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Molotowcocktail durchs Fenster geworfen: Prozessauftakt in Darmstadt

Darmstadt

Brandanschlag in Ober-Ramstadt: Angreifer soll Psychose haben

Ein 35-Jähriger steht wegen versuchten Mordes vor dem Darmstädter Landgericht. Der Gutachter empfiehlt Einweisung in Psychiatrie.

Weil er seinem Nachbarn einen brennenden Molotowcocktail durchs Fenster geworfen haben soll, muss sich seit Dienstag ein 35-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht in dem Verfahren vor dem Landgericht Darmstadt davon aus, dass der Beschuldigte aus Ober-Ramstadt (Kreis Darmstadt-Dieburg) während der Tat eine Psychose hatte. Der Mann sei schuldunfähig und solle in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen werden.

Anschlag in Ober-Ramstadt: Brandsatz zerbarst nicht

Das Fachwerkhaus brannte bei der Tat im Oktober 2019 zum Glück nicht ab, weil die Flasche mit dem Benzin nicht zerbarst. Der zufällig anwesende Hausbesitzer, ein 31 Jahre alter Familienvater, konnte den Brandsatz wieder aus dem Fenster werfen. Er landete auf der Straße.

Der Beschuldigte behauptete, dass der Nachbar mit seiner Familie gezielt neben ihm eingezogen sei, um ihn zu provozieren. Im Laufe der Verhandlung bestritt der 35-Jährige, eine Psychose zu haben. „Ich habe keine Erscheinungen“, sagte er. „Was ich mache ist normal, was andere machen ist nicht normal.“ Der psychiatrische Gutachter diagnostizierte beim Beschuldigten hingegen eine Schizophrenie mit Halluzinationen. Bei ihm fehle jede Krankheitseinsicht, weswegen er auch Medikamente ablehne. Der Gutachter empfahl, den Mann einzuweisen.

Der Beschuldigte war 2014 wegen gefährlicher Körperverletzung zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hatte einem entfernten Bekannten in den Rücken geschossen und ihn dabei schwer verletzt. Der psychiatrische Gutachter geht davon aus, dass die Psychose damals schon vorlag, aber nicht erkannt worden sei.

Der Prozess wird am 7. April um 10.00 Uhr in Darmstadt fortgesetzt. (dpa)

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