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Darmstadt: Johannesviertel wird zur kostenpflichtigen Parkzone

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Von: Annette Schlegl, Jens Joachim

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Rund um die Johanneskirche kann derzeit noch kostenfrei Autos an den Straßen und Wegen abgestellt werden.
Rund um die Johanneskirche kann derzeit noch kostenfrei Autos an den Straßen und Wegen abgestellt werden. © Jens Joachim

Im Wohngebiet um die Johanneskirche werden im Frühjahr nächsten Jahres 25 Parkscheinautomaten aufgestellt. Anwohnerinnen und Anwohner bekommen für 120 Euro eine Jahreskarte.

Anwohnerinnen und Anwohner im Johannesviertel werden von Frühjahr nächsten Jahres an vermutlich leichter einen Parkplatz für ihr Auto finden. Der Magistrat hat beschlossen, vom zweiten Quartal 2023 an das Wohngebiet als Parkzone auszuweisen und 25 Parkscheinautomaten zu installieren. Die Zone wird laut einer Mittelung der Stadt das Gebiet südlich und östlich der Kasinostraße, westlich der Frankfurter Straße und nördlich der Bismarckstraße umfassen.

Nach Auffassung von Stadtrat und Mobilitätsdezernent Michael Kolmer (Grüne) ist das Quartier „schon lange ein Vorreiter für die Mobilitätswende“. Allerdings war es ein Bürger aus dem Johannesviertel, der Mitglied des Vereins Wegerecht ist, der vor 2020 die Stadt in einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt dazu zwang, entscheidende Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr am Johannesplatz durchzusetzen. Dort hatte die Stadt jahrelang regelwidriges halbseitiges Parken von Fahrzeugen auf dem Gehweg geduldet.

In diesen Straßen im Johannesviertel in Darmstadt soll die Parkzone vom zweiten Quartal 2023 an gelten.
In diesen Straßen im Johannesviertel in Darmstadt soll die Parkzone vom zweiten Quartal 2023 an gelten. © Mobilitätsamt der Stadt Darmstadt

Johannesviertel in Darmstadt: Von Frühjahr 2023 an wird Parken kostenpflichtig

Stadtrat Kolmer zufolge soll mit dem kostenpflichtigen Parken das Johannesviertel für die dort lebenden Menschen „noch lebenswerter und erlebbarer werden“. Intention der Stadt sei es, dass „der öffentliche Raum fairer aufgeteilt und für alle besser nutzbar wird“. Wie Kolmer sagt, hat bereits 2017 eine Erhebung des Ingenieurbüros „Verkehrslösungen“ ergeben, dass es im Johannesviertel 2420 Abstellplätze gibt, von denen – inklusive der halböffentlichen Kundenparkplätze – rund 1420 auf Privatflächen liegen.

Die Erhebung zeige auch, dass die Nachfrage nach öffentlichen Abstellplätzen rund um die Uhr hoch sei und die Stellplätze in der Nähe der Innenstadt etwa zur Hälfte von „Fremdparkerinnen und -parkern“, also Autofahrerinnen und -fahrer, die nicht im Quartier wohnten, zugeparkt würden. Außerdem sei festgestellt worden, dass „flächendeckend ordnungswidrig auf Gehwegen und an Straßenecken geparkt“ werde.

Parken im Johannesviertel in Darmstadt ab Frühjahr 2023: 70 Cent für 30 Minuten

Pro 30 Minuten Parkzeit müssen künftig in der Zeit von montags bis samstags zwischen 8 und 22 Uhr 75 Cent gezahlt werden. Die Höchstparkdauer wird zwei Stunden betragen. Anwohnerinnen und Anwohner des Gebiets können für 120 Euro pro Jahr eine Ausnahmegenehmigung zum Parken beantragen. Die Inhaberinnen und Inhaber dieser Ausnahmegenehmigung müssen dann keine Gebühren bezahlen und sind von der Höchstparkdauer befreit.

Für Besucherinnen und Besucher bei Anwohner:innen gibt die Stadt zudem sogenannte Gästekarten aus, wie sie bereits in den anderen Quartieren eingesetzt werden.

WEITERE PARKZONEN

Anwohnerparken wird in Darmstadt aktuell im Gebiet Bessungen-Ost eingerichtet. In Bessungen-Nord ist es bereits umgesetzt.

Im Woogsviertel ist die Parkraumbewirtschaftung am 1. April dieses Jahres eingeführt worden.

In der Innenstadt, im Kapellplatzviertel und auf der Mathildenhöhe gibt es bereits entsprechende Parkzonen.

Die konzeptionelle Mobilitätsplanung der Stadt sieht vor, dass 2023 neben dem Johannesviertel auch der östliche und westliche Teil des Martinsviertels zur Parkraumbewirtschaftszone werden.

In den Jahren 2024 und 2025 soll Anwohnerparken auch noch in den Wohnvierteln Bessungen-West und -Süd, im Paulusviertel-Nord und auf der Lichtwiese realisiert werden. ann

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