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DA-Landgericht_101220
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Justitia wacht über dem Eingang: Der Prozess gegen den Spielerberater fand im Justizgebäude am Mathildenplatz in Darmstadt statt.

Darmstadt

Darmstadt: Logos der Lilien und des DFB für falschen Vertrag verwendet

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Das Amtsgericht Darmstadt verurteilt einen Spielerberater zu einer Geldstrafe wegen Urkundenfälschung. Der 55-Jährige Ukrainer wollte mit Hilfe seiner Kontakte zu den Darmstädter Lilien einen Landsmann als Trainer und Scout anstellen.

Wegen Urkundenfälschung und Vergehen nach dem Aufenthaltsgesetz ist am Mittwoch ein 55 Jahre alter Spielerberater vom Amtsgericht Darmstadt zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden. Richter Mathias Siebertz sah es als erwiesen an, dass der Ukrainer im Frühjahr 2017 seine Kontakte zum damaligen Fußballbundesligisten SV Darmstadt 98 genutzt hat, um einen Landsmann mit einem gefälschten Vertrag in seiner eigenen Firma als Scout anzustellen.

Nachdem ein hierfür erforderlicher Visumsantrag in Kiew bereits Ende Oktober 2016 abgelehnt worden war, hatte der Angeklagte Ende April 2017 den Teammanager des SV 98 um Vermittlung eines eiligen Termins bei der Darmstädter Ausländerbehörde gebeten.

Darmstadt: Angeklagter will von falschem Lilien-Vertrag nichts gewusst haben

Vor zweieinhalb Wochen hatte der Angeklagte jedoch vor Gericht beteuert, von einem gefälschten Arbeitsvertrag, auf dem die Logos der Darmstädter Lilien und des Deutschen Fußball Bunds (DFB) prangten, nichts gewusst und nur als Dolmetscher fungiert zu haben.

Der 55-Jährige beschuldigte stattdessen seinen Landsmann, den gefälschten Vertrag zur Behörde mitgebracht und dem Sachbearbeiter ausgehändigt zu haben, um so leichter an einen Aufenthaltstitel zu kommen. Nach dem Ukrainer hatte das Gericht in den vergangenen Monaten allerdings vergeblich gesucht. Eine aufmerksame Sachbearbeiterin der Behörde wurde jedoch stutzig, als neben dem gefälschten Vertrag ein weiterer Arbeitsvertrag mit der Agentur des Angeklagten vorgelegt wurde.

Darmstadt: Staatsanwältin spricht von „hoher krimineller Energie“

Staatsanwältin Nicole Hilbrecht forderte zum Abschluss des Prozesses am Mittwoch, den 55-Jährigen zu einer Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 30 Euro zu verurteilen. Die Vertreterin der Anklagebehörde warf dem Angeklagten vor, er sei „federführend auf die Idee gekommen“, seine Kontakte zu den Darmstädter Lilien zu nutzen, um mit Hilfe des gefälschten Vertrags einen Aufenthaltstitel für seinen Landsmann zu erhalten. Dabei habe er mit einer „hohen kriminellen Energie“ gehandelt, so Hilbrecht. Verteidiger Hartwig Grude sprach von „haltlosen Vermutungen“ der Staatsanwältin und forderte Freispruch für seinen Mandanten.

Richter Siebertz folgte grundsätzlich der Argumentation der Staatsanwältin. Der Angeklagte habe auch ein „hohes Eigeninteresse“ gehabt, den Landsmann in seiner Firma anzustellen, nachdem dieses Vorhaben ein paar Monate zuvor gescheitert war.

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