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Die Autofahrer, die gegen das Fahrverbot verstoßen, werden laut Stadtsprecher Honold über ihre ermittelten Kennzeichen bei Geschwindigkeitsverstößen festgestellt.

Darmstadt

11000 Verstöße gegen Fahrverbot

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In Darmstadt ignorieren viele Besitzer von älteren Dieselfahrzeugen konsequent das geltende Fahrverbot.

Viele Besitzer von älteren Dieselfahrzeugen und Benzinern ignorieren in Darmstadt konsequent das seit dem 1. Juni geltende Dieselfahrverbot. Bis Ende November hat das Ordnungsamt 11 000 Verstöße gegen das Verbot festgestellt und geahndet. Das hat Stadtsprecher Klaus Honold auf Anfrage der FR mitgeteilt.

Als bislang einzige Stadt in Hessen hatte Darmstadt vor mehr als einem halben Jahr wegen der hohen Stickoxidbelastung zwei Straßenabschnitte der stark frequentierten Hügelstraße und der Heinrichstraße für Dieselfahrzeuge bis Euronorm 5 und für Benziner mit den Euronormen 1 und 2 gesperrt. Weil auf den beiden Straßenabschnitten inzwischen auch Tempo 30 gilt und drei feste Messanlagen installiert worden sind, konnte die Stadt die tausendfachen Verstöße feststellen. Zudem gab es etwa im Citytunnel gesonderte Kontrollen.

Die Autofahrer, die gegen das Fahrverbot verstoßen, werden laut Stadtsprecher Honold über ihre ermittelten Kennzeichen bei Geschwindigkeitsverstößen festgestellt. Zudem werde von den „Blitzern“ jedes zehnte Fahrzeug „verdachtsunabhängig“ erfasst und überprüft. Wer ertappt wird, zahlt mit Bußgeld und Verwaltungsgebühr mehr als 100 Euro.

Die Deutsche Umwelthilfe, der Verkehrsclub Deutschland und das Land Hessen hatten sich vor einem Jahr in einem vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden vereinbarten Vergleich darauf geeinigt, den 640 Meter langen Abschnitt der Hügelstraße und den 330 Meter langen Abschnitt der Heinrichstraße für die älteren Diesel und Benziner zu sperren. Darmstadt war nach Stuttgart und Hamburg die dritte Stadt in Deutschland, in der Straßen für ältere Diesel tabu sind – wobei Euro-5-Diesel zum Teil erst wenige Jahre alt sind. Um die schädliche Stickoxidbelastung zu verringern, wurden vor dem Citytunnel auch die Fahrstreifen reduziert. Die Idee: Weil auf weniger Fahrspuren weniger Autos unterwegs sind, soll eine geringere Menge Schadstoffe in die Luft geraten.

Laut Stadtsprecher Honold haben die Luftmessungen der vergangenen Monate ergeben, dass seit dem Inkrafttreten der Fahrverbote die Mittelwerte der Stickoxidbelastung „deutlich zurückgegangen“ sind. An der offiziellen Messstelle des hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie an der Hügelstraße wird Honold zufolge inzwischen der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft eingehalten. jjo

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