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Darmstadt: Katastrophenplan für einen Blackout

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Von: Claudia Kabel

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Im Luisencenter soll bei einem Blackout der Krisenstab eingerichtet werden.
Im Luisencenter soll bei einem Blackout der Krisenstab eingerichtet werden. © Rolf Oeser

Bei einem totalen Stromausfall soll es Anlauf- und Versorgungsstellen im Darmstadtium, der Böllenfalltorhalle und in Schulen geben. Die Stadt Darmstadt stellte ihren Katastrophenplan vor.

In Darmstadt will man zwar keine Panik schüren. Trotzdem hat die Stadt jetzt einen Katastrophenplan aufgestellt, wie im Falle eines totalen Stromausfalls zu handeln wäre. „Bei einem Blackout wäre die ganze Stadt dunkel“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) am Mittwoch bei der Präsentation des Konzepts.

Der Notfallplan baut auf Annahmen des Runden Tisch KRITIS (Kritische Infrastruktur) auf und wurde seit September erarbeitet.

Darmstadt legt Katastrophenplan für Stromausfall vor

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffkriegs auf die Ukraine hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Juni die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Bei Stufe drei würden Wirtschaftsunternehmen nicht mehr mit Gas versorgt, sagt OB Partsch. Dies gelte es unbedingt zu verhindern. Davon abgesehen könne es jederzeit auch durch andere Umstände zu einem Blackout kommen, äußerte Ordnungsdezernent Paul Wandrey (CDU).

Bei einem länger andauernden Stromausfall, der sehr unwahrscheinlich sei, würde nach etwa eineinhalb Stunden das mobile Telefonieren nicht mehr funktionieren, die Heizungen blieben kalt und das Trinkwasser, das in Hochbehälter per Notstromaggregat gefördert werden könne, wäre nach einem Tag aufgebraucht.

Darmstadt: Stadt wappnet sich für den Katastrophenfall

„Um auf alle Szenarien bestmöglich vorbereitet zu sein, haben wir den „Kommunalen Einsatzplan Energiemangel“ erstellt, der im Katastrophenfall gemeinsam mit Polizei und Rettungsdiensten die Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung sicherstellen soll“, so der OB. Sollte es tatsächlich zum Katastrophenfall kommen, greift der „Kommunale Einsatzplan Energiemangel“, der in Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Stadtwirtschaft, Polizei und Katastrophenschutz die Einrichtung eines Krisenstabs unter Leitung des Oberbürgermeisters vorsieht.

Der Krisenstab würde im Luisencenter, das über eine Notstromversorgung verfügt, zusammenkommen und von dort alle Maßnahmen koordinieren, erläutert Stadtrat Wandrey. Dazu gehöre je nach Lage die Warnung und Information der Bevölkerung, etwa über die 32 vorhandenen Sirenen, „HessenWarn“, Internet, Rundfunk und Aushänge, außerdem die Einrichtung verschiedener Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger.

Im Katastrophenfall: 20 beleuchtete Anlaufstellen n Darmstadt geplant

Sogenannte „Leuchttürme“ sollen als beleuchtete Anlaufstellen dienen. Sie sind in bestehenden Institutionen wie Rettungswachen, Feuerwachen, Klinikum, Elisabethenstift oder Polizeirevieren vorgesehen. Diese 20 über das gesamte Stadtgebiet verteilten Punkte sollen über Stromgeneratoren versorgt werden.

Darüber hinaus sieht der Plan zehn Wärmeinseln in Schulen und Bürgerhäusern vor und drei Versorgungsstellen in der Böllenfalltorhalle, dem Kongresszentrum Darmstadtium und der Bürgerparkhalle.

Darmstadt: Anlaufstellen werden mit Notstromaggregaten ausgestattet

Die Wärmeinseln sind nur für kurze Aufenthalte gedacht, um sich aufzuwärmen, heißes Wasser zu bekommen oder sich zu informieren. Die Versorgungsstellen sind für Hilfsbedürftige vorgesehen. Aggregate, Heizgeräte und Dieseltreibstoff seien bereits angeschafft worden, so Wandrey. Sämtliche Anlaufstellen seien inzwischen mit Generatoren ausgestattet.

Um die Kommunikation zu gewährleisten, dürfe nun auch die Stadtpolizei den bisher nur für Polizei und Feuerwehr vorgesehenen Funk nutzen.

Darmstadt: Menschen sollen selbst für Krisenfall vorsorgen

Wichtig sind laut Wandrey und Partsch auch die Selbsthilfefähigkeiten der Bürger:innen. Dazu gehöre, dass Trinkwasser, Nahrungsmittel, Kerzen, Batterien, Hygieneartikel, Medikamente sowie Bargeld für mehrere Tage vorrätig seien. Auch solle man im Krisenfall einen Blick auf ältere oder hilfsbedürftige Menschen in der Nachbarschaft haben.

Tipps für die Vorsorge für den Katastrophenfall gibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe online auf https://www.bbk.bund.de unter dem Stichwort Warnung & Vorsorge.

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