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An der Frankfurter Landstraße in Arheilgen sollen auf und neben einer neuen Aldi-Filiale 15 Wohnungen entstehen. plan B architekten

Wohnungsbau

Darmstadt: Aldi will Filiale und Sozialwohnungen in Arheilgen bauen

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Das Stadtparlament in Darmstadt stimmt für die Planung zum Bau einer umstrittenen zweiten Filiale des Discounters Aldi und eines Wohnhauses mitten im Zentrum des Stadtteils Arheilgen.

Der Discounter Aldi darf die Planung zum Bau einer zweiten Filiale im Zentrum des Darmstädter Stadtteils Arheilgen weiter vorantreiben. Mit den Stimmen der Koalition aus Grünen und CDU, dem Kooperationspartner Uffbasse sowie einer Stimme aus den Reihen der Fraktion Uwiga hat die Stadtverordnetenversammlung einem entsprechenden Antrag des Discounters zur Einleitung eines Verfahrens für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan zugestimmt. 

Aldi plant, auf einem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Frankfurter Landstraße und der Darmstädter Straße einen Lebensmittelmarkt mit einer Verkaufsfläche von maximal 1050 Quadratmetern und eine Tiefgarage mit 41 Stellplätzen zu errichten. 

Aldi-Markt in Arheilgen: 15 Wohnungen geplant

Zudem sollen über und neben dem Aldi-Markt 15 Wohnungen entstehen. Geplant sind Zwei- bis Vierzimmerwohnungen mit Küche, Bad und Balkon. Die Wohnungen über dem Markt, der an der Frankfurter Landstraße entstehen soll, sollen barrierefrei erschlossen werden. Insgesamt sollen acht öffentlich geförderte Wohnungen entstehen. Damit wird die von der Stadt vorgegebene Quotenregelung für den sozial geförderten Wohnungsbau sogar noch übertroffen. Gleichwohl ist das Vorhaben in Arheilgen sehr umstritten.

Stadtplanungsdezernentin Barbara Boczek (Grüne) wies während der Sitzung des Stadtparlaments Behauptungen von Rednern aus den Reihen der Oppositionsfraktionen zurück, dass „kein Mensch“ den Markt in dem Stadtteil wolle. Die Stadträtin wies darauf hin, dass der Bauherr und das zuständige Architekturbüro Plan B Anregungen des städtischen Gestaltungsbeirats aufgegriffen hätten. So sei etwa die Form der Dächer und die Firsthöhe und die für den Bau der Gebäude geplanten Materialien geändert worden, so dass sich die Bauten künftig „gut in die Umgebung einpassen“ würden, sagte Boczek. Auch habe der Investor gemäß der aktuellen Stellplatzsatzung auf Parkplätze verzichtet, pflanze neue Bäume und plane die Begrünung des Grundstücks, der Gebäudefassaden sowie der Dächer.

Arheilgen: „Aldi pflanzt sich brutal in den Ortsteil“

Die parteilose Stadtverordnete Martina Hübscher-Paul, die Mitglied der Fraktion Die Linke ist, kritisierte hingegen die Planung als „unausgewogen und konfliktbeladen“. „Aldi pflanzt sich brutal in den Ortsteil“, äußerte Hübscher-Paul. Der aus Arheilgen stammende SPD-Stadtverordnete Tim Sackreuther monierte, einen Dialog mit der Bürgerschaft über die Frage, welche Geschäfte im Arheilger Ortszentrum benötigt würden, habe es nicht gegeben. 

„Hier wird nachhaltig an den Interessen und Bedürfnissen im Stadtteil vorbeientwickelt“, sagte Sackreuther. Sprecher der grün-schwarzen Koalition wiesen diesen Vorwurf jedoch zurück.

Unterdessen ist der Bio-Händler Alnatura vom Radclub ADFC als besonders fahrradfreundlich ausgezeichnet worden.

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