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Darmstadt-Krimis: Von Aschespuren und stillem Hass

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Autor Michael Kibler vor dem Spanischen Turm auf der Rosenhöhe, der die Titelseite seines zuletzt erschienenen Krimis ziert.
Autor Michael Kibler vor dem Spanischen Turm auf der Rosenhöhe, der die Titelseite seines zuletzt erschienenen Krimis ziert. © Michael Schick

Der Darmstädter Krimi-Autor Michael Kibler schreibt an seinem 17. Buch und freut sich wieder auf Lesungen vor Publikum, Krimispaziergänge und Führungen zu fiktiven Tatorten mit dem Segway.

Darmstadt - Von wegen, Darmstadt ist beschaulich: Diese Stadt ist mörderisch, zumindest in den Krimis von Michael Kibler. Der Autor von „Zarengold“, „Rosengrab“ und Co. schreibt bereits an seinem 17. Buch rund um Kommissarin Margot Hesgart und Privatdetektiv Steffen Horndeich.

Auch dieses Mal wird es vermutlich wieder blutig zugehen, allerdings schwitzt Kibler derzeit vor allem Blut: Blut und Wasser, denn Abgabe beim Verlag ist in zwei Wochen, und auch wenn der Titel „Stiller Hass“ bereits steht, so hat der Krimiprofi seine Buchseiten noch lange nicht vollständig gefüllt: „Ich habe ein Motivationsproblem, bis ich ein Zeitproblem habe. Vor 15 Jahren habe ich noch Panik bekommen, wenn ich kurz vor Abgabetermin noch nicht fertig war, aber inzwischen weiß ich: Ich schaffe das.“

Darmstadt: Krimi-Autor Michael Kibler startet wieder mit Lesungen

Schließlich hat er auch schon andere Herausforderungen gemeistert. Wer denkt, ein erfolgreicher Schriftsteller liegt das ganze Jahr über auf dem Liegestuhl und fährt nur ab und an seinen Computer hoch, um ein paar Zeilen zu schreiben, der irrt. Ein Autor lebt von Lesungen, die allerdings während der Pandemie nicht stattfinden durften. „Es war eine harte Zeit. Mein Einkommen war plötzlich von heute auf morgen weggebrochen. Ich habe zwei Online-Lesungen gemacht, aber die sind einfach nicht vergleichbar mit einer echten Lesung mit echten Menschen zum Anfassen.“

Jetzt geht es endlich wieder los: Die erste Live-Lesung von Kiblers aktuellem Krimi „Aschespur“ beginnt am Donnerstag, 7. April, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Wolfskehlen in Riedstadt-Goddelau. Und dann stehen weitere Termine in Darmstadt an – wie zwei Krimidinnerlesungen in der Klause auf der Ludwigshöhe am 20. April und 4. Mai und eine Lesung in der Weinstube Kilian im Stadtteil Arheilgen am 3. Mai.

Der „Krimi Aschespur“ von Michael Kibler ist 2021 im Piper Verlag erschienen. Das Taschenbuch mit 368 Seiten kostet 14,00 Euro.
Der „Krimi Aschespur“ von Michael Kibler ist 2021 im Piper Verlag erschienen. Das Taschenbuch mit 368 Seiten kostet 14,00 Euro. © Piper Verlag

Darmstadt: Autor Michael Kibler bietet Krimitouren an

Wem Sitzen und Lauschen zu öde ist, der kann mit dem Autor auch wandern gehen. Bei seinen Krimispaziergängen wandelt er mit Horndeich-Fans zu allen Tatorten und gibt Textpassagen zum Besten. Für die ganz Rasanten gibt es gar Segway-Krimiführungen auf jenen zweirädrigen Fahrzeugen mit Festhaltestange. Diese Krimitour ist nicht einmal tödlich, wenn man die Verkehrsregeln missachtet, aber man lernt Kiblers fiktive Mordschauplätze hervorragend kennen.

„Inzwischen identifizieren sich die Darmstadt-Krimis jedoch weniger über die Orte als über die Personen. Meine Leserinnen und Leser haben sich in die Charaktere verliebt und wollen wissen, wie es mit denen weitergeht.“

Darmstadt: Krimi-Autor Michel Kibler recherchiert via Google

Neue Persönlichkeiten, Lebensläufe und Namen entstehen bereits vor dem Schreiben in Kiblers Kopf, für ihr Aussehen sucht sich der Autor Anregungen im Netz. Dazu gibt er aber nicht etwa „Mörder“ oder „Krimineller“ ein, sondern er googelt nach Namen. Hat er beispielsweise einen „Klaus“ oder eine „Claudia“ zu besetzen, schaut er mal, wie Kläuse und Claudias im World Wide Web so aussehen, und lässt sich inspirieren. Die Recherche allein scheint schon recht spaßig.

Mord und Spaß, das mutet zwar etwas paradox an, insbesondere für Menschen, die sich nach dem Konsum eines Krimis nur noch schwerlich im Dunkeln in den Keller trauen. Aber der Reiz ist für Kibler ohnehin ein ganz anderer: Er liebt nämlich das Rätsel, und findet, in Darmstadt müsse sich eigentlich niemand fürchten: „Der Krimi funktioniert natürlich nur in einem relativ sicheren Umfeld. Würden wir wie in Mexiko jeden Tag erschossene Leute sehen, dann funktionieren Liebesromane besser.“ Doch auch ein Kibler-Krimi birgt eine heile Welt, denn: „Trotz all des Mordens kriegt der Böse am Schluss immer einen auf die Mütze.“ (May-Britt Winkler)

Infos zu Lesungen oder Führungen gibt es unter www.michaelkibler.com

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