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Für die modernisierten Häuser am Rhön- und Spessartring verringert der Bauverein rückwirkend die Modernisierungsumlage.

Wohnen

Wohnungsbaugesellschaft in Darmstadt erzielt Millionen-Überschuss

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In Darmstadt erzielt  die Wohnungsbaugesellschaft einen Überschuss von 13 Millionen Euro. 

Oberbürgermeister Jochen Partsch, Wohnungsdezernentin Barbara Akdeniz (beide Grüne) und CDU-Fraktionschef Roland Desch haben die Kritik von einigen Mietern sowie Stadtverordneten von SPD und Linken an der städtischen Wohnungsbaugesellschaft als „unangebracht“ und „haltlos“ zurückgewiesen. Partsch und Desch, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrats des städtischen Immobilienunternehmens ist, sprachen von einem „Bauverein-Bashing“, das sie nicht akzeptieren könnten. Der Unternehmensvorstand präsentierte indes am Freitag die Geschäftszahlen für das vorige Jahr.

Das Geschäftsjahr 2018 schloss die Bauverein AG mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 13 Millionen Euro ab. Im Vorjahr hatte der Überschuss noch 15,6 Millionen Euro betragen. Nach den Worten von Sybille Wegerich und Armin Niedenthal, den beiden Vorstandsmitgliedern des Bauvereins, erklärt sich der Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr durch Sondereffekte im Geschäftsjahr 2018.

Niedenthal sagte, seit der Gründung vor 154 Jahren habe der Bauverein im vorigen Jahr „so viel wie noch nie zuvor gebaut“. Angesichts der umfangreichen Bau- und Investitionstätigkeit des Unternehmens, zu denen auch die Schaffung eines hohen Anteils an geförderten Wohnungen zähle, sei der im vergangenen Jahr erzielte Jahresüberschuss „ein überaus solides Jahresergebnis“.

Die Eigenkapitalrentabilität ging im vorigen Jahr leicht zurück, weise mit 4,1 Prozent aber „immer noch ein gutes Niveau“ auf. Die Bilanzsumme der AG lag zum Stichtag 31.12.2018 bei 856,0 Millionen Euro und damit um 50,9 Millionen höher als 2017.

In Darmstadt verfügt der Bauverein-Konzern über 12 557 Wohnungen, davon 4 962 geförderte Wohnungen. Der Bestand der Bauverein AG in der Stadt beläuft sich auf 10 028 Wohnungen, davon 4 556 Sozialwohnungen.

Wie schon im Vorjahr schüttet die Bauverein AG auch in diesem Jahr wieder zwölf Millionen Euro an ihre Eigentümer aus. Eine Million Euro werde in andere Gewinnrücklagen eingestellt. Wie berichtet, hat der Vorstand bereits mit der Stadt vereinbart, dass die Ausschüttungen in den nächsten Jahren reduziert werden sollen. Im nächsten Jahr soll der Bauverein acht Millionen Euro und von 2021 an nur noch sechs Millionen Euro an die Stadt als Dividende überweisen. 2014 hatte die Wohnungsbaugesellschaft mit mehr als 29 Millionen Euro den bislang höchsten Ausschüttungsbetrag an die Stadt gezahlt. Wohnungsdezernentin Akdeniz wies am Freitag auch den Vorwurf der SPD als falsch zurück, dass „auf dem Rücken der Sozialmieterinnen und Sozialmieter“ durch die Ausschüttungen der Haushalt saniert worden sei.

Vorgesehen ist nach dem vom Magistrat bereits beschlossenen „Wohnungspolitischen Konzept“, dass der Bauverein die Mieten für Mieter mit mittleren Einkommen vom Beginn des nächsten Jahres an bis Ende 2024 (in der Überschrift des Artikels in der Freitags-Ausgabe war fälschlicherweise „bis Ende 2014“ die Rede) nur um ein Prozent erhöht.

Bauverein-Vorstand Niedenthal rechnet in diesem Zusammenhang allerdings mit einem wesentlich höheren bürokratischen Aufwand, um die aktuellen Einkommen der Mieter festzustellen.

Der Vorstand geht derzeit zudem davon aus, dass die rückwirkend vom 1. Januar 2019 an bis Ende 2022 geltende Verringerung der Modernisierungsumlage von derzeit acht auf maximal sechs Prozent der umlagefähigen Kosten für die sanierten Gebäude am Rhönring und am Spessartring das Unternehmen knapp eine Million Euro kosten wird,

Im vorigen Jahr investierte der Bauverein rund 59 Millionen Euro in mehrere Neubauten etwa in der Lincoln-Siedlung. Für Großmodernisierungen und Sanierungen wurden 19 Millionen ausgegeben. Die Aufwendungen für Instandhaltungen beliefen sich auf rund 25 Millionen Euro. In diesem Jahr sollen 32 Millionen Euro in Neubauten investiert und 28,5 Millionen Euro für Großmodernisierungen und Sanierungen sowie 26 Millionen Euro für Instandhaltungen ausgegeben werden.

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