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Auch für die Initiatoren des Radentscheids soll es mehr Platz auf der Pankratiusstraße geben.

Darmstadt

Initiative Radentscheid prägt neue Projektliste

  • Jens Joachim
    vonJens Joachim
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Der Magistrat in Darmstadt beschließt ein Investitionsprogramm zur Radmobilität mit 34 größeren Umbauvorhaben. Zugunsten der Radler wird es für Kraftfahrzeuge weniger Fahrspuren und Parkplätze geben.

Zwei Jahre nach Gründung der Initiative Radentscheid hat der Darmstädter Magistrat ein umfangreiches Investitionsprogramm zum Ausbau der Radmobilität beschlossen. Auf einer Projektliste werden 34 größere Bauvorhaben aufgeführt. Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten sind in der Stadt neue Radwege angelegt und markiert worden, und es wurde zwischen dem Europaviertel am Hauptbahnhof und der Weststadt mit dem Bau einer Brücke über die Rheinstraße begonnen, die von Fußgängern und Radlern benutzt werden soll.

Der Trend, dass in Darmstadt den Autos künftig weniger Fahrspuren und Abstellplätze zur Verfügung stehen werden, wird sich weiter fortsetzen. Darmstadts Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch (Grüne) sagte bei der Vorstellung des Investitionsprogramms, vorrangiges Ziel sei „die Schaffung eines durchgehend attraktiven Radnetzes in Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung“ gemäß den Qualitätskriterien der von der Stadt beschlossenen Radstrategie.

Unter den 34 Einzelprojekten befinden sich auch einige, die bereits planerisch bearbeitet werden. Andere ergeben sich aus dem Luftreinhalteplan der Stadt. In dem nun vom Magistrat beschlossenen Maßnahmenplan werden Projekte aufgelistet, die im Rahmen des „Radverkehrs-Investitionsprogramms 4 x 4“ mit besonderer Priorität bearbeitet und realisiert werden sollen. Das Programm startete Anfang 2019 und läuft bis 2023. Vier mal vier bedeutet, dass die Stadt vier Jahre lang jeweils vier Millionen Euro für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur ausgibt.

Mit der Einigung auf die Projektliste enden laut OB Partsch auch die Verhandlungsgespräche zwischen der Stadt und der Initiative Radentscheid. Die Initiative ist seit Beginn des Jahres zusammen mit den unterstützenden Verbänden Verkehrsclub Deutschland, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub und dem Verein Wegerecht ständiges Mitglied am „Runden Tisch Nahmobilität“.

Kreuzungen werden umgebaut

Bereits im Juni 2019 war als Zwischenergebnis der Verhandlungen eine 23 Punkte umfassende „Radstrategie“ für Darmstadt beschlossen worden, die Handlungsfelder und künftige Qualitätskriterien für die Radmobilität konzeptionell festlegte.

Entsprechend der Grundintention der Initiatoren des Radentscheids und der Radstrategie sollen nach und nach Kreuzungen in Darmstadt umgebaut und somit für Radler sicherer werden. So wurde auch die geplante neuartige Umgestaltung der Kreuzung der Landgraf-Georg-Straße, der Pützerstraße und der Teichhausstraße am Jugendstilbad in die Projektliste aufgenommen. Hier soll – wie in den Niederlanden üblich – ein Knotenpunkt mit Schutzinsellösungen geschaffen werden. Für dieses Projekt hat sich die Stadt Darmstadt beim Bund um Fördermittel aus dem Programm „Innovative Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs / Leuchttürme des Radverkehrs“ beworben.

Partsch zufolge gibt es im Stadtgebiet noch an vielen weiteren Kreuzungen Handlungsbedarf, so dass in den nächsten Jahren weitere Umbauplanungen zu erwarten seien, bei denen dann die Qualitätskriterien der Radstrategie angewendet würden.

Vorgesehen ist zudem, die Radverkehrsinfrastruktur weiter zu verbessern. Dazu zählen Markierungen für vorgezogene Radaufstellflächen an Kreuzungen, die Installation von Pollern, um Falschparken auf Geh- und Radwegen zu unterbinden, die Öffnung von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr sowie die Verbreiterung von Fahrradstraßen. So werden etwa an der Fahrradstraße auf der Pankratiusstraße einige Auto-Parkplätze wegfallen.

Zudem sollen in der Stadt Zählstellen für den Radverkehr installiert, vorhandene Radwege saniert und vor allem in der Innenstadt und am Hauptbahnhof zusätzliche sichere Radabstellanlagen errichtet werden. Über die Realisierung der Projekte wird auch künftig das Mobilitätsamt der Stadt vierteljährlich berichten.

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