1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Darmstadt: Neue Stadtfotografin hat Grünflächen im Visier

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Claudia Kabel

Kommentare

Blick durchs Blattwerk: Jana Hartmann hält auch im Botanischen Garten in Darmstadt Ausschau nach Bildmotiven.
Blick durchs Blattwerk: Jana Hartmann hält auch im Botanischen Garten in Darmstadt Ausschau nach Bildmotiven. © Renate Hoyer

Die 13. Darmstädter Stadtfotografin Jana Hartmann, die von einer Jury der Werkbundakademie ausgewählt wurde, erkundet ein Jahr lang die urbane Natur mit ihrer Kamera.

Gerade sitzt Jana Hartmann am Computer und sichtet die Ergebnisse ihrer ersten „fotografischen Ausschweifungen nach Darmstadt“. Die in Frankfurt arbeitende Künstlerin ist im Juni zur 13. Darmstädter Stadtfotografin gekürt worden. Inzwischen habe sie schon mehrere Streifzüge durch die Stadt unternommen und sei „jedes Mal überrascht von Anzahl und Vielfalt des Stadtgrüns“, sagt sie der Frankfurter Rundschau.

Zwölf Monate lang wird Hartmann, Jahrgang 1971, als Stadtfotografin tätig sein. Darmstadt ist nach Angaben der dortigen Werkbundakademie, die den mit einem Fotografiepreis verbundenen Titel seit 2001 vergibt, die bundesweit erste Stadt mit „visuellem Stadtschreiber“. Der Posten ist mit einem einmaligen Preisgeld von 3000 Euro verknüpft.

Darmstadt: Jury der Werkbundakademie kürte Jana Hartmann zur Stadtfotografin

Ausgewählt wurde Jana Hartmann aus sechs Vorschlägen. Zur siebenköpfigen Jury der Werkbundakademie gehörten unter anderem die ehemalige Stadträtin Barbara Boczek (Grüne), Wolfgang Lück, Vorstand der Werkbundakademie Darmstadt, Ute Ritschel, Kuratorin des Internationalen Waldkunstpfads, und Celina Lunsford, künstlerische Leiterin des Fotografie-Forums Frankfurt.

Gekürt wurde Hartmann wegen ihrer besonderen Perspektive auf die Natur und deren nicht gängiger „Ablichtungen“. Ihrer Arbeit liege außerdem jeweils eine gründliche Recherche zugrunde, beründete die Werkbundakademie die Entscheidung. Auch international habe die Fotografin einiges vorzuweisen – zuletzt die Nominierung zum Paris Photo-Aperture Foundation First PhotoBook Award 2021. In ihren Fotoarbeiten beschäftigt sie sich mit der vielschichtigen und ambivalenten Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Darmstadt: Stadtfotografin Jana Hartmann auf der Suche nach dem Grün

In diesem Jahr ist der Preis an das Thema „Grün“ gebunden. Laut Werkbundakademie ist die Aufgabe der Stadtfotografin keine reine Fotodokumentation, sondern eine künstlerische Auseinandersetzung mit Grün, was für Stadtgrün, Parklandschaften, Grün an Fassaden und im öffentlichem Raum aber auch für private Pioniere des Grüns oder im Reagenzglas in der Wissenschaftsstadt Darmstadt stehen könnte.

„Ich bin jetzt schon losgezogen, um die urbane Natur so grün wie möglich zu erleben“, sagt Jana Hartmann. Neben den vielen Parks gebe es auch in den Wohnvierteln immer wieder grüne Oasen. Ebenfalls interessiert sie sich für die unterschiedlichsten Formen privater Grüninitiativen und für Orte „an denen sich die Natur Bahn bricht und städtischen Raum zurückerobert“.

Es grünt so grün im Botanisc hen Garten in darmstadt.
Es grünt so grün im Botanischen Garten in Darmstadt. © Renate Hoyer

Darmstadt: Stadtfotografin Jana Hartmann erkundet ein Jahr lang die Stadt

Besucht hat die Stadtfotografin zum Beispiel schon den Permakulturgarten und das Café Menschenskinder. An letzteres grenzt ein Hofgarten an, in dem insbesondere die Kinder der benachbarten Kita die Pflanzenwelt mit allen Sinnen erfahren können.

Nach und nach will sich Hartmann alle Darmstädter Viertel ansehen. „Ich habe viel zu erlaufen“, sagt sie. Natürlich seien die lokalen Wahrzeichen des Stadtgrüns jeweils Ausgangspunkte; richtig spannend sei es aber, sich von dort aus auf die Suche nach dem nicht so Offensichtlichen zu begeben.

Darmstädter Stadtfotografin Jana Hartmann gestaltet Ausstellung und Buch

Die Arbeit sei ein richtiges Abenteuer und ziehe sie immer wieder nach Darmstadt. Dabei komme sie auch mit den Menschen vor Ort ins Gespräch. Entsprechend ihrem rechercheorientierten Ansatzes sei dies essenziell, um ein tieferes Verständnis für lokale Besonderheiten und Fragestellungen zu erhalten und beispielsweise auch Aspekte, die sich aus Darmstadts Verständnis als Wissenschafts- und Digitalstadt ergeben, in ihre künstlerische Arbeit einzubinden.

Ihre fotografischen Ergebnisse werden in einer Ausstellung gezeigt. Außerdem soll es eine Publikation geben, in der nicht nur Hartmanns Fotografien zu sehen sind, sondern mehrere Autor:innen in Textbeiträgen das Thema Grün angehen.

Auch interessant

Kommentare