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Der Kreis Groß-Gerau gehört zur Ökomodellregion, die einen Ausbau des Ökolandbaus anstrebt.

Darmstadt

Darmstadt: Ideen für den Ökolandbau

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Ein Projekt treibt die regionale Erzeugung und Vermarktung voran.

In der Region gibt es viele Rinder aus biologischer Haltung, die aber in der konventionellen Fleischverarbeitung landen, weil es an Bio-Metzgern oder Schlachtereien fehlt. Ähnlich problematisch sieht es mit der Milch aus: „Es fehlen Molkereien“, um biologisch produzierte Milch weiterzuverarbeiten, sagt Robert von Klitzing der FR bei einem Gespräch im Landratsamt des Kreises Darmstadt-Dieburg.

Von Klitzing gehört als Projektmanager zum neuen dreiköpfigen Projektteam der Ökomodellregion Süd, die jetzt ihre Arbeit aufnimmt. Das Team ist derzeit damit beschäftigt, die Auftaktveranstaltung am 29. März vorzubereiten. Ziel der Ökomodellregion ist laut Kreis die Ausweitung der ökologischen Erzeugung, Förderung regionaler Wertschöpfungsketten für biologisch erzeugte Produkte und Sensibilisierung der Verbraucher für die Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Bio-Lebensmitteln.

Seit 2015 hat die Landesregierung insgesamt zwölf sogenannte Modellregionen ausgelobt, um den Ökolandbau in Hessen zu stärken. Das Land gewährt den Modellregionen dabei einen Personalkostenzuschuss von 100 000 Euro für zwei Jahre. Die Ökomodellregion Süd, zu der der Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Odenwaldkreis als Träger sowie die Stadt Darmstadt und der Kreis Groß-Gerau als Partner gehören, ist vergangenes Jahr gemeinsam mit vier weiteren Regionen dazugekommen. „Wir sind die erste der neuen Regionen, die jetzt startet“, sagt Projektmanagerin Kathrin Thielmann.

Doch wie kann man Strukturen aufbauen, um Ökolandbau voranzutreiben? Wie die Verbraucher dazu bringen, regionale Bioprodukte zu kaufen und Betriebe motivieren, auf ökologische Produktion umzusteigen? Um solche und andere Fragen wird es bei der Auftaktveranstaltung in Reichelsheim gehen. „Ziel ist, verschiedene Akteure der Wertschöpfungskette zusammenzubringen und zu vernetzen“, erklärt Thielmann.

Bereits vergangenes Jahr trafen sich 150 Akteure in einem ersten Workshop und trugen zahlreiche Ideen zusammen. Diese sollen nun ausgearbeitet und in Arbeitsgruppen umgesetzt werden. Darunter sind Themenfelder wie Vermarktungswege erschließen, Entwicklung von Pilotbetrieben, Erstellung eines digitalen Marktplatzes und viele mehr. Welche davon wirklich umgesetzt werden können, hängt von der Beteiligung an der Veranstaltung ab. Je nach Interessenlage können sich die Akteure in die Themenfelder einbringen, die sie für wichtig halten. 400 Einladungen seien verschickt worden, sagt Projektassistentin Alexandra Hilzinger. Interessierte könnten sich aber auch noch bis 22. März anmelden.

Neben der Bildung von Arbeitsgruppen soll auch ein Fachbeirat gewählt werden, in dem sich Experten zur Verfügung stelle, die den Arbeitsgruppen beratend zur Seite stehen. Um die Projekte zu finanzieren, werden auch Unterstützer und Sponsoren gesucht. Allerdings sei wichtig, die Ideen zunächst zu konkretisieren; dann könne man gezielt Sponsoren ansprechen, sagt von Klitzing.

Hintergrund: Mitwirken

12 von 21 hessischen Landkreisen sind Ökomodellregionen. Das sind fast zwei Drittel der gesamten Landesfläche. Hessen will Vorreiter im Ökolandbau werden.

Die Auftaktveranstaltung der Ökomodellregion Süd findet am Freitag, 29. März, von 13 bis 17.30 Uhr in der Reichenberghalle in Reichelsheim (Odenwald) statt.

Gastredner sind der Odenwälder Kreislandwirt Hans Trumpfheller und Robert Poschacher vom Alnatura Leitungskreis.

Anmeldung bis 22. März unter E-Mail

oekomodellregion-sued@ladadi.de

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