Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Blick in die Ausstellung im Intef mit dem „Schneewittchensarg“, einem von Hans Gugelot und Dieter Rams entworfenen Plattenspieler.
+
Blick in die Ausstellung im Intef mit dem „Schneewittchensarg“, einem von Hans Gugelot und Dieter Rams entworfenen Plattenspieler.

Darmstadt

Darmstadt: Industriedesign der Firma Braun aus hundert Jahren

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
    schließen

Das Institut für Neue Technische Form in Darmstadt zeigt in seinen Ausstellungsräumen am Friedensplatz verschiedene Produkte aus der Geschichte der Firma Braun.

Das Aha-Erlebnis ist vorprogrammiert: Wer mitten in Darmstadt den Ausstellungsraum des Instituts für Neue Technische Form (Intef) betritt, der wird in die eigene Kindheit oder die Zeit der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zurückversetzt. In dem wabenartigen Gebäude am Friedensplatz zwischen Hessischem Landesmuseum und Darmstädter Residenzschloss kann noch bis Ende März die hundertjährige Designgeschichte der Firma Braun nachvollzogen werden.

Gezeigt werden in der Ausstellung „1921Braun2021“ neben Radios, Fernsehern, Schallplattenspielern, Mixern, Rasierern und Kaffeemaschinen auch viele weitere nützliche Haushaltsgeräte sowie ganz außergewöhnliche Werbegeschenke, die seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1921 produziert wurden.

Braun-Sammlung befand sich von 1989 bis 2005 in Darmstadt

Das Darmstädter Institut, das im nächsten Jahr seit 70 Jahren besteht, hat eine ganz besondere Verbindung zur Firma Braun. Von 1989 bis 2005 befand sich die firmeneigene Sammlung von Braun-Produkten im Intef.

Die Sammlung wurde allerdings vor mehr als anderthalb Jahrzehnten auf Wunsch des Unternehmens nach Kronberg geholt, wo 2005 die Braun-Sammlung im Kronberger Westerbach-Center in unmittelbarer Nähe zum Stammwerk der Firma eröffnet wurde.

Dass die Braun-Sammlung 1989 überhaupt nach Darmstadt kam, war ein Dank des Unternehmens für die Unterstützung durch das Intef in den Anfangsjahren der Braun-Designära, die Mitte der 1950er von den Designern Dieter Rams und Hans Gugelot geprägt wurde.

Das Transistorradio „Koffersuper 100B“ war in den 1950er Jahren das ideale Gerät, um es ins Freibad mitzunehmen.

Intef in Darmstadt zeigt Ausstellung über 100 Jahre Braun-Design

In der aktuellen Ausstellung werden getreu dem lateinischen Untertitel „tempora mutantur et nos mutamur in illis“ (Die Zeiten ändern sich und wir uns in ihnen) zum einen Produkte aus den Anfängen des Unternehmens gezeigt.

Zum anderen wird die Entwicklung des Braun-Designs bis zur Gegenwart dargestellt. In der Schau werden chronologisch auch die Designer Erwin und Artur Braun, Fritz Eichler, Dieter Rams, Peter Schneider und Oliver Grabes sowie deren Entwürfe präsentiert, die vielfach Ikonen des Industriedesigns wurden.

Farbige Hingucker: Seit den 1960er Jahren avancierten auch die Produkte der Firma Braun zu kleinen bunten Kunstwerken.

Darmstadt: Design-Ausstellung mit Produkten der Firma Braun im Intef

Vorgestellt werden – neben aktuellen und bekannten Alltagsbegleitern aus den vergangenen Jahrzehnten – vor allem die frühen Braun-Produkte wie Radios, Fernseher und Plattenspieler, zum Teil auch in Kombination mit den für die 1950er Jahre modern gestalteten Möbeln.

Mit den Geräten sei damals „das herkömmliche Bild vom klobigen, dunkelbraunen Möbel mit Echtholzfurnier, golddurchwirkten Lautsprecherstoffen und verschnörkelten Zierleisten revolutioniert worden“, sagen die Ausstellungsmacherinnen Ute Schauer und Sybille Maxheimer.

Die Firma Braun entwarf und baute einst auch Blitzgeräte für Kameras.

Die Entwürfe unterschieden sich radikal von der gängigen Gestaltung, weil bei Braun die Form der Produkte aus der Funktion entwickelt wurde. „Sie waren sachlich, puristisch-minimalistisch: passend zu einer modernen Lebensform“, so Schauer und Maxheimer.

Das Intef

Das Institut für Neue Technische Form (Intef) wurde 1952 von Prinz Ludwig zu Hessen und bei Rhein und der Stadt Darmstadt als erstes deutsches Designinstitut gegründet.

Den Anstoß für die Gründung gab das dritte Darmstädter Gespräch mit dem Titel „Mensch und Technik“.

Die Ausstellung „1921Braun2021“ ist noch bis zum 27. März zu sehen. Sie ist dienstags bis samstags von 11 Uhr bis 17 Uhr und sonntags nur bis 14 Uhr geöffnet. Bis zum 5. Januar bleibt das Intef, Friedensplatz 11, geschlossen.

www.intef.info

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare