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László Moholy-Nagy, "Komposition mit rotem Eck"

Darmstadt

Landesmuseum zeigt Bauhaus-Meister

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Von Paul Klee bis Wassily Kandinsky: In der Karl-Freund-Galerie sind 92 Exponate zu sehen

Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Bauhaus-Gründung in Weimar zeigt die Graphische Sammlung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt eine Ausstellung mit Werken aus dem eigenen Bestand. Das Herzstück der 92 Exponate umfassenden Präsentation, die in der Karl-Freund-Galerie des Museums unter dem Titel „bauhausPositionen“ gezeigt wird, bildet die „Meistermappe des Staatlichen Bauhauses“ aus dem Jahr 1923. 

Nach Angaben von Mechthild Haas, der Leiterin der Graphischen Sammlung, die auch die Schau kuratiert hat, ist die Mappe „eine Rarität“. Sie gelte als „Schlüsselwerk der europäischen Druckgrafik“ und enthält Arbeiten von Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Gerhard Marcks, Georg Muche, László Moholy-Nagy, Oskar Schlemmer und Lothar Schreyer. Die Edition des Bauhaus-Verlages ist nur in einer Auflage von 100 Exemplaren erschienen. Das Landesmuseum ist im Besitz des 13. Exemplars. 

Weitere Exponate von am Bauhaus vertretenen Künstlern sollen nach den Worten von Haas „die individuelle Vielfalt der ‚Bauhaus-Positionen‘ deutlich machen“. Gerade der Vergleich zu den Arbeiten aus der Zeit vor der Gründung des Bauhauses in Weimar im Jahr 1919 belege, wie die damalige Künstlergeneration an den Gedanken des Bauhauses teilgenommen und diese umgesetzt habe. Besonders anschaulich werde dies beim „Neuen Sehen“ in der Sektion, die sich der Fotografie widmet. 

Auch Werke von Max Beckmann und George Grosz

Zum Auftakt der Ausstellung werden die Besucher mit zeitgenössischen Motiven und großen Plakaten konfrontiert, die aus der Zeit der Weimarer Republik stammen. Zu sehen sind hier Werke von Max Beckmann, George Grosz und Oskar Kokoschka. 

Haas hat bei der Präsentation auf Leihgaben verzichtet. Dies liege zum einen an der Qualität der Bestände in der Graphischen Sammlung des Landesmuseums. Andererseits sollte auch der Fokus darauf gerichtet werden, welche Bauhaus-Arbeiten für das Museum einst erworben wurden und welche Spuren das Bauhaus hier hinterlassen habe. Die Ausstellung widmet sich nach Angaben der Kuratorin vor allem der Frühzeit des Bauhauses, um das „Netzwerk der Künstlerinnen und Künstler zu beleuchten, die mit der Institution Bauhaus verbunden waren“. 

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Für Kinder hat das Museum ein Suchspiel zur Ausstellung unter dem Titel „bauhausDetektive“ entwickelt. Mit „kriminalistischem Gespür“ sollen die richtigen Bildtitel den Bildausschnitten zugeordnet und Fragen zur Ausstellung beantwortet werden. Zur Ausstellung, die noch bis zum 14. Juli gezeigt wird, ist auch ein 56 Seiten umfassender Katalog erschienen, der 24 Abbildungen enthält und den Haas und Assistenzkuratorin Jennifer Chrost zusammengestellt haben. Der Katalog ist für acht Euro im Museumsshop erhältlich.

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