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„Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ lautet der Titel der Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, in der auch deutlich wird, wie der Maler von den „Alten Niederländer Meistern“ inspiriert wurde.
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„Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ lautet der Titel der Ausstellung im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, in der auch deutlich wird, wie der Maler von den „Alten Niederländer Meistern“ inspiriert wurde.

Darmstadt

Landesmuseum Darmstadt würdigt Max Liebermann als europäischen Netzwerker

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Das Hessische Landesmuseum Darmstadt zeigt die vielfältigen internationalen Verbindungen des Impressionisten Max Liebermann. Zu sehen sind in der Ausstellung auch Werke von Camille Corot, Édouard Manet, Claude Monet und Camille Pissarro als prägende Vertreter des französischen Impressionismus.

Die Geschichte über das Lebenswerk des Impressionisten Max Liebermann „ist noch lange nicht auserzählt“, sagt Martin Faass, der Direktor des Hessischen Landesmuseums Darmstadt. Faass ist ein profunder Liebermann-Kenner. Zwölf Jahre lang hat er die Liebermann-Villa in Berlin geleitet, bevor er Anfang 2019 vom Wannsee an den Darmstädter Friedensplatz wechselte. Nachdem er während seiner Zeit in Berlin im kleineren Format nur einzelne Aspekte von Liebermanns Werk darstellen konnte, hat Faass nun die Chance genutzt, im größeren Rahmen „ein Gesamtbild von Liebermann zu entwickeln“.

Zusammen mit Co-Kuratorin Jessica Schmidt hat Faass die neue Sonderausstellung „Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ konzipiert, die von diesem Donnerstag, 7. Oktober, an bis zum 9. Januar nächsten Jahres im Großen Saal des Landesmuseums gezeigt wird. Auf einer Fläche von 480 Quadratmetern werden in vier Räumen 107 Gemälde gezeigt, von denen vier aus dem Bestand des Landesmuseums stammen, darunter die beiden Liebermann-Werke „Schweinemarkt in Haarlem“ und „Vor dem Waschhaus“, die in den 1890er Jahren entstanden sind.

Landesmuseum Darmstadt zeigt Liebermann als „europäischen Künstler“

Ein besonderes Anliegen ist es Museumsdirektor Faass, Liebermann als „europäischen Künstler“ in den Fokus zu rücken und dessen vielfältigen Beziehungen und Kontakte zu Künstlern in ganz Europa zu veranschaulichen.

So ließ sich der Sohn einer erfolgreichen jüdischen Kaufmannsfamilie, die in einem repräsentativen Gebäude am Brandenburger Tor residierte, von den Realismus-Kompositionen des ungarischen Maler Mihály Munkácsy inspirieren.

Liebermann wurde von Künstlerin in Frankreich und Holland inspiriert

In Paris, wo sich Liebermann Mitte der 1870er Jahre fünf Jahre lang aufhielt, feierte er seine ersten Ausstellungserfolge. Und in Holland fand er die entscheidenden Motive für sein Frühwerk.

Die Darmstädter Liebermann-Ausstellung will nach den Worten von Museumsdirektor Faass vor allem den „fruchtbaren internationalen Austausch“ der Künstler darstellen und zeigen, wie diese Vernetzung zu einer Erneuerung der Malerei geführt habe.

Highlights der Ausstellung sind „Der Papageienmann“ von Max Liebermann und das Gemälde „Die Villen in Bordighera“ von Claude Monet (v. l.).

Ausstellung über Max Liebermann in Darmstadt mit vielen Leihgaben

Für die Schau haben 64 Leihgeberinnen und Leihgeber Werke zur Verfügung gestellt – darunter die Nationalgalerie Berlin, das Musée d’Orsay in Paris, das Kunstmuseum in Den Haag, das Teylers Museum in Haarlem, das Musée des Beaux-Arts in Dijon, die Kunststiftung Kurt und Barbara Alten in Ascona sowie zahlreiche deutsche Sammlungen.

Ausgehend von den beiden Liebermann-Gemälden aus der Sammlung des Landesmuseums sind neben weiteren prägnanten Liebermann-Werken – wie etwa dem vor 120 Jahren entstandenen „Papageienmann“, das zu den berühmtesten Motiven im Werk des deutschen Impressionisten gehört – auch Werke von Zeitgenossen Liebermanns zu sehen, darunter Camille Corot, Édouard Manet, Claude Monet und Camille Pissarro.

Dass die vielen ganz besonderen Leihgaben in Darmstadt gezeigt werden können, entzückt auch Kurator Faass. Es sei „wirklich einmalig“, weil das Publikum Liebermann mit ganz neuen Augen sehen könne. Zudem, so Faass, werde exemplarisch auch die „kosmopolitische Integrationskraft von Kunst“ deutlich.

Der Jude Max Liebermann war Ziel antisemitischer Angriffe

Deutlich wird in der Schau auch, wie der Jude Liebermann zum Ziel antisemitischer Angriffe wurde. Zu sehen ist sein großformatiges Gemälde „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“. Das Gemälde wurde 1879 auf der Internationalen Kunstausstellung in München gezeigt.

Es löste damals einen Skandal aus, weil die Jesus-Darstellung nicht den Konventionen entsprach. Der „ungewaschene Bube im schmutzigen Hemde“ habe einen „ordinären Schacherzug“ im Gesicht, der das religiöse Empfinden beleidige, hieß es seinerzeit im „Bayerischen Landboten“. Die antisemitischen Ausfälle veranlassten Liebermann, die Jesus-Figur zu übermalen, die nun sehr weibliche Züge aufweist.

Liebermanns Gemälde „Der zwölfjährige Jesus im Tempel“ löste 1879 einen Skandal aus.

Liebermann-Ausstellung in Darmstadt in acht Abschnitten

Die Ausstellung in den fünf Räumen, deren Wände zunächst dunkelrot und dann graublau gestrichen wurden, gliedert sich in acht Abschnitte. Die Schau beginnt mit der Darstellung der Studienzeit Liebermanns in Weimar und einer Reise nach Düsseldorf, wo ihn der ungarische Maler Munkácsy beeindruckte.

Ein weiterer Abschnitt thematisiert die „Schule von Barbizon“, die ihren Namen nach einem südlich von Paris gelegenen Ort hat, der sich von 1849 an zu einem Künstlerort entwickelte. Hier faszinierte Liebermann das realistische Naturempfinden und die Freiluftmalerei.

DIE AUSSTELLUNG

„Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ lautet der Titel der neuen Ausstellung, die vom Donnerstag, 7. Oktober, bis zum Sonntag, 9. Januar 2022, im Hessischen Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1, gezeigt wird.

Geöffnet ist das Museum dienstags, donnerstags, freitags, samstags sowie an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 20 Uhr. Montags sowie an Heiligabend und Silvester bleibt das Museum geschlossen.

Der Eintritt kostet 12 Euro, ermäßigt 10 Euro (bei Gruppenteilnahme) und 8 Euro. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt. Tickets können online unter www.hlmd.de gebucht werden.

Gruppen- und Individualführungen , die 70 Euro zuzüglich Eintritt kosten (fremdsprachig 80 Euro), können telefonisch unter Telefon 0 61 51/16 57-111 sowie per E-Mail unter vermittlung@hlmd.de gebucht werden.

Das Servicetelefon ist dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 14 bis 16 Uhr besetzt.

Der Ausstellungskatalog , der 180 Seiten umfasst und in dem viele Bilder enthalten sind, ist im Sandstein Verlag erschienen und kostet 29,80 Euro.

Anfahrt: In der Nähe des Landesmuseums befinden sich die Bus- und Straßenbahnhaltestellen Schloss, Luisenplatz und Willy-Brandt-Platz. In den Q-Park-Schlossgaragen können Fahrzeuge abgestellt werden.

www.hlmd.de

Landesmuseum Darmstadt und Kunstpalast Düsseldorf kooperieren

Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit den „Alten Niederländer Meistern“, die Liebermann in seiner „Malheimat Holland“ studierte, mit der „Entdeckung des Lichts“ mit „Liebermann und der Impressionismus“ und schließlich mit den „Gartenbildern“, dem Spätwerk des Künstlers.

Durch Gegenüberstellung der Gemälde Liebermanns mit Werken seiner großen französischen und holländischen Vorbilder bietet sich für Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, ein Verständnis für die europäischen Wechselbeziehungen in der Malerei zu erlangen.

Die Schau, die als Kooperationsprojekt des Landesmuseums Darmstadt mit dem Kunstpalast Düsseldorf entstanden ist und unter der Schirmherrschaft von Donatus Landgraf von Hessen steht, zeigt zugleich auch Liebermanns eigenen Einfluss auf jüngere Künstlerinnen und Künstler wie Max Slevogt, Max Beckmann und Julie Wolfthorn.

DAS RAHMENPROGRAMM

Öffentliche Führungen durch die Liebermann-Ausstellung für maximal neun Personen stehen am 10. Oktober, 7. November und 5. Dezember jeweils um 15 Uhr sowie am 3. November und 8. Dezember jeweils um 18.30 Uhr auf dem Programm.

Auch für Kinder, Kitagruppen und Schulklassen gibt es spezielle Rundgänge oder didaktische Angebote.

Filme des Kultursenders Arte zur Ausstellung werden am 27. Oktober, um 18 Uhr sowie am 17. November und 15. Dezember jeweils von 18.30 Uhr an im Vortragssaal des Museums gezeigt.

Eine Podiumsdiskussion über „Jüdisches Leben in Deutschland“ beginnt am 20. November um 19 Uhr.

Ein Museumskolleg , der Museumspodcast „Das Grüne Sofa“ und ein Audioguide ergänzen das Rahmenprogramm zur Ausstellung.

www.hlmd.de

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