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Benötigt keine schmutzigen Masken von selbsternannten Querdenkern: Darmstadts OB Jochen Partsch.

Darmstadt

Keine Spur vom Absender

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Nach der Zusendung von schmutzigen Mund-Nase-Bedeckungen an Darmstadts OB Jochen Partsch sehen die Ermittler bislang keine Verbindungen zur Gruppe „Querdenken“, was jedoch verwundert.

Vier Wochen, nachdem der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) ein Päckchen mit mutmaßlich gebrauchten Mund-Nase-Bedeckungen zugesandt bekommen hat, ist noch nicht geklärt, wer das Päckchen ins Rathaus geschickt hat. Als Absender waren nach einer Mitteilung der Stadt nur die Worte „Ihre ehemaligen Wähler“ vermerkt. Die anonyme Paketsendung hatte eine Mitarbeiterin des OB entgegengenommen und geöffnet. Ob die Masken tatsächlich getragen worden waren und ob von ihnen eine Infektionsgefahr ausgeht, wird derzeit mit aufwendigen Untersuchungen überprüft. OB Partsch hat, wie berichtet, Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet.

Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau hat Oberstaatsanwalt Jens Neubauer, der stellvertretende Pressesprecher der Darmstädter Staatsanwaltschaft, mitgeteilt, dass die Ermittlungen, insbesondere die virologische Untersuchung der Masken, derzeit noch andauern. Auch die Absender des Päckchens „konnten bislang nicht identifiziert werden“, so Neubauer. Zudem habe eine Verbindung zu Vertretern der Gruppierung „Querdenken“ nach aktuellem Ermittlungsstand nicht festgestellt werden können.

Letzteres verwundert jedoch. Denn nach FR-Recherchen entlarven verdächtige Telegram-Chats die Gruppe „Querdenken (615 – Darmstadt)“ als Initiatoren des Masken-Päckchens. Entsprechende Hinweise mit den Namen eines Maskenspenders und einer Frau, die als Absenderin des Päckchens in Betracht kommt, liegen der Polizei nach Informationen der FR auch vor. Der Hinweisgeber wurde bislang allerdings nicht von den Ermittlern kontaktiert.

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