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Mit einem Schwerlastkran wurde am Mittwoch die erste Treppe an ihren neuen Platz gehievt.

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Darmstadt: Umbau der neuen Tribüne am Böllenfalltor schreitet voran

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Unklar ist noch, ob bis zum Saisonbeginn alle Stehplätze zur Verfügung stehen.

Um kurz nach 11 Uhr am Mittwoch war es im Stadion am Böllenfalltor endlich so weit: Mit Hilfe eines Schwerlastkrans hievten Bauarbeiter ein knapp fünf Meter langes Betonelement mit zwölf Treppenstufen an seinen neuen Platz im Unterrang auf der Gegengeraden. Die Arbeiter mussten zwar noch einige Handgriffe erledigen und einen Winkelschleifer anwerfen, aber nach einiger Zeit war das erste Fertigteil an seinem Platz.

Nur einige Stunden nach dem erfolgreichen Saisonabschluss und dem 1:0-Heimsieg der Lilien gegen Erzgebirge Aue war bereits am Montag damit begonnen worden, den noch bis zuletzt genutzten Gästeblock der Gegengerade abzutragen. Michael Weilguny, der Geschäftsführer der SV Darmstadt 98 Stadion GmbH, und Gunter Weyrich vom Büro 1100 Architekten sagten am Mittwoch, die Umbauarbeiten könnten nun zügig fortgesetzt werden.

Die Gründungs- und Fundamentarbeiten waren bereits in den vergangenen Wochen fertiggestellt worden. In den nächsten Wochen sollen nun die vorproduzierten Betonfertigteile auf der neu modellierten Gegengeraden installiert werden. Weyrich berichtete, dass man, wie vermutet, bei den Ausgrabungsarbeiten im unteren Bereich auf Schutt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gestoßen sei. Im oberen Bereich habe sich Erdaushub vom Bau des Luisencenters befunden. Insgesamt habe man rund 20 000 Kubikmeter Erde bewegt, sagte Weyrich.

Inzwischen ist auch damit begonnen worden, das Fundament für den Oberrang, auf dem erstmals Sitzplätze entstehen, zu errichten. Zudem wurde gestern auch ein Steg zur modularen Südtribüne zurückgebaut. Nach den Worten Weyrichs soll hinter der Südtribüne eine Stützwand errichtet werden, um den früheren Stehplatzbereich komplett zu verfüllen und zu befestigen.

Koordiniert werden alle Arbeiten durch den beauftragten Generalunternehmer, die Baugesellschaft Walter Hellmich aus Dinslaken. Das Unternehmen hat schon Stadionbauprojekte am Bornheimer Hang in Frankfurt, in Wiesbaden sowie in Hamburg-Sankt Pauli, Ingolstadt, Warschau, Aachen, Gelsenkirchen und Duisburg realisiert. In Aachen hatte sich die Stadt jahrelang mit dem Bauunternehmen wegen etlicher Baumängel am Tivoli-Stadion gestritten, die nun behoben werden.

Am „Bölle“ sollen möglichst zum Beginn der nächsten Saison Ende Juli die Stehplätze auf der neuen Gegentribüne in Betrieb genommen werden. Ob dies auch gelingen wird, könne man allerdings erst Anfang Juli mit Sicherheit sagen, äußerten am Mittwoch Weilguny und Weyrich. Bei einem solch großen Umbau im Bestand müsse man sich immer wieder auf neue Situationen einstellen. So sei es zuletzt etwa zu Verzögerungen gekommen, weil die Flutlichtmasten aus den 1980er Jahren anders gegründet gewesen seien, als dies in den Planungsunterlagen ersichtlich gewesen sei. Dies hatte zur Folge, dass zusätzliche Untersuchungen in Auftrag gegeben und entsprechende Nachweise erstellt werden mussten.

Von August an sollen die Sitzplätze auf dem Oberrang montiert und die neue Gegengerade überdacht werden. Insgesamt soll die fertiggestellte Gegentribüne rund 8500 Plätze umfassen, die sich auf 5600 Steh- und 2900 Sitzplätze verteilen. Im Verlauf des zweiten Halbjahrs werden dann auch neue Kioske und Toilettenanlagen gebaut. Bis Ende des Jahres soll – wie vorgesehen – der erste, rund 19 Millionen Euro teure erste Bauabschnitt beendet werden.

Von Frühjahr nächsten Jahres an wird dann mit dem Abriss der Haupttribüne begonnen. Die Arbeiten hierfür sollen Weilguny zufolge im Herbst europaweit ausgeschrieben werden. Schon bis kommenden September ist zudem geplant, das neue Funktionsgebäude zwischen Stadion und Böllenfalltorhalle fertigzustellen.

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