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Darmstadt: Jobcenter zieht ins Telekom-Viertel

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Von: Claudia Kabel

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Farbig und modern präsentiert sich das neue Jobcenter in der Hilpertstrasse 24 im Darmstädter Telekom-Viertel.
Farbig und modern präsentiert sich das neue Jobcenter in der Hilpertstrasse 24 im Darmstädter Telekom-Viertel. © ROLF OESER

Ein Bürogebäude in der Hilpertstraße wird zur neuen Anlaufstelle für Arbeitsuchende. Die Beratung soll dort schneller gehen.

Der Gang zum Arbeitsamt ist für die meisten Menschen kein erfreuliches Ereignis – schlimm, wenn er dann noch in ein verstaubtes Behördengebäude mit langen dunklen Fluren führt und man womöglich bis auf die Straße anstehen muss.

Mit all dem soll es in Darmstadt nun ein Ende haben. Das Jobcenter zieht vom bisherigen Standort im Groß-Gerauer Weg in ein neues, modernes Bürogebäude in der Hilpertstraße 24 im Telekom-Viertel. Schon das Entree dort wirkt mit seinen Farben Hellgrün und Orange sowie den großen Fenstern ins Grüne freundlich. Fünf Serviceschalter – drei mehr als bisher – sollen ermöglichen, die Besucher:innen schneller zu bedienen. Vor der Pandemie kamen täglich etwa 450 Menschen zur Beratung, wie der Geschäftsführer des Jobcenters Andreas Hoffmann am Dienstag bei der Präsentation der neuen Räumlichkeiten sagt. Er betont: „Wir wollen Wertschätzung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe vermitteln.“

Umzug

Jährlich berät das Jobcenter in Darmstadt 8700 Arbeitssuchende aus 6450 Bedarfsgemeinschaften. Einschließlich der Kinder der Betroffenen sind 13 500 Darmstädter:innen abhängig von den Leistungen des Jobcenters.

Im Jahr 2021 wurden 2200 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt.

Am 21. März bleibt im das Jobcenter im Groß-Gerauer Weg bis auf einen Notschalter geschlossen.

Am 22. März öffnet das Jobcenter in der Hilpertstraße 24 erstmals.

Infos unter: https://jobcenter-darmstadt.de/

Funktionale Räume, zeitgemäße technische Ausstattung zur Steuerung der Besucher:innen, etwa das Ziehen von Nummern, sollen Wartezeiten reduzieren. Auch ein barrierefreier Schalter ist vorhanden. „Die Kunden sollen sofort beraten und in den Bewerbungskreislauf gebracht werden“, sagt Birgit Förster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Darmstadt. Der Fokus soll auf Weiterbildung und Qualifizierung, Teilhabe an der Gesellschaft und der besseren Eingliederung von Frauen und Alleinerziehenden liegen.

Erstmals alle Mitarbeitenden unter einem Dach

Noch laufen die letzten Arbeiten im Gebäude, bevor der Umzug in zwei Wochen startet. Ab dem 22. März soll das Jobcenter dann seine Arbeit am neuen Standort aufnehmen. Es sei das erste Mal, seit der Gründung des Jobcenters 2005, dass alle 190 Mitarbeitenden unter einem Dach arbeiten könnten, sagt Bürgermeisterin und Vorsitzende der Trägerversammlung Barbara Akdeniz (Grüne). Dies bringe nicht nur für die Menschen, die hier arbeiteten, Vorteile, sondern auch für die, die hier Rat und Unterstützung suchten. Mehrere Organisationseinheiten des Jobcenters, wie zum Beispiel das Eingliederungsmanagement oder die Rechtsbehelfsstelle, waren bisher in ausgelagerten Räumlichkeiten untergebracht. Lediglich die Jugendberufsagentur mit dem Berufsinformationszentrum bleibt im Groß-Gerauer Weg 7. Ein Teil der bisherigen Büros wird weitervermietet, ein anderer Teil geht zurück an den Bauverein.

Kein Behördenzentrum im Telekom-Viertel

An den Mietkosten für den Neubau in der Hilpertstraße beteiligt sich die Stadt mit 15,2 Prozent, den Rest zahlt der Bund. Erst am Montag war der Umzug des Bürger- und Ordnungsamts ins Luisencenter verkündet worden. Dass in Darmstadt innerhalb einer Woche die neuen Räume gleich zweier großer Behörden mit Kundenservice verkündet würden, sei kein Zufall, sagt Bürgermeisterin Akdeniz. Es sei sehr wichtig, dass Menschen gut bedient würden. Sie seien keine Bittsteller, sondern Anspruchsberechtigte – mitunter in einer schwierigen Lage. Eine Konzentration von Behörden im Telekom-Viertel sei jedoch nicht geplant.

Förster, die sich zwar am Dienstag über niedrige Arbeitslosenzahlen freute, sagte, der Fachkräftemangel sei weiterhin groß und inzwischen auch im Jobcenter selbst angekommen. Mehrere Stellen seien hier zu besetzen.

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