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Die KI „Alfie“, entwickelt an der TU Darmstadt, kann moralische Fragen beantworten, etwa ob man Menschen töten darf.

Präsentation

Land gründet Zentrum für Künstliche Intelligenz

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Hessen will die Entwicklung künstlicher Intelligenz vorantreiben. Maschinen sollen Menschen verstehen. Am neuen Zentrum für KI arbeiten 13 Universitäten und Hochschulen zusammen.

Ob beim autonomen Fahren, der Gesichtserkennung am Smartphone oder in der Landwirtschaft bei der Früherkennung von Pflanzenkrankheiten: Die Künstliche Intelligenz (KI) ist mitten unter uns. Hessen will bei ihrer Weiterentwicklung ganz vorne dabei sein und gründet deshalb das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz - mit Hauptsitz an der Technischen Universität (TU) in Darmstadt und Nebenstandort an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Die Beteiligten

Zum Hessischen Zentrum für KI gehören die TU Darmstadt sowie die Universitäten Frankfurt, Gießen, Marburg und Kassel; die Hochschulen RheinMain, Mittelhessen, Fulda, Darmstadt, Geisenheim, die Hochschule für Gestaltung Offenbach, die private Hochschule Frankfurt School of Finance & Management sowie die Frankfurt University of Applied Sciences. cka

Bundesweit bislang einzigartig daran ist nach Einschätzung des Wissenschaftsministeriums, dass das Zentrum von 13 hessischen Hochschulen unterschiedlicher Typen getragen wird. Dafür richtet das Land 20 zusätzliche Professuren ein und stellt in der fünfjährigen Aufbauphase 38 Millionen Euro zur Verfügung, wie Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Montag bei der Präsentation sagte. Ziel sei, die Vernetzung von Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern. Viele Menschen würden KI entweder nicht kennen oder hätten Angst davor. In Hessen liege die Nutzung von KI-Anwendungen bei Unternehmen mit fünf Prozent im Jahr 2018 allerdings bereits über dem Bundesdurchschnitt. Deshalb liege hier eine große Chance für ein wirtschaftliches Wachstum. „Unternehmen siedeln sich dort an, wo es gute Fachkräfte gibt“, so der Minister.

Mit der TU Darmstadt habe man einen starken Standort für Grundlagenforschung gefunden, dicht gefolgt von den anderen Universitäten und Hochschulen, die KI fachspezifisch oder praxisnah erforschten, sagte Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Mehr als 40 Partner aus Forschung und Wirtschaft wollten schon jetzt mit dem Zentrum zusammenarbeiten. Laut Zentrumssprecher Kristian Kersting vom TU-Fachbereich Informatik, wurden unter anderem Google, Deutsche Bank, Continental und Hochtief als Partner gewonnen. Erklärtes Forschungsziel des Zentrum ist laut Co-Sprecherin Mira Mezini, ebenfalls vom TU-Fachbereich Informatik, „die Entwicklung einer neuartigen KI“, die lernt und schlussfolgert wie ein Mensch. Kerstin: „Wir wollen, dass die Maschine ein Partner des Menschen wird, der menschenähnlich denkt und Menschen versteht.“ Dabei gehe es auch um eine „Demokratisierung der Entwicklung“, so Mezini. Man wolle die Kerninformationen der neuen Technologie automatisieren und so für Softwareprogrammierer zugänglich machen.

Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) betonte, dass man bei der Entwicklung der KI ein besonderes Augenmerk auf die ethischen Fragestellungen lege. Deshalb solle das Zentrum eng mit dem ebenfalls an der TU Darmstadt entstehenden Zentrum für verantwortungsbewusste Digitalisierung kooperieren.

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