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Darmstadt: Kalt duschen nach dem Sport und kühlere Büros

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Von: Claudia Kabel

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Die Wassertemperatur im Darmstädter Jugendstilbad ist schon gesenkt worden.
Die Wassertemperatur im Darmstädter Jugendstilbad ist schon gesenkt worden. © Renate Hoyer

Die Stadt Darmstadt will ihren Strom- und Gasverbrauch in städtischen Einrichtungen und Gebäuden um 20 Prozent senken. Dazu sind zahlreiche Maßnahmen geplant.

Die Stadt Darmstadt will mit zusätzlichen Maßnahmen noch mehr Energie einsparen. Grund ist der im Herbst und Winter drohende Gasmangel wegen der drastischen Reduktion der Gas-Lieferungen aus Russland.

Insgesamt soll der bisherige Energieverbrauch städtischer Einrichtungen und Gebäude – auch der städtischen Töchter – um 20 Prozent reduziert werden. Das teilte die Stadt nach der Sitzung der dafür eingerichteten Task-Force „Kommunale Energieversorgung“ mit. Die FDP hatte im Juli dazu eine kleine Anfrage gestellt. Stadtverordneter Leif Blum wollte unter anderem wissen, ob Darmstadt die Sparvorschläge des Deutschen Städtetags umsetze. Laut Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) gibt es bislang keine Entscheidung, bestimmte Maßnahmen nicht in das Programm aufzunehmen oder nicht umzusetzen. „Wir werden in den kommenden Monaten vermutlich eine Situation erleben, die es so im Nachkriegsdeutschland noch nicht gegeben hat“, warnte Partsch (Grüne) am Montag zu Beginn der Sitzung. Explodierende Energiekosten auf der einen, drastische Einschränkungen mit möglicherweise deutlichen Auswirkungen auf unseren Wohlstand auf der anderen Seite seien eine riesige Herausforderung für unsere Gesellschaft, die wir uns unbedingt noch einmal in all ihrer Drastik bewusst machen und der wir uns frühzeitig stellen müssten.

DIE MASSNAHMEN – EINE AUSWAHL

Öffentliche Gebäude werden nur zwischen 1. Oktober 2022 und 30. April 2023 geheizt. Ausgenommen sind Kitas und Schulen.

Maximal 20 Grad sollen in Verwaltungsgebäuden gelten. In Turn- und Sporthallen sind maximal 17 Grad vorgesehen, in Technik- und Lagerräumen 10 bis 15 Grad.

Die Warmwasserbereitung für Handwaschbecken in öffentlichen Gebäuden und soweit möglich für Duschen in Sporthallen wird abgeschaltet. Ausgenommen sind sensible Einrichtungen wie Mensen, sowie die Christoph-Graupner-Schule.

Fenster und Türen sollen abgedichtet und Klima- und Lüftungsanlagen justiert werden.

Städtische Beschäftigte sollen mitsparen etwa bei Kühlschränken, Warmwasser und Licht. cka

Neben der Reduzierung von Raum - und Wassertemperaturen in Schwimmbädern, Turnhallen, Schulen und Büros soll auch geprüft werden, welche weiteren Beleuchtungen öffentlicher Flächen wegfallen könnten, sofern dies nicht die Sicherheit gefährde. Bereits jetzt wird die Außenbeleuchtung an 30 öffentlichen Gebäuden und Denkmälern abgeschaltet, etwa an Hochzeitsturm oder Ludwigsmonument.

Durch diese ersten Maßnahmen können laut Stadt etwa 74 000 Kilowattstunden pro Jahr gespart werden. Gehe man von einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 1000 bis 1200 Kilowattstunden eines Singlehaushaltes aus, spare die Stadt dadurch den Jahresverbrauch von deren 60 bis 70.

Auch bei den städtischen Bädern sind schon Sparmaßnahmen im Gang: So sind zum Beispiel seit zwei Wochen die Wassertemperaturen in Nordbad, Bezirksbad Bessungen und Jugendstilbad zwischen 1,5 und 2,5 Grad abgesenkt. Einsparpotenzial: 25 Prozent gemessen am Gesamtenergieverbrauch der städtischen Bäder. Nach Angaben des Eigenbetriebs Bäder sind weitere Einsparungen von etwa sechs Prozent möglich. Der Gasverbrauch des Bezirksbads Bessungen entspreche zum Beispiel dem von 130 Haushalten.

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