Im Magazin des Museums Biberach lagern Skulpturen und Reliefs von Benedikt König.
+
Im Magazin des Museums Biberach lagern Skulpturen und Reliefs von Benedikt König.

Darmstadt

Ein bedeutender Nachlass für die Stadt Darmstadt

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
    schließen

Das Darmstädter Kunst Archiv sucht einen Magazinraum, um rund 150 Kunstwerke des Bildhauers Benedikt König von einem Museum in Oberschwaben übernehmen zu können.

Claus K. Netuschil hat in seinem Leben schon reichlich Erfahrung in der Begutachtung von bedeutenden Kunstwerken gesammelt. Aber als der Galerist vor einigen Wochen in seiner Funktion als Vorsitzender des Kunst Archivs Darmstadt ins oberschwäbische Biberach fuhr, um in einem Depot des dortigen Museums den Nachlass des Bildhauers Benedikt König zu inspizieren, da klopfte ihm schon gehörig das Herz. Er habe in dem Raum, in dem rund 150 Reliefs, Büsten und Statuen aus Marmor und Gips aufbewahrt werden, kaum fotografieren können, so aufgeregt sei er gewesen, schilderte Netuschil jetzt der FR den Ausflug nach Oberschwaben.

Die Fahrt hat sich gelohnt. Netuschil konnte für die Stadt Darmstadt einen bedeutenden Nachlass sichern. Weil das nach zwei Malern benannte Braith-Mali-Museum dringend Platz und die Kunstwerke Königs nicht so recht in das Sammlungskonzept passen, wird nun das Kunst Archiv für die Stadt Darmstadt Königs Nachlass übernehmen.

Benedikt König

Der Bildhauer  Benedikt König wurde am 11. April 1842 auf einem Einödhof bei Merazhofen im Allgäu geboren.

Nach Darmstadt  kam König 1873. Hier entstanden auch ein Haus und ein Atelier. 1886 zog König nach München, wo er 1906 starb. König schuf etwa eine Figur auf dem Grab für den Komponisten von Flotow auf dem Alten Friedhof und Marmorköpfchen der Kinder der großherzoglichen Familie von Hessen-Darmstadt. jjo

Die Rettung des König-Nachlasses hält Netuschil zwar für „eine große Chance“. Doch mit der Schenkung bekommt das Archiv nach seinen Worten „noch nie dagewesene Raumprobleme“. Das Werk Königs, dessen Schüler Ludwig Habich war, der 1899 von Großherzog Ernst Ludwig als Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie berufen wurde, ist fast komplett erhalten geblieben.

Um die laut Netuschil „qualitätsvollen feinen Marmorporträts und Figuren in Bronze und Gips“ nach Darmstadt holen zu können, sucht das Kunst Archiv nun für die nächsten etwa drei bis vier Jahre einen Raum als Zwischenlösung. Er soll etwa 30 bis 40 Quadratmeter groß, trocken, ebenerdig und abschließbar sein.

Das Kunst Archiv  bittet um Hinweise per E-Mail unter der Adresse: info@kunstarchivdarmstadt.de.

Mehr zum Thema

Kommentare