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Der neue Haupteingang für das Berufsschulzentrum Nord orientiert sich zum Darmstädter Bürgerpark hin.

Darmstadt

Neue Räume am Bürgerpark für Darmstädter Berufsschüler

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Der erste sanierte Gebäudeteil des Berufschulzentrums Nord wird von drei Schulen gemeinsam genutzt. Stadt investiert rund 127 Millionen Euro in Sanierung und Erweiterung des Komplexes.

Umzugskartons stapeln sich vor dem Schulsekretariat, Maler streichen letzte Wände mit weißer Farbe. Reinigungskräfte sind noch damit beschäftigt, Fenster und Fassaden zu putzen. Am Rand des Darmstädter Bürgerparks ist zwar Anfang der Woche der erste sanierte Abschnitt des Berufsschulzentrums Nord in Betrieb genommen worden. Doch einige Restarbeiten müssen an und in dem wie neu wirkenden Schulgebäude noch erledigt werden. Auch im Untergeschoss des Schulbaus können nach einem Wasserschaden noch nicht alle Unterrichtsräume genutzt werden, weil zunächst der Estrich erneuert werden musste.

Im Zuge der derzeit laufenden Gesamtsanierung und Erweiterung des Berufsschulzentrums sei das erste Etappenziel im Zeit- und Kostenrahmen erreicht worden, äußerten Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) am Mittwoch bei einem Baustellenbesuch.

Der in den vergangenen 25 Monaten sanierte mittlere Trakt – der frühere Gebäuderiegel B der Friedrich-List-Schule – wird nun von allen drei Berufsschulen – der List-Schule, der Martin-Behaim–Schule und der Heinrich-Emanuel-Merck-Schule – gemeinsam genutzt. An den drei Schulen werden rund 5500 Berufsschülerinnen und -schüler von rund 320 Lehrkräften unterrichtet.

Mit den Bauarbeiten war Ende Juni 2018 begonnen worden. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt, mit dem die größten Eingriffe in die Baukonstruktion verbunden waren, weil eine neue Aula geschaffen wurde, liegen bei rund 27,5 Millionen Euro.

Mit der Inbetriebnahme des ersten Gebäudeteils stehen den drei Darmstädter Berufsschulen nun nach Angaben der Stadt rund 8700 Quadratmeter sanierte Flächen sowie mit moderner Technik ausgestattete Unterrichtsräume zur Verfügung.

Das Berufsschulzentrum Nord mit seinen markanten schrägen Sheddächern befindet sich am Rand des Bürgerparks und erstreckt sich auf eine Fläche von 100 mal 100 Metern. Nach den Plänen des Stuttgarter Architekturbüros Wulf wird die vorhandene Gebäudestruktur auf dem dichten Baufeld aufgenommen und zugleich neu interpretiert.

So haben die Architekten die Erschließung der Gebäude umgedreht. Der Haupteingang des frisch sanierten Gebäudes befindet sich nun auf der Ostseite und orientiert sich zum Bürgerpark hin. Dort soll künftig zusammen mit dem derzeit entstehenden Neubau der Mensa ein neuer Eingangsplatz für das Berufsschulzentrum entstehen, der nahtlos in die Grünzone übergehen wird.

Vorgesehen ist, die drei unabhängigen Berufsschulen des Schulzentrums – die 1978 erbaute Martin-Behaim-Schule, die 1983 errichtete Friedrich-List-Schule und die 1985 fertiggestellte Heinrich-Emanuel-Merck-Schule – zu einer organisatorischen Einheit zusammenzuführen. Dazu werden die vorhandenen Grenzen in der Haupterschließungsachse abgeschafft und Verbindungen zwischen den drei Bestandsgebäuden entwickelt.

Der nun folgende zweite Bauabschnitt, mit dem bereits in den Sommerferien begonnen wurde, sieht vor, bis Ende Februar nächsten Jahres den Gebäuderiegel A der Martin-Behaim–Schule zu entkernen, zurückzubauen und zu sanieren. Die Fassadenarbeiten werden nach Angaben der Stadt parallel im Oktober beginnen und im Juni 2021 abgeschlossen sein. Der Innenausbau soll dann von Mai 2021 bis April 2022 folgen. Geplant ist zudem, die neue Mensa und eine Mediathek bis März 2021 fertigzustellen.

Um die Sanierung und Erweiterung des Berufsschulzentrums war jahrelang gerungen worden. Mit rund 127 Millionen Euro handelt es sich derzeit um das teuerste Bauvorhaben der Stadt.

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