aus der Hand von Helmut Lortz stammt auch das Logo für die Berliner Funkausstellung.
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Aus der Hand von Helmut Lortz stammt auch das Logo für die Berliner Funkausstellung.

Darmstadt

Darmstadt: Hommagen an den Maler, Grafiker und Heinerfest-Illustrator Helmut Lortz

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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In Darmstadt wird bis Jahresende mit mehreren Ausstellungen an den Allroundkünstler Helmut Lortz erinnert, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Das künstlerische Credo von Helmut Lortz war schlicht und zugleich prägnant: „Wer Augen hat zu sehen, der zeichne!“, lautete die Aufforderung des langjährigen Hochschulprofessors, von dem etwa das Logo für die Berliner Funkausstellung mit der markanten Seitenansicht eines Kopfes stammt, dessen Konturen in einen Bildschirm übergehen.

Aus Anlass des 100. Geburtstags des 2007 in Darmstadt gestorbenen Allroundkünstlers wird derzeit gleich mit vier Ausstellungen an Lortz erinnert, der erst Anfang des Monats vom Förderverein Darmstädter Heiner postum zum „Bekennenden Heiner“ ernannt worden war. Der Begriff „Heiner“ ist der Inbegriff des „echten Darmstädters“. Im Herbst und Winter sind zudem sechs weitere Ausstellungen in Darmstadt geplant.

Helmut Lortz zeichnete die Heinerfest-Maskottchen

Bis heute ist Lortz als Gestalter der Heinerfest-Plakate mit den liebevoll gezeichneten Figuren des Heinerbuben und des Heinermädels in Darmstadt präsent. Kurz vor seinem Geburtstag, der sich am 25. April zum hundertsten Mal gejährt hätte, war zu seinen Ehren auch eine Heinerampel am Übergang des Hessischen Landesmuseums zum neu gestalteten Friedensplatz installiert und in Betrieb genommen worden.

Öffnungszeiten

In den Büroräumen der Druckerei Reinheimer und des Justus von Liebig-Verlags, Gagernstraße 7-9, ist noch bis zum 24. Juli die Ausstellung „Lortz & Reinheimer“ zu sehen.

In der Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8, wird an den „Allroundkünstler“ Lortz noch bis zum 25. Juli erinnert. 


Das Intef, Friedensplatz 11, hat dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr, sonntags bis 14 Uhr geöffnet.

Das Kunst Archiv Darmstadt, Kasinostraße 3, ist dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 13 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr geöffnet. 

Gleich ein paar Schritte von der Fußgängerampel entfernt befindet sich im Waben-Gebäude das Institut für Neue Technische Form (Intef), das Lortz in einer Ausstellung als „prägendsten Gebrauchsgrafiker der Nachkriegszeit“ würdigt. Gezeigt werden dort von Lortz entworfene markante Signets, Buchumschläge und Buchreihen sowie Kataloge, Illustrationen, Grafiken, Zeichnungen und private Skizzenbücher.

Erinnert wird auch an den Plakatkünstler Lortz, der für die vielbeachtete Reihe „Darmstädter Gespräche“ gesellschaftliche Themen visualisierte und für die Darmstädter Sezession künstlerische Positionen aufgriff und plakativ vermittelte.

Schüler erweisen ihrem Hochschullehrer ihre Reverenz

Als Hochschullehrer prägte Lortz mehr als drei Jahrzehnte lang etliche Studierende, von denen einige im Intef ihre Hommagen für ihren hochgeschätzten Lehrer zeigen. Lortz leitete zwischen 1952 und 1959 die Klasse Gebrauchsgrafik an der Werkkunstschule Darmstadt und wirkte zwischen 1959 und 1986 als Professor für experimentelle Grafik an der Hochschule für bildende Kunst in Berlin.

Nur wenige Schritte vom Intef entfernt zeigt Claus K. Netuschil in seiner Galerie unter dem Titel „Herz und Hand, Glück und Verstand“ Zeichnungen, Pastelle, Papierschnitte, Druckgrafiken sowie „Frühes, Seltenes und Spätes“ von Helmut Lortz.

Netuschil hat auch die zweigeteilte Ausstellung „Erzählende Linie. Zeichnungen und Druckgrafik um 1950“ sowie „Ein Saustall als Atelier“ im „Kunst Archiv“ (im Kennedy-Haus) konzipiert und zugleich zwei Kataloge herausgegeben.

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