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Darmstadt

Mehr als 2500 Haushalte warten auf eine Sozialwohnung

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Der Darmstädter Magistrat will die Vergaberichtlinien für Bewerber ändern. Investoren sollen weiterhin Zuschüsse für die Schaffung von gefördertem Wohnraum bekommen.

Zu viele Menschen bewerben sich in Darmstadt um eine Sozialwohnung, während die Zahl der geförderten Wohnungen nicht mitwächst. Aktuell fehlen 2558 Sozialwohnungen, wie die Stadt auf Anfrage der FR mitteilte. So viele Bewerbungshaushalte für geringe und mittlere Einkommen seien zum 1. November beim Amt für Wohnungswesen registriert. Laut Wohnungsdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) gibt es aber insgesamt nur 5460 Sozialwohnungen in Darmstadt.

Anfragen

Interessierte können sich für die Prüfung ihrer Berechtigung für eine Sozialwohnung und gegebenenfalls anschließender Registrierung an das Amt für Wohnungswesen, Wohnungsvermittlungsstelle, Frankfurter Straße 71, 64293 Darmstadt wenden. Geöffnet Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr.

Weitere Infos unter https://rathaus.darmstadt.de/public/index.php?l=1&mr=20&smr=200&o=254

Jetzt will die Stadt entsprechend der hessischen Gesetzgebung die Vergaberichtlinien für geförderten Wohnraum ändern. Dieser soll nicht mehr mit einer einzelnen Zielgruppe, etwa Alleinerziehenden, belegt werden müssen. Auch werden für die höchste der drei Dringlichkeitsstufen, nach der Wohnungen vergeben werden, erstmals Quadratmeterzahlen genannt. Für Singles liegt die Bedarfsgrenze bei neun Quadratmetern, für Paare bei 18. Auch Bewerbende, die nach einer Trennung die gemeinsame Wohnung verlassen müssen, werden künftig als besonders dringlich angesehen. „Mit der Änderung soll eine verbesserte Deutlichkeit in den vorhandenen drei Dringlichkeitsstufen geschaffen werden“, so Akdeniz. Jede persönlich belastende Wohnbedarfslage zähle und solle überprüft werden.

Damit weiterer Wohnraum geschaffen wird, will die Stadt ihre Richtlinie zur Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus um zwei Jahre bis 31. Dezember 2022 verlängern. Investoren sollen weiter einen Zuschuss, gestaffelt nach Wohnungsgröße, erhalten. Projekte in ökologischer Bauweise sollen bevorzugt werden. Die Stadtverordneten müssen dem noch zustimmen.

In einem dritten Magistratsbeschluss gewährt die Stadt der Nassauischen Heimstätte 4,55 Millionen Euro Zuschuss für den Bau von 105 Sozialwohnungen in der Lincoln-Siedlung.

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