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Weil hier nachts zu laut gefeiert wurde, hat die Stadt den Orangerie-Garten von 23 bis 6 Uhr geschlossen.

Darmstadt

Kritik an Schließung der Orangerie wegen Lärm und Müll

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Weil Darmstadtseinen Orangeriegarten infolge von nächtlichen Partys ab 23 Uhr sperrt, wirft die SPD der Stadt Kapitulation vor Feierlustigen vor. Auch von einem bekannten Anwohner gibt es Kritik.

Zerstörte Blumenrabatten, vermüllte Flächen und nächtliche Musik: Weil der Orangeriegarten in Darmstadt in jüngster Zeit zum Treffpunkt feierlustiger junger Menschen avancierte, ist der Park seit kurzem zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen.

Auch die von der Stadt ausgesandten Streetworker konnten dem Treiben von bis zu 450 Personen keinen Einhalt gebieten. Die SPD kritisiert die Schließung und sieht „eine Kapitulation der Stadt“. Der grün-schwarze Magistrat sei mit den jungen Menschen nicht einmal in den Dialog getreten. Ein Gesamtkonzept für Feiernde habe die Stadt nicht vorgelegt – dafür schließe sie jetzt Treffpunkte für junge Menschen. Die Jugendlichen würden andere Räume nutzen und neue Probleme für andere Anwohner schaffen.

Doch dagegen wehrt sich die Stadt. Jedes Wochenende seien sogenannte VIPeers in der Orangerie unterwegs, um mit den jungen Menschen zu sprechen, teilte die Stadt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit.

Dabei gehe es um die Erklärung von Regeln, hauptsächlich bei den Themen Lärm und Müll. Verdrängungseffekte seien bislang nicht festgestellt worden. Jugenddezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) betonte, dass es nicht Aufgabe des Jugendamtes sei, „Feiern für Jugendliche auszurichten, die die ganze Nacht dauern“. Sondern man wolle den jungen Menschen eigenverantwortliches Handeln und ein vernünftiges Miteinander vermitteln. Das passiere über Streetwork. Zudem gebe es stadtweit Freizeitangebote in den Jugendhäusern.

Für eine Kapitulation hält die Schließung auch der Anwohner, Blogger und Krimiautor Christian Gude. Es hätten sich dort immer Menschen nach 23 Uhr aufgehalten, die sich angemessen verhalten hätten. Nun würden alle bestraft. „Ein robuster Auftritt der kommunalen Ordnungshüter wäre legitim und sinnvoll“, sagt Gude. Doch es seien nicht die Uniformierten, die hier versagten, sondern die Öffentlichkeit, die die Ordnungshüter nicht mit mehr Rückhalt und personellen Ressourcen ausstatte, damit sie wenn notwendig angemessen durchgreifen könnten.

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