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Auspuff eines Fahrzeuges mit Dieselmotor.

Verkehr

Autofahrer ignorieren Fahrverbote

Viele sind weiter mit ihren Dieselfahrzeuge auf Darmstadts Hauptverkehrsadern unterwegs.

Seit vier Wochen sind in Darmstadt wegen zu hoher Stickoxidbelastungen zwei Hauptverkehrsadern für viele Diesel und alte Benziner gesperrt – doch längst nicht jeder Fahrer hält sich daran. Mehrere Hundert von ihnen wurden wegen zu hohem Tempo in einer der beiden Straßen in der City geblitzt, die hier eigentlich gar nicht mehr fahren durften. „Bei bisher 5500 ausgewerteten Geschwindigkeitsverstößen in der Hügelstraße wurden auch 486 Verstöße gegen die Fahrverbote hinsichtlich der Schadstoffklasse festgestellt und geahndet“, teilte die Stadt Darmstadt auf Anfrage der DPA mit.

Und das sind nur die Fahrer, die nicht nur unerlaubt auf der Straße unterwegs waren, sondern auch noch wegen zu hoher Geschwindigkeit geblitzt wurden. Rund 3000 weitere Fälle würden derzeit noch ausgewertet. „Das haben wir so nicht erwartet“, sagte ein Sprecher der Stadt. Für den zweiten gesperrten Abschnitt in der Heinrichstraße gebe es bislang keine Zahlen. Die ertappten Fahrer müssen nun 108,50 Euro zahlen, das Bußgeld für die zu hohe Geschwindigkeit kommt noch dazu.

Die beiden Hauptverkehrsstraßen in Darmstadt sind seit dem 1. Juni gesperrt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die schwarz-grüne Landesregierung hatten sich darauf geeinigt, einen 640 Meter langen Abschnitt der Hügelstraße und 330 Meter der Heinrichstraße für Dieselfahrzeuge bis Euronorm 5 und für Benziner bis Euronorm 2 zu sperren. Darmstadt war die dritte Stadt nach Stuttgart und Hamburg, in der bestimmte Straßen vor allem für alte Diesel tabu sind. Die Sperrungen sollen mindestens bis Ende des Jahres dauern. 2018 waren an der Hügelstraße knapp 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Stickstoffdioxid und an der Heinrichstraße rund 54 Mikrogramm gemessen worden. (dpa)

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