Fontänenreicher Fassbieranstich mit OB Partsch auf dem Karolinenplatz in Darmstadt.
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Fontänenreicher Fassbieranstich mit OB Partsch auf dem Karolinenplatz in Darmstadt.

Darmstadt

City-Sommer in Darmstadt beginnt mit Tuk-Tuk-Heinerfest

  • Jonas Nonnenmann
    vonJonas Nonnenmann
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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
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Die Schausteller verkaufen bis zum 16. August Essen und Getränke auf zentralen Plätzen in Darmstadt. Fassbieranstich auf dem Karolinenplatz erinnert an die 70. Auflage des Heinerfestes, die wegen der Corona-Pandemie nun erst im nächsten Jahr stattfinden soll.

Zur Unterstützung von Schaustellern und Einzelhändlern beginnt an diesem Freitag, 3. Juli, der „Darmstädter City-Sommer“. Ausgewählte Schausteller können laut Stadt bis zum 16. August auf dem Friedensplatz, dem Karolinenplatz, an der Stadtmauer am Hinkelsturm und auf dem Parkplatz Oberwaldhaus ihr Sortiment zum Verkauf anbieten. Bewerber mussten ein Hygienekonzept vorlegen. Angeboten werden unter anderem Crêpes und Süßwaren am Friedensplatz, Flammkuchen und Wein am Karolinenplatz sowie Heliumballons auf dem Friedensplatz.

Für den Zeitraum, für den das Weinfest in der Wilhelminenstraße geplant war, soll es ein To-Go-Angebot auf dem Friedensplatz geben. Am 5. und 6. September werden dort Winzer ihre Weine in Flaschen zum Verkauf anbieten. Trinken müssen die Kunden den Wein allerdings an einem anderen Ort.

Darmstädter City-Sommer als Alternative zum Weinfest

„Mit der Aktion Darmstädter City-Sommer und einer Weinfest-Alternative wollen wir [...] den Bürgerinnen und Bürgern trotz der für uns alle schwierigen Corona-Zeit eine gewisse Festkultur ermöglichen, bevor wir hoffentlich bald wieder gemeinsam vor Ort feiern können“, sagt Oberbürgermeister Partsch (Grüne). Je nach Pandemieverlauf und Vorgaben von Bund und Land werde die Stadt die Absage weiterer Veranstaltungen prüfen.

Unterstützung für Schausteller: Darmstadt ändert Marktordnung

Um Schausteller zu unterstützen, hat die Stadtverordnetenversammlung außerdem eine Änderung der Marktordnung beschlossen und das Sortiment des Wochenmarkts erweitert. Der Beschluss sieht vor, dass auch zubereitete Speisen und alkoholische Getränke aus eigener Erzeugung auf dem Wochenmarkt angeboten werden dürfen.

Durch die Lockerung können Foodtrucks, Craftbierbrauereien, Apfelweinkeltereien und Winzer zugelassen werden. Die neue Regelung ist das Ergebnis von Gesprächen der Stadt mit Vertretern von Schaustellern und Gastronomen.

Darmstadt: Heinerfest fällt aus, Fassbieranstich aber nicht 

Obwohl die 70. Auflage des Darmstädter Heinerfestes in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer fällt, gab es am frühen Donnerstagabend dennoch einen Fassbieranstich in der Darmstädter Innenstadt. Auf dem Karolinenplatz traf sich eine Runde mit etwa 30 Gästen - darunter auch Markus Iseli aus der schweizerischen Partnergemeinde Saanen sowie einige Sponsoren des Innenstadtfestes, das ursprünglich von Donnerstag bis Montag stattfinden sollte.

Nach Begrüßungen mit den Ellenbogen oder mit höflichen Verbeugungen äußerte der langjährige Chef der Darmstädter Brauerei und Heinerfest-Präsident Wolfgang Koehler, dies sei der „mit Abstand gespenstischste Bieranstich“, den er jemals erlebt habe. Zwar sei die Corona-Krise für viele Menschen derzeit eine nie da gewesene und große Herausforderung. Aber es gelte, auch diese Krise gemeinsam zu meistern. Zuversichtlich äußerte Koehler: „Wir lassen uns die Liebe zu unserer Heimatstadt, zu unserem Heinerfest, zum Feiern, Freunde treffen und Karussell fahren nicht kaputtmachen“. Die Mut machende Botschaft des Festpräsidenten lautete denn auch: „Wir Heiner lassen uns nicht unterkriegen. Passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf, verlieren Sie nicht den Mut und Ihren Optimismus.

OB Partsch: „Darmstadt hat Charakter und lässt sich nicht unterkriegen“

OB Partsch erinnerte daran, dass das erste Heinerfest 1951 nur sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gefeiert worden sei. Es sei nach wie vor „ein Fest der Lebensfreude und des Lebenswillens dieser Stadt“, sagte Partsch, der davon sprach, dass bei den Schaustellern derzeit reichlich Existenzangst zu spüren sei. „Darmstadt hat Charakter. Darmstadt hat Humor, lässt sich nicht unterkriegen, ist kreativ und innovativ“, sagte Partsch, der mehr kräftige Schläge als sonst benötigte, um den Zapfhahn in die Öffnung des von der Brauerei Grohe angelieferten Bierfasses zu hämmern. Das Ergebnis war eine ordentliche Bierfontäne, die sich auch auf Hose und Hemd des OB ergoss.

Tuk-Tuk-Heinerfest in Darmstadt

Kreativ ist auch das Team des Fördervereins Darmstädter Heiner, dass alljährlich das Heinerfest veranstaltet. Seit einigen Wochen fährt ein knallrot lackierter dreirädriger Kleintransporter Ape des italienischen Herstellers Piaggio durch die Stadt, um als „Tuk Tuk“ und rollendes Maskottchen für das Darmstädter Traditionsfest zu werben. Zudem hat der Förderverein ein kleines Programm mit einem Volksliedersingen am Freitagabend, einem Golfturnier am Samstag, einer Miniaturheinerfest-Ausstellung am Samstag auf dem Marktplatz einem Gottesdienst am Sonntag sowie weitere Musik- und Mundartveranstaltungen zusammengestellt. 

Beim Fassbieranstich auf dem Karolinenplatz rief OB Partsch daher am Donnerstagabend auch nicht aus, dass die 70. Auflage des Heinerfestes eröffnet sei, sondern „das erste und letzte Tuk Tuk-Heinerfest“. Die „Stärke und Liebenswürdigkeit“, die die Stadt und das Heinerfest ausmache, werde auch künftig fortbestehen, äußerte Partsch. 

Programm des Tuk-Tuk-Heinerfestes

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