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Demonstrativ wird der „Brandbrief“ zum Rathaus getragen. silas buG

Darmstadt

Aktivisten wenden sich in Darmstadt mit „Brandbrief“ an die Stadtregierung

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„Fridays for Future“ kritisiert ernüchtende Klimabilanz der Stadt. Am Freitag soll auch „gegen das Versagen der Klimapolitik auf kommunaler Ebene“ demonstriert werden.

Die Aktivisten der Bewegung „Fridays for Future“ gehen mit der Darmstädter Stadtregierung hart ins Gericht: Von einem „Versagen der Klimapolitik auf kommunaler Ebene“ ist die Rede. Nachdem Darmstadts Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) und das städtische Umweltamt Ende der vergangenen Woche eine Evaluation der 2013 beschlossenen Klimaschutzziele präsentiert hatten, haben die Klimaaktivisten am Wochenende einen Brandbrief an Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), den Magistrat der Stadt und die Regierungsfraktionen von Grünen und CDU gerichtet.

Nach einer spontanen Demonstration durch die Darmstädter Innenstadt, an der sich am Samstagnachmittag nach Angaben des Darmstädter „Fridays for Future“-Sprechers Silas Bug etwa 30 Menschen beteiligten, wurde das Schreiben an die Stadtregierung vor dem Neuen Rathaus am Luisenplatz verlesen und dann in den Briefkasten eingeworfen.

In dem Brandbrief der Darmstädter Klimaschutzaktivisten heißt es, man habe „mit Schrecken“ zur Kenntnis genommen, dass in Darmstadt in den vergangenen Jahren pro Jahr nur 1,2 Prozent klimaschädliche Emissionen eingespart worden seien. Auf diesem Pfad werde die Stadt erst 2076 die Klimaneutralität erreichen und nicht, wie angestrebt, schon im Jahr 2035.

Obwohl die Grünen bekräftigt hätten, dass Darmstadt angeblich Klimavorreiter und „heimliche Hauptstadt der Energiewende und des Klimaschutzes“ sei, trage die Stadt aktiv zur Klimakrise bei und verschlafe eine wirksame Mobilitätswende. „Ihre Politik auch noch als Erfolg zu verkaufen, ist ein Schlag ins Gesicht aller Demonstrierenden, die freitags für wirksamen Klimaschutz auf die Straße gehen“, heißt es in dem Schreiben.

Und in Richtung OB Partsch, Umweltdezernentin Akdeniz und Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), die am 20. September am Klimastreik teilgenommen hatten, heißt es: „Von wirksamem Handeln durch leere Worthülsen oder Sonntagsreden abzulenken oder gar mit dem Finger auf andere Akteure zu zeigen, macht sie lächerlich.“ Der Großteil dessen, was den geringen Emissionsrückgang verursacht habe, sei zudem maßgeblich auf externe Einflüsse zurückzuführen, kritisieren die Klimaaktivisten und weisen in diesem Zusammenhang auf den Evaluationsbericht hin, der im kommenden Jahr veröffentlicht werden soll.

Für diesen Freitag, 29. November, ruft das Darmstädter Aktionsbündnis zu einer weiteren Demonstration auf, die um 12 Uhr am Kongresszentrum Darmstadtium beginnen soll. Diesmal soll auch „explizit gegen das Versagen in der kommunalen Klimaschutzpolitik in Darmstadt“ auf die Straße gegangen werden, wie es zum Abschluss des Briefs heißt. Die Ankündigung ist verbunden mit der Forderung, „Verantwortung für Ihre Kinder, nachfolgende Generation und Klimagerechtigkeit“ wahrzunehmen.

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