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Der Neubau am Karlshof in Darmstadt.
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Der Neubau am Karlshof in Darmstadt.

Studierendenwerk

Darmstadt: Zwei Neubauten bieten mehr Wohnraum für Studierende

  • Claudia Kabel
    VonClaudia Kabel
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Das Studierendenwerk Darmstadt eröffnet zwei Neubauten: Am Karlshof und in der Nieder-Ramstädter Straße. Der Bedarf ist damit auch zum 100. Geburtstag noch lange nicht gedeckt.

Darmstadt - Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende ist in Darmstadt ein Dauerthema. Vor fünfzig Jahren erreichten die Proteste gegen die akute Wohnungsnot vor dem Hintergrund einer angeblichen Verzögerung beim Neubau des Wohnheims Karlshof ihren Höhepunkt in der Besetzung des ehemaligen Hotels Traube in der Innenstadt.

Ein wenig Entspannung im Darmstädter Wohnungsmarkt dürfte jetzt die Eröffnung von zwei neuen Wohnanlagen für insgesamt 457 Menschen bringen: Ein neues Gebäude ist am Karlshof, Darmstadts größter Studentenwohnanlage, entstanden sowie ein weiterer Neubau in der Wohnanlage Lux in der Nieder-Ramstädter Straße.

Studierendenwerk

Das Studierendenwerk Darmstadt wurde 1921 als „Studentische Wirtschaftshilfe“ gegründet. Es setzte sich von Beginn an für die Versorgung, Beratung und Unterstützung von Studierenden ein.

Betrieben werden heute Wohnheime an zehn Standorten mit insgesamt 3060 Wohnheimplätzen.

Die bisherige Geschäftsführerin Ulrike Laux wird an diesem Freitag in den Ruhestand verabschiedet. Auf sie folgt am Montag Wolfgang Rettich.

In Darmstadt gibt es 40 500 Studierende, das ist etwa ein Viertel der Einwohnerzahl der Stadt. cka

Infos: studierendenwerkdarmstadt.de

„Die ersten Studierenden ziehen bereits ein“, sagt der Wohnheimleiter des Karlshof, Robert Senftleben. Wegen der Pandemie habe man die Einzugstage versetzt organisiert. Laut dem Sprecher des Studierendenwerks, Detlef Gollasch, sind noch nicht alle Plätze vermietet. Doch dies dürfte sich schnell ändern, stehen doch eintausend Namen auf der Warteliste für eine Studentenbude.

Lage in Darmstadt besonders angespannt

Ulrike Laux, Geschäftsführerin des Studierendenwerks, sagte mit Blick auf den Bedarf, dass hochschulnaher erschwinglicher Wohnraum eine Voraussetzung für die Entscheidung sei, ein Studium zu beginnen – insbesondere für Studierende aus finanziell schlechter gestellten Familien. „Darmstadt liegt hier im deutschlandweiten Anspannungsranking ganz vorne“, so Laux. Die Erweiterung der Kapazitäten auf 3060 Wohnheimplätze habe deshalb einen „hohen Stellenwert“. Die Wohnungen am Karlshof sind in Drei-Zimmer-WGs gegliedert, in denen Küche und Bad gemeinsam genutzt werden. Die Warmmiete für eines der möblierten Zimmer von gut zehn Quadratmetern liegt bei 350 Euro.

Unterstützt wurde das insgesamt 33 Millionen Euro teure Bauprojekt mit 22 Millionen Euro vom Land Hessen. „Beim Zubau von Wohnraum sind wir bundesweit spitze“, sagte Kunst- und Kulturministerin Angelika Dorn (Grüne) bei der Eröffnungsfeier. „In der Menge müssen wir noch viel bauen.“ Für Bau, Erhalt und Betrieb ihrer Wohnanlagen sind seit 2006 die hessischen Studierendenwerke verantwortlich.

Früher gab es sogar eine Tankstelle für Studierende in Darmstadt

Als der Vorläufer des heutigen Studierendenwerks Darmstadt 1921 als „Studentische Wirtschaftshilfe Darmstadt e.V.“ gegründet wurde, gab es noch gar keine Wohnheime. Im sogenannten Studentenheim, das in der ehemalige Infanteriekaserne in der Alexanderstraße eröffnet wurde, wurde aber erstmals ein studentischer Mittagstisch angeboten. Im Erfrischungsraum war Rauchen erlaubt, man konsumierte Limonade, Kaffee, Tee, alkoholische Getränke, belegte Brötchen, Kuchen und Eis. Unterhaltung boten Schachbretter und Radiokonzerte. Daneben gab es zwei beheizte Arbeitsräume, ferner Leseräume und ein Musikzimmer mit Klavier, wie in der Festschrift zum hundertjährigen Bestehen des Studierendenwerks zu lesen ist.

Chillen anno 1925: Die beheizten Arbeitszimmer im Studentenheim in Darmstadt wurden gerade in den Wintermonaten gerne genutzt.

Das Studentenheim war jedoch nicht bloß Treffpunkt und Mensa, sondern auch Verwaltungsstandort für viele Leistungen wie die Verteilung von vergünstigten Essensmarken oder einer Arbeitsvermittlung. 1923 wurde das erste Studentenhaus mit 64 Betten in der Heinrichstraße 15 eröffnet. Später kamen Tankstelle, Fahrschule, Druckerei, Wäscherei, Clubhaus und Schreibwarenladen hinzu. Diese gibt es heute nicht mehr, dafür kamen andere Angebote wie Kindertagesstätten, Cafés und Bistros hinzu. (Claudia Kabel)

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