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Edith Kneifl, die Wiener Krimi-Queen, liest auch in Darmstadt.

Festival

Darmstadt: Bei den Krimitagen steht die Korruption im Mittelpunkt

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Das national und international besetzte Festival hat damit erstmals ein übergreifendes Thema.

Politische Kriminalromane und Thriller um Korruption und organisiertes Verbrechen stehen im Mittelpunkt der Darmstädter Krimitage vom 25. bis 30. März. Das national und international besetzte Festival hat damit erstmals ein übergreifendes Thema, wie Judith Kautz sagt. Sie ist neue Inhaberin des Bessunger Buchladens, der gemeinsam mit dem Kulturzentrum Bessunger Knabenschule und den lokalen Krimiautoren Michael Kibler und Christian Gude das mörderische Spektakel organisiert.

„Wir haben Autoren gefunden, die sich wirklich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen“, sagte Kautz bei der Vorstellung des Programms am Dienstag. Da ist etwa Norbert Horst, der auf mehr als 40 Jahre Erfahrung als Ermittler zurückgreifen kann und heute noch beim Polizeipräsidium Bielefeld tätig ist. „Es gibt wohl keinen deutschsprachigen Krimiautor, der Horst nicht um seine Insiderkenntnisse beneidet“, sagte Gude. Horst liest aus „Kaltes Land“, das seit drei Monaten auf der Krimibestenliste steht. Zu jeder Lesung findet eine Gesprächsrunde auf dem Roten Sofa statt, bei der die Krimitalker Kibler – er schreibt gerade an einem Darmstadt-Krimi, der im November erscheint – und Gude den Autoren Fragen stellen. Wenn „Tatort“-Drehbuchautor Andreas Pflüger aus „Niemals“ liest, werde es beispielsweise darum gehen, wie sich das filmische Schreiben vom literarischen unterscheide, kündigte Christian Gude an.

Ein Format, das bei dem mit knapp 800 Gästen gut besuchten Festival immer großen Zuspruch findet, ist „Junge Wilde trifft Grande Dame“. Diesmal treffen die Wiener Krimi-Queen Edith Kneifl und die Ex-Google-Mitarbeiterin Ellen Dunne aufeinander. Während in Dunnes „Harte Landung“ die deutsch-irische Kommissarin Patsy Logan in einem Onlineunternehmen ermittelt, reist Kneifl in „Todesreigen in der Hofreitschule“ ins Wien der vorvergangenen Jahrhundertwende.

Mit seinem Umweltthriller „Das Meer“ legt Wolfram Fleischhauer einen Thriller über Sklaverei in der Fischerei vor. Am selben Abend hält Zeit-Kolumnist Martin Wehrle seine Premierenlesung für „Die Ratte“. Im ersten Krimi des Sachbuchautors geht es um die Schattenseiten der Arbeitswelt.

Bestsellerautorin Ursula Poznanski aus Wien lässt in „Vanitas – Schwarz wie die Erde“ eine Blumenhändlerin gegen ein Verbrechersyndikat ermitteln.

In diesem Jahr kooperieren die Krimitage erneut mit dem parallel laufenden Wiesbadener Krimimärz. Erstmals werden zum Auftakt der Krimitage jeweils fünf lokale Autoren aus Darmstadt und Wiesbaden aufeinandertreffen, wobei beim „Speedreading“ jeder fünf Minuten Zeit hat, um die Zuhörer mit seiner Story in den Bann zu ziehen. Aus Darmstadt sind neben Kibler auch Eric Barnert, David Frogier de Ponlevoy, Andreas Roß und Ella Theiss dabei.

Zum Abschluss zeigt Kooperationspartner Programmkino Rex den Siegerfilm des Deutschen Fernsehkrimi-Festivals, der am 17. März in Wiesbaden gekürt wird. „Wir werden versuchen, Gäste aus dem Filmteam nach Darmstadt zu bekommen“, kündigte Citydome-Betriebsleiterin Julia Wettlaufer an.

Die Darmstädter Krimitage - Im Überblick

Alle Lesungen vom 25. bis 29. März finden in der Bessunger Knabenschule, Ludwighöhstraße 42, statt. Beginn jeweils 20 Uhr, Einlass 19.30 Uhr.

Der Siegerfilm des Deutschen Krimi-Festivals wird am 30. März, 20 Uhr, im Citydome Darmstadt, Wilhelminenstraße 9, gezeigt.

Tickets gibt es für 10, ermäßigt 8 Euro pro Veranstaltungstag. Der Festivalpass kostet 42 Euro. Zu haben über Bessunger Knabenschule, Bessunger Buchladen, Citydome und online unter www.darmstaedter-krimitage.de

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