Gängelung

Darmstadt: Anti-Corona-Initiative lenkt nach Bericht ein

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Der Initiator der „Querdenken“-Demos gegen Corona-Beschränkungen steht wegen der Gängelung von Journalisten in der Kritik. Nun lenkt er ein.

Der Stuttgarter Initiator der bundesweiten „Querdenken“- Demos gegen Corona-Beschränkungen, Michael Ballweg, hat auf die Kritik von Presseverbänden an der Gängelei von Journalisten reagiert: „Kritik ist angekommen und auch gerechtfertigt. Es war nie unsere Intention, Privatadressen von Journalisten zu erfassen“, sondern die Adresse des Mediums, schrieb Ballweg der Frankfurter Rundschau. Diese hatte über das Gebaren der Initiative berichtet, von Journalisten ein Formular mit persönlichen Daten zu verlangen, bevor Presseanfragen beantwortet werden.

Man habe das Formular entsprechend angepasst und die lokalen Initiativen informiert, schreibt Ballweg. Auf Veranstaltungen weise er darauf hin, dass „wir eine friedliche Bewegung sind und die Pressevertreter Teil unserer Versammlung sind“. Man möge die Presse „freundlich behandeln“.

Der Deutsche Presserat hatte der Initiative „große Vorurteile gegenüber Journalisten“ attestiert. Insbesondere die geforderte Verpflichtung, dass keine Zensur stattfinde, verkenne, dass Journalisten Zensur nicht ausüben, sondern deren Opfer sind. Dieser Passus ist nun weggefallen, Journalisten sollen sich nun nur noch verpflichten, „wahrheitsgemäß, unparteiisch und vollständig“ zu berichten.

Derzeit gibt es elf regionale „Querdenken“-Initiativen. Die erste im Rhein-Main-Gebiet wurde in Darmstadt gegründet und hat mehr als 740 Mitglieder. Zu ihrer Demo vergangenen Samstag kamen laut Polizei 600 Personen. 

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