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Brauerei-Chef Wolfgang Koehler jun. (re.) und Julian Humbert, der Technische Leiter der Darmstädter Privatbrauerei, freuen sich über die neue Anlage.
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Brauerei-Chef Wolfgang Koehler jun. (re.) und Julian Humbert, der Technische Leiter der Darmstädter Privatbrauerei, freuen sich über die neue Anlage.

Darmstadt

Darmstädter Privatbrauerei nimmt neue Abfüllanlage für Braustüb‘l-Bier in Betrieb

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Die Darmstädter Privatbrauerei investiert vier Millionen Euro in eine neue Anlage, die bis zu 30 Millionen Flaschen im Jahr abfüllen kann. Oberbürgermeister Jochen Partsch spricht von einem starken Zeichen.

Die Darmstädter Privatbrauerei hat am Mittwochmittag eine neue Flaschenabfüllanlage in Betrieb genommen. Das Familienunternehmen, das im nächsten Jahr sein 175-jähriges Bestehen feiern will, hat vier Millionen Euro in die Anlage an seinem Stammsitz gegenüber dem Darmstädter Hauptbahnhof investiert.

Darmstädter Privatbrauerei investiert in neue Abfüllanlage

Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), der die neue Anlage zusammen mit Wolfgang Koehler jun. in Gang setzte, sprach von einem „starken Zeichen der Zuversicht in nicht einfachen Zeiten für die Brauereien“. Zugleich sei die Investitionsbereitschaft ein „Zeichen für die wirtschaftliche Solidität“ des Unternehmens, das 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und zudem 40 junge Menschen ausbildet.

Im Sommer 1846, also vor 175 Jahren, war Darmstadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen worden. Seit dem 1. August 1846 konnten Fahrgäste zweimal täglich nach Heidelberg und dreimal nach Frankfurt fahren. Nach der Gründung der Brauerei und der Gaststätte „Zur Eisenbahn“ im Dezember 1847 verlegte Bierbrauer Wilhelm Rummel im Jahr 1886 aufgrund des steigenden Platzbedarfs und des Erfolgs des Bieres die Brauerei noch vor der Einweihung des neuen Hauptbahnhofs an die Goebelstraße, die nur einige Schritte vom Bahnhofsgebäude entfernt vorbeiführt. Dort hat das Familienunternehmen noch immer seinen Sitz.

Braustüb‘l-Bier wurde in zwei Brauereien in Bayern abgefüllt

Nach den Worten von Brauereichef Wolfgang Koehler jun. gestaltete es sich als äußerst schwierig, die alte Anlage während des laufenden Betriebs auszubauen, die Abfüllhalle grundlegend zu sanieren und zudem die neuen Maschinen auf einer Fläche von nur 400 Quadratmetern im Bestandsgebäude zu installieren. Das Neubauprojekt bezeichnete Koehler als eine „Operation am offenen Herzen“.

Sechs Wochen lang wurde in Darmstadt kein Bier abgefüllt. Deswegen hatte die Brauerei zum einen vorproduziert. Zum anderen wurde während der Umbauphase Biere bei drei anderen Brauereien – bei der Eder & Heylands Brauerei in Großostheim bei Aschaffenburg sowie zwei Brauereien im Bayerischen Wald – abgefüllt.

Historie

Im Jahr 1847 gründen Jakob und Johann Adam Rummel die Brauerei und Gaststätte „Zur Eisenbahn“ an der Neckar- und der Elisabethenstraße. Sie legen damit den Grundstein für die Darmstädter Privatbrauerei.

1982 erfolgt die Umbenennung der Brauerei „Rummelbräu“ in Darmstädter Privatbrauerei. Seit 2014 wird das Bier als „Braustüb’l“ vermarktet.

Mit den Brüdern Christoph und Wolfgang Koehler jun. führt inzwischen die sechste Generation das Familienunternehmen. jjo

Darmstädter Privatbrauerei: Planungen begannen 2018

Nach Koehlers Worten konnte die Zeit- und Kostenplanung vollumfänglich eingehalten werden. Die Brauerei sei nun „für die nächsten Jahre ausgezeichnet gerüstet, um Biere nahezu unter Luftausschluss in hervorragender Qualität produzieren und abfüllen zu können“.

Mit den Planungen zum Bau der neuen Abfüllanlage war nach Angaben des Geschäftsführers bereits Ende 2018 begonnen worden. Die Mehrwegflaschen werden gereinigt, mit Bier befüllt, etikettiert und in Kisten verfrachtet.

Pro Jahr können bis zu 30 Millionen Flaschen Bier befüllt werden

Stündlich können nun bis zu 15 000 Flaschen Bier mit der neuen Anlage abgefüllt werden. Bei einer Vollauslastung wären dies Koehler zufolge bis zu 30 Millionen Flaschen pro Jahr.

Mit modernen laserbasierten Inspektionssystemen wird der Abfüllprozess kontrolliert. So sortiert die Anlage automatisch etwa Glasflaschen aus, die kleine Bruchstellen aufweisen. Ein Vorteil der neuen Anlage ist, dass unterschiedlich große Flaschentypen mit und ohne Bügelverschlüsse flexibel befüllt werden können.

Darmstädter Privatbrauerei liefert Bier an rund 500 Gaststätten

Im Vergleich zur bisherigen Abfüllanlage werden nun 100 Tonnen Kohlendioxid und neun Millionen Liter Trinkwasser pro Jahr eingespart.

Die größte Darmstädter Brauerei beliefert in der Region zwischen Mannheim und Frankfurt rund 500 Gaststätten und 120 Vereine.

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