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Darmstadt lockt an

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Zu den Touristen-Attraktionen in Darmstadt gehört unter anderem die Mathildenhöhe mit ihren Jugendstilbauten.
Zu den Touristen-Attraktionen in Darmstadt gehört unter anderem die Mathildenhöhe mit ihren Jugendstilbauten. © Ingo E. Fischer

Darmstadt kann sich nicht nur über ein Wachstum bei den Einwohnern freuen. Es gibt auch 8,7 Prozent mehr Übernachtungen im ersten Halbjahr. Und die Zahl der Führungen steigt.

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wächst und wird bald 160 000 Einwohner haben. Das liegt vor allem an den guten wirtschaftlichen Bedingungen, die Arbeitskräfte anziehen. Seit Jahren steigen aber auch die Übernachtungszahlen – allein im ersten Halbjahr 2016 um 8,7 Prozent auf 354 653. Davon kamen 116 686 Gäste (32,9 Prozent) aus dem Ausland – ein Anstieg von 18,8 Prozent.

Für Anja Herdel, Geschäftsführerin der städtischen Tochter Darmstadt-Marketing, spielt eine Angst vor möglichen Terroranschlägen in anderen Urlaubsländern bei der Zunahme der Übernachtsungszahlen keine Rolle: „Der Deutschland-Tourismus ist seit zehn Jahren kontinuierlich im Aufwind.“ Sie führt die starke Zunahme der Übernachtungen in Darmstadt in erster Linie auf die gute Konjunktur zurück. Wegen der vielen wissenschaftlichen Einrichtungen kämen viele Forscher nach Darmstadt, zum Beispiel wegen des Großprojekts „Fair“ am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung oder zum dreißigjährigen Bestehen von Eumetsat in diesem Jahr.

Zwar machen Geschäftsreisende und Kongressteilnehmer 80 Prozent der Übernachtungen aus, Touristen aber immerhin die restlichen 20 Prozent. Durchschnittlich bleiben Übernachtungsgäste zwei Tage, im umgebenden Landkreis sind es drei bis vier. Darmstadt verzeichnet zudem zehn Millionen Tagesgäste im Jahr.

Als Wirtschaftsfaktor sind beide Gruppen – Touristen und Geschäftsreisende werden nicht getrennt gezählt – eminent wichtig für die Stadt Darmstadt. Lag der Bruttoumsatz in Darmstadt 2006 noch bei 360 Millionen Euro, waren es 2012 schon 435 Millionen Euro. „Bei der laufenden Erhebung für 2015 werden es noch mehr sein“, sagt Herdel.

Lilien als Touristenmagnet

Die Attraktivität der Mathildenhöhe, ohnehin Spitzenreiter beim Interesse der Touristen, nehme noch zu, obwohl die Ausstellungshalle seit Längerem wegen Sanierungen geschlossen sei. 2014 habe es beispielsweise 599 Führungen gegeben, im vergangenen Jahr 675. Insgesamt stieg die Zahl aller von Darmstadt-Marketing veranstalteten Führungen von 1837 auf 2162 (plus 17,7 Prozent).

Die 2020 anstehende Entscheidung über eine Klassifizierung als Weltkulturerbe werde das Interesse von Touristen an Darmstadt ebenso beflügeln wie die Landesgartenschau 2022, ist sich Herdel sicher. Auf Platz zwei der Führungen rangiert das Weltraumoperationszentrum Esoc. Das Jugendstilbad ist nach Herdels Angaben ebenfalls ein beliebtes Ziel von Touristen. Zahlen hat sie keine, denn das Bad wird über Hotels vermarktet.

Und die Lilien? „Die sind ein Glücksfall, weil sie den Namen Darmstadt nach draußen tragen“, sagt die Tourismus-Fachfrau. Nach einer Untersuchung aller Bundesliga-Städte bleiben pro Jahr durch den SV 98 sechs Millionen Euro in der Stadt. (ryp)

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