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Darmstadt: Antifaschistische Parolen gegen „Querdenker“ und „Spaziergänger“

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Von: Jens Joachim

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In Darmstadt rufen das „Bündnis gegen Rechts“ und die „Fridays for Future“-Bewegung zu Gegenprotesten auf und machen gegen Impfskeptiker und Rechtsextreme mobil.

Darmstadt – An einer Mahnwache gegen die unangemeldeten „Spaziergänge“ von Impfgegner:innen und Rechtsextremisten haben am Montagabend (10.01.2022) auf dem Luisenplatz in Darmstadt nach Angaben der Polizei rund 100 Menschen teilgenommen. Die Veranstalter sprachen von 200 Teilnehmer:innen. Zu der Versammlung hatten das „Bündnis gegen Rechts“ und die Bewegung „Fridays for Future“ aufgerufen.

Als Reaktion auf die „Querdenken“-Aufmärsche, an denen bisweilen auch Rechtsradikale und Rechtsextremisten teilnehmen, wurden in der Nacht zum Montag von Aktivist:innen vom „Bündnis gegen Rechts“ in der Darmstädter Innenstadt Kreidebotschaften wie „Darmstadt gegen ‚Querdenken’!“, „Geht impfen“ oder „Wer mit Nazis marschiert hat nichts kapiert!“ auf den Boden geschrieben oder aufgesprüht.

Darmstadt: Rechtsextreme laufen bei „Spaziergang“ mit „Querdenkern“ mit

Auch die rechtsextreme Kleinpartei „Der Dritte Weg“ hatte nach Informationen des „Bündnisses gegen Rechts“ am Montag voriger Woche (03.01.2022) an dem „Spaziergang“ der Impfgegner:innen teilgenommen und dies in ihren sozialen Netzwerken geteilt.

Auf Kopfsteinpflaster steht mit grellgrüner Kreide geschrieben: „Wer mit Nazis marschiert, hat nichts kapiert!“
In Darmstadt macht antifaschistischer Protest gegen „Querdenker“ und „Spaziergänger“ mobil. © Bündnis gegen Rechts

Dazu äußerte Nina S., einer der Initiatorinnen der Mahnwache vom Bündnis gegen Rechts: „Wir als Darmstädter:innen können nicht zulassen, dass ‚Querdenken’ unkommentiert und ungehindert durch Darmstadt läuft.“ Diese „Mischung aus esoterischen Coronaleugner:innen und strammen Neonazis“ sei „brandgefährlich“. Die Zivilgesellschaft müsse dem „entschlossen entgegentreten“, so Nina S.

Auf einem Gehweg steht mit hellgrüner Kreide geschrieben „Geht impfen“, daneben ist eine Spritze gemalt.
Mit Kreide gehen Aktivist:innen gegen die „Querdenken“-Bewegung vor. © Bündnis gegen Rechts

Auf dem Mathildenplatz versammelten sich nach Angaben einer Polizeisprecherin bis zu 35 Menschen aus dem „Querdenken“-Milieu. Wegen des Verdachts der Körperverletzung sei auf dem Luisenplatz ein 43-Jähriger vorläufig festgenommen und gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Nach unbestätigten Informationen könnte es sich bei dem Festgenommenen um einen mutmaßlichen Rechtsextremisten handeln.

Darmstadt: „Bündnis gegen Rechts“ macht mobil gegen „Querdenker“ und „Spaziergänge“

Am Samstag, dem 15. Januar, wollen sich auf dem Darmstädter Messplatz abermals mehrere impfkritische Initiativen treffen. Auch gegen diese Versammlung wollen das „Bündnis gegen Rechts“ und „Fridays for Future“ Gegenprotest organisieren. Das Bündnis kritisiert zudem, dass seitens der Politik und der Polizei zu wenig unternommen werde, wenn „Nazis und Corona-Leugner:innen Seite an Seite ohne die Einhaltung irgendwelcher Hygienemaßnahmen marschieren“.

Samstag, 15.01.2022, Gegenprotest auf dem Darmstädter Messplatz

Abermals wollen sich hier impfkritische Initiativen treffen. „Bündnis gegen Rechts“ und „Fridays for Fture“ rufen zum Gegenprotest auf.

„Nur weil sie ihre Demonstrationen Spaziergang nennen, ist das kein Grund, diese Leute ohne jede Auflage oder eine Anmeldung durch unsere Innenstädte laufen zu lassen. Das wollen wir so nicht hinnehmen! Deswegen werden wir auch in Zukunft gegen ‚Querdenken‘ vorgehen“, kündigt Manuel P. vom „Bündnis gegen Rechts“ an. (Jens Joachim)

Zu den an der Illegalität oft nur knapp vorbeilaufenden sogenannten „Spaziergängen“ wird unter anderem auf dem Messenger Telegram aufgerufen. Die Zusammenkünfte sind sorgfältig geplant und organisiert. Und sie können gefährlich werden, wenn man bedenkt, dass sie immer wieder eskalieren und zu Aggression und Gewalt führen. Rechtsextreme beschwören mittlerweile außerdem den „Tag X“ – der Thüringer Verfassungsschutz warnt vor möglichen Anschlägen. (Jens Joachim)

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