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Darmstadt: Innovative Ansätze beim Bauen

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Von: Jens Joachim

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Neubau: Unweit des Campus Lichtwiese bietet das Wohnheim „Lux“ des Studierendenwerks Darmstadt Platz für 342 Studierende.
Neubau: Unweit des Campus Lichtwiese bietet das Wohnheim „Lux“ des Studierendenwerks Darmstadt Platz für 342 Studierende. © Rolf Oeser

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir besichtigt in der Lincoln-Siedlung das Passivhaus Sozialplus und in der Nähe des Campus Lichtwiese ein Studierendenwohnheim.

Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit können im Wohnungsbau durchaus miteinander kombiniert werden. Doch am Ende entscheiden Menschen, ob sie ressourcenschonend oder doch lieber verschwenderisch leben wollen.

Das hat Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), der auch für das Thema Wohnen zuständig ist, am Dienstag bei der Besichtigung von zwei Bauprojekten in Darmstadt – dem „Passivhaus Sozialplus“ in der Lincolnsiedlung und dem neuen Studierendenwohnheim Lux unweit des Campus Lichtwiese – gelernt.

Passivhaus Sozialplus in Darmstadt ist ein bundesweites Modellprojekt

Beim Passivhaus Sozialplus handelt es sich um das erste bundesweite Modellprojekt, bei dem in bezahlbaren Wohnungen in zwei Häusern die Nebenkosten für Strom und Wasser mit einer ausgeklügelten Budgetierung der Kosten um bis zu 50 Prozent verringert werden konnten.

Anhand von modernen Displays in den Fluren der 42 Sozialwohnungen können Mieterinnen und Mieter genau sehen, wie viel Strom, Wasser und Wärme sie im Vergleich zu ihren mitunter weniger sparsamen Nachbarn verbrauchen. In den beiden Häusern an der Mahalia-Jackson-Straße wird wegen des Passivhausstandards so gut wie keine Heizenergie benötigt. Günstigen Strom liefert eine Solaranlage auf dem Dach.

Darmstadt: Passivhaus Sozialplus besteht aus Neubau und saniertem Altbau

Durch den Einsatz trinkwassersparender Armaturen, Duschköpfe, Geschirrspüler und Waschmaschinen wurden in den beiden Häusern auch Grauwasseranlagen eingebaut, die dabei helfen, den durchschnittlichen Trinkwasserbedarf pro Person um bis zu 40 Prozent zu reduzieren.

Das Modellprojekt Passivhaus Sozialplus in der Lincoln-Siedlung mit dem Neubau (l.) und dem sanierten Altbau (r.).
Das Modellprojekt Passivhaus Sozialplus in der Lincoln-Siedlung mit dem Neubau (l.) und dem sanierten Altbau (r.). © Jens Joachim

Bauherrin der Häuser, bei denen es sich zum einen um einen Neubau und zum anderen um einen sanierten Altbau aus den 1950er Jahren handelt, ist die gemeinnützige Neue Wohnraumhilfe Darmstadt, die das Projekt mit fachlicher und wissenschaftlicher Begleitung des Planungsbüros Faktor 10 und des ebenfalls in Darmstadt ansässigen Instituts für Wohnen und Umwelt realisiert hat. Im nächsten Jahr soll auf der anderen Straßenseite der Mahalia-Jackson-Straße in Kooperation mit dem Bauverein, dem Wohnungsunternehmen der Stadt Darmstadt, ein weiteres Haus errichtet werden.

Darmstadt: Studierendenwohnheim „Lux“ bietet 342 Studierenden Platz

Bereits vor einem Jahr hat das Studierendenwerk Darmstadt an der Nieder-Ramstädter Straße das Studierendenwohnheim „Lux“ in Betrieb genommen, in dem nun 342 Studierende wohnen. Zuvor stand auf dem Grundstück unweit des Böllenfalltorstadions ein älteres, nicht mehr sanierungsfähiges Gebäude, das abgerissen wurde. Zahlreiche Fahrradstellplätze und eine fußläufig erreichbare Straßenbahnhaltestelle erlauben den Bewohnerinnen und Bewohnern klimafreundliche Mobilität.

Nachhaltig irritiert: Minister Al-Wazir wundert sich über ein mit Wasser gefüllten Swimmingpool auf dem Gelände des Studierendenwerks „Lux“.
Nachhaltig irritiert: Minister Al-Wazir wundert sich über ein mit Wasser gefüllten Swimmingpool auf dem Gelände des Studierendenwerks „Lux“. © Jens Joachim

Ein größerer aufblasbarer Swimmingpool mit frischem Trinkwasser, auf einer Freifläche vor einem der Zimmer, entsprach gleichwohl eher nicht den Vorstellungen des Ministers von nachhaltigem Wohnen. Der betreffende Student sei bereits darauf hingewiesen worden, dass ein solcher Pool nicht erwünscht sei, sagte eine Mitarbeiterin des Studierendenwerks. Beim Thema Wasser- und Energieeinsparung wolle man die Studierenden noch mit Aufklärungskampagnen „sensibilisieren“.

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