Aktivisten der Bewegung Fridays for Future demonstrieren in Darmstadt für mehr Klimaschutz.
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Aktivisten der Bewegung Fridays for Future demonstrieren in Darmstadt für mehr Klimaschutz.

Neue Vorgaben und Standards beschlossen

Darmstadt: Klimapaket kommt

  • Claudia Kabel
    vonClaudia Kabel
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Die Darmstädter Stadtverordneten haben das „Sofortprogramm Klimaschutz“ beschlossen. Ziel ist: Null Emissionen bis 2035. Der Opposition geht das Klimapaket nicht weit genug.

Darmstadt – Ein Jahr nachdem die Stadt Darmstadt den Antrag „Höchste Priorität für Klimaschutz“ beschlossen hat, wurde jetzt das „Sofortprogramm Klimaschutz“ auf den Weg gebracht. Mit den Stimmen von Grünen, CDU und Uffbasse beschloss die Stadtverordnetenversammlung am Dienstag das Paket. Es sieht 25 Punkte vor, um die CO2-Emissionen, da wo die Stadt Handlungsoptionen hat, bis 2035 auf null zu senken.

Enthalten sind Vorgaben zu energetischer Gebäudesanierung und Ökostandards bei Neubauten, die Umstellung von Beleuchtungen auf LED-Technik, der Bau und die Förderung von Photovoltaikanlagen und das Pilotprojekt „Smart-School-Lösung“, bei dem eine intelligente Heizungs- und Raumtemperatursteuerung an Schulen Energie einsparen sollen.

Darmstadt: Opposition kritisiert Klimapaket als unzureichend

Auch wenn ein Verbot von Heizstrahlern bei öffentlichen Veranstaltungen im Katalog steht, gab Umweltdezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) Entwarnung für Gastronome: „Wir werden ihnen diesen Herbst nicht die Heizstrahler abschalten.“ Dafür gebe es gar kein rechtliche Grundlage.

Die Opposition kritisierte das Paket als nicht ausreichend, um die Klimaziele zu erreichen. SPD-Vorsitzender Tim Huß sagt, es seien zu wenig Ideen. Die SPD forderte einen Solarpark entlang der Autobahn. Ursula Blaum (FDP) sagte: Ohne Lösung für das Pendlerproblem werde man die Klimakrise nicht lösen können.

Emissionen sinken in Darmstadt im Vergleich langsamer

Akdeniz bezeichnete die Debatte als „existenziell“ und räumte ein, dass ein Sofortprogramm nicht ausreiche, um die Klimabilanz auf null zu drehen. Sie kündigte eine Neuauflage des bereits umgesetzten Klimaschutzkonzeptes an. Es seien weitere „empfindliche Maßnahmen“ nötig, so Akdeniz. Zudem müsse man die Bevölkerung mitnehmen. Deswegen soll ein Heft zu Handreichungen zum Klimaschutz erstellt werden, das aufzeigt, welche CO2-Einsparungen individuell möglich sind.

Laut vorgelegter Bilanz der Stadt sanken die Emission in Darmstadt pro Kopf von 16,5 Tonnen 1990 auf 9,3 Tonnen im Jahr 2018 – also 42 Prozent. Allerdings gab es in diesem Zeitraum bundesweit einen Rückgang um 31,4 Prozent. (Von Claudia Kabel)

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