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Darmstadt: Kinder besser auf der Intensivstation isolieren

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Von: Claudia Kabel

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Umgebaute Intensivstation an den Darmstädter Kinderkliniken.
Umgebaute Intensivstation an den Darmstädter Kinderkliniken. © Kinderkliniken Prinzessin Margar

Der Umbau der Intensivstation an den Kinderkliniken ist abgeschlossen. Wenige Corona-Patienten werden intensivmedizinisch behandelt.

Der Umbau an den Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret ist abgeschlossen und ab sofort können mehr Kinder gleichzeitig intensivmedizinisch behandelt werden.

Wie die Klinik mittelte, wurden die bestehenden Zweibettzimmern in vier Einzelzimmer umgewandelt. Dadurch habe sich die Möglichkeiten der Isolierung von Kindern mit ansteckenden Erkrankungen verbessert. „Das Problem der ‚alten‘ Intensivstation war, dass wir zwar bis zu sieben Kinder intensivmedizinisch versorgen konnten, aber durch die häufige Notwendigkeit, Kinder isolieren zu müssen, diese Kapazitäten nicht bieten konnten“, erklärt Geschäftsführer Andreas Hofmann. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten würden die Betten jedoch dringend benötigt. Mit dem Umbau könne man nun besser isolieren und flexibler die Station belegen, freut sich auch die Leiterin der Intensivstation Lisette Hayer. Dies steigere die intensivmedizinische Versorgung für Kinder in Südhessen.

Corona nur Teilaspekt

Im Rahmen des drei Monate währenden Umbaus wurden die gesamte Elektrik und die Versorgungsleitungen von medizinischen Gasen erneuert und alle Zimmer mit einer Klimaanlage ausgestattet. Außerdem erhielten alle Bettplätze eine Deckenversorgungseinheit.

Die Kosten der Maßnahme in Höhe von 400 000 Euro wurden durch Eigenmittel der Kinderkliniken getragen. Am vergangenen Donnerstag seien die neuen Räume in Betrieb genommen worden, hieß es.

An den Kinderkliniken werden alle gängigen pädiatrischen Krankheitsbilder von der Geburt bis zum 18. Lebensjahr betreut. Das Spektrum reicht von der Notfallversorgungen Neugeborener über respiratorische Erkrankungen, Krebserkrankungen und schwerst-mehrfach beeinträchtigte Kinder bis hin zur postoperativen Versorgung nach neurochirurgischen Operationen.

Auch Kinder, die sich mit dem Covid-Virus infiziert haben, werden auf Normal- und Intensivstation behandelt. Allerdings liege die Zahl der Kinder, die seit Beginn der Pandemie deswegen auf die Intensivstation gemusst hätten, im einstelligen Bereich, sagte der ärztliche Direktor Sebastian Becker auf FR-Anfrage. Corona sei insofern nur ein Teilaspekt des Umbaus gewesen. Isolation sei indes auch nötig bei Kindern mit Influenza, RS-Viren oder multiresistenten Keimen.

Die Hauptabteilung der Kinderklinik mit der Klinik für Pädiatrie und der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik in der Dieburger Straße umfasst 116 Betten auf sechs Stationen. Weitere 36 Betten befinden sich in der Frauenklinik des Klinikums Darmstadt in der Grafenstraße. Zusammen mit der Frauenklinik bildet die Kinderklinik hier das Level 1 Perinatalzentrum Südhessen. Seit 2017 wurden 1539 Patient:innen intensivmedizinisch behandelt – im Schnitt 300 im Jahr. Ihr Durchschnittsalter lag bei fünf Jahren, die Behandlung dauerte durchschnittlich acht Tage.

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